Kreis Südliche Weinstraße Über acht Stunden ohne Strom

Rund eine Stunde war die Feuerwehr im Einsatz, um die B 427 zwischen Bad Bergzabern und Birkenhördt von Bäumen und Ästen zu befr
Rund eine Stunde war die Feuerwehr im Einsatz, um die B 427 zwischen Bad Bergzabern und Birkenhördt von Bäumen und Ästen zu befreien.

Kurz nach 7 Uhr fegte Burglind gestern über die Südpfalz, vor allem in den Verbandsgemeinden Annweiler und Bad Bergzabern hat sie gewütet. Die starken Orkanböen haben zahlreiche Bäume umgeknickt, die unter anderem auch für die Schäden am Stromversorgungsnetz der Pfalzwerke verantwortlich waren. Betroffen waren sowohl der 20- als auch der 110-Kilovolt-Netzbereich. „Es wurden auch Gegenstände oder Äste in die Leitungen geweht, teilweise kam es zu eingeknickten oder gebrochenen Holzmasten. An einer 110-kV-Leitung drückte der Wind zwei Leiterseile zusammen, sodass ein Leitungsüberschlag zu einem Kurzschluss führte“, informieren die Pfalzwerke. „Es waren viele Einzelleitungen betroffen, das habe ich so noch nicht erlebt“, sagt Susanne Becker gegenüber der RHEINPFALZ. Sie ist bei den Pfalzwerken für die Unternehmenskommunikation verantwortlich. Die Netzteams der Pfalzwerke aus Hinterweidenthal, Edenkoben, Kandel und Otterbach waren im Einsatz. Meistens hätten die Versorgungsunterbrechungen aber nur im Minutenbereich gelegen, manche Orte waren gleich mehrfach betroffen. So war der Strom in Rinnthal gestern fünf Mal weg. Neben Vorderweidenthal hat es Lug, Völkersweiler und Wernersberg besonders hart getroffen, fast sechs Stunden mussten die Bewohner dort auf Elektrizität verzichten. Gut eine halbe Stunde war gestern Morgen die Stromversorgung bei der Firma Stabila in Annweiler unterbrochen. „Es ist alles glimpflich ausgegangen, der Schaden dürfte relativ klein sein“, bestätigt Geschäftsführer Ulrich Dähne im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Die Stabila Messgeräte Gustav Ullrich GmbH ist mit rund 500 Beschäftigten der größte Arbeitgeber in Annweiler. Betroffen war vor allem die Produktion. „In diesem Bereich müssten wir versichert sein, das wird gerade geprüft“, so Dähne. Da der Stromausfall nur relativ kurz war, waren die Maschinen noch nicht erkaltet. „Wenn das passiert wäre, wäre der Schaden deutlich größer gewesen. Dann hätte der Spritzguss, mit dem wir arbeiten, mühsam aus den Maschinen gekratzt werden müssen“, erläutert Dähne. Wichtig ist bei Stabila vor allem der IT-Bereich. Dort wurde sofort auf Notstromversorgung umgestellt. „Das hat alles perfekt funktioniert“, sagt Dähne. Die Notstromaggregate kamen auch in der Klinik Annweiler des Klinikums Landau-Südliche Weinstraße zum Einsatz. Um 7.30 Uhr fiel dort der Strom aus. „Die Kliniken in Landau und Bad Bergzabern waren von dem Stromausfall nicht betroffen, nur die Klinik Annweiler“, berichtet Julia Bernhardt, die für die Öffentlichkeitsarbeit im Klinikum zuständig ist. „Die Stromversorgung war aber auch in Annweiler zu jeder Zeit gewährleistet“, versichert Bernhardt. Während rund um Bad Bergzabern die Stromversorgung teilweise für mehrere Stunden unterbrochen war, blieb die Kurstadt verschont. „Wir waren von dem Stromausfall nicht betroffen“, bestätigt Christian Müller, Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Bergzabern. Die Stadtwerke versorgen auch die Gemeinden Pleisweiler-Oberhofen und Winden. Und auch dort floss der Strom ununterbrochen. Rund 150 Feuerwehrleute aus den Verbandsgemeinden Annweiler, Bad Bergzabern, Herxheim, Landau-Land und Offenbach waren gestern im Einsatz. Neben der Beseitigung von 30 umgestürzten Bäumen und den Folgen der Stromausfälle hatten die Feuerwehren mit dem abgedeckten Dach des Turnerheims in Annweiler und einem von einem Baum getroffenen Fahrzeug zu tun. Wie die Kreisverwaltung mitteilt, wurde für Teile der Verbandsgemeinden Annweiler und Bad Bergzabern eine Information über Katwarn ausgelöst. Die Feuerwehrgerätehäuser waren besetzt, um im Bedarfsfall als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Weitgehend verschont hat Burglind den nördlichen Teil der Südlichen Weinstraße. Der Polizei in Edenkoben wurden nur wenige Schäden gemeldet: „Ein paar Baustellenschilder sind umgefallen, viel mehr war nicht.“

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