Welchweiler / Elzweiler / Horschbach RHEINPFALZ Plus Artikel Zwischen Weißwurst und Wintersonne: „Wannerschdach“ am Herrmannsberg

Diese Gruppe Frauen hat ihre Wanderung am Tennisheim in Horschbach gestartet.
Diese Gruppe Frauen hat ihre Wanderung am Tennisheim in Horschbach gestartet.

Der „Wannerschdach“ wird im Norden des Landkreises geradezu zelebriert. Das „Epizentrum“ des Treibens nach Weihnachten ist der Herrmannsberg. Ein Besuch in drei Dörfern.

Am 27. Dezember – dem Tag nach Weihnachten – hieß es rund um den Herrmannsberg wieder: Wanderschuhe schnüren und raus in die Natur! Die drei Herrmannsberggemeinden Elzweiler, Horschbach und Welchweiler hatten zum traditionellen Wandertag eingeladen – dem „Wannerschdach“, wie der Tag nach dem zweiten Weihnachtsfeiertag in Teilen der Pfalz und im Saarland genannt wird.

Der „Wannerschdach“ hat eine lange Geschichte. Früher war er der Wechseltag des Gesindes, also der Tag, an dem Knechte und Mägde zum nächsten Hof wechselten. Gleichzeitig traf sich die Dorfjugend zum Feiern. Längst ist der alte Brauch vielerorts mit Wanderungen, Musik sowie Speisen und Getränken wiederbelebt worden – so auch rund um den Herrmannsberg. Dort waren am Wochenende wahre Menschenmassen in kleinen Gruppen von zwei bis hin zu 20 Personen unterwegs, wie der RHEINPFALZ-Rundgang am Samstag zeigte.

Extra die Teller leer gegessen

Das Wetter – knackig kalt, dafür sonnig und trocken – hatte am Erfolg des Tages einen wichtigen Anteil. „Einen herrlichen Tag haben wir erwischt – dafür haben wir an Weihnachten unsere Teller leer gegessen“, sagte Beate Reinhard und lachte. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Klaus Jürgen Reinhard und dem befreundeten Ehepaar Angela und Andreas Hübsch aus Niederalben war die Gruppe in Patersbach gestartet. Für Klaus Jürgen Reinhard war es ein besonderer Tag: „Heute habe ich Geburtstag. Gestern haben wir vorgefeiert, und seit einigen Jahren nehmen wir am Wannerschdach teil.“ Die Stimmung in den Herrmannsberg-Gemeinden sei immer besonders gut, darin waren sich die Wanderer einig. Ihre Route führte von Patersbach über Bedesbach und Welchweiler – vorbei am eigens für diesen Tag geöffneten Gasthaus Göres – weiter zur Sachsbachtalhütte in Elzweiler.

Andreas und Angela Hübsch aus Niederalben sowie Beate und Geburtstagskind Klaus Jürgen Reinhard aus Patersbach an der Sachsbacht
Andreas und Angela Hübsch aus Niederalben sowie Beate und Geburtstagskind Klaus Jürgen Reinhard aus Patersbach an der Sachsbachtalhütte Elzweiler.

Auch die ist seit rund 20 Jahren extra für den Wandertag geöffnet, berichtete Ortsbürgermeister Hartmut Jung. Anfangs habe man den Termin am 28. Dezember ausprobiert, doch der Zuspruch sei gering gewesen. „Der 27. Dezember ist für viele Wanderfreunde einfach Tradition“, sagte Jung. Nach Jahren in Trägerschaft der Ortsgemeinde kümmert sich inzwischen der Förderverein Sachsbachtal um die Bewirtung. Angeboten wurden Getränke, Bratwürste, Frikadellen und Kuchen, musikalisch begleitet von den XXL-Steierern.

Zum Start nach Horschbach chauffiert

Zum ersten Mal beteiligte sich in diesem Jahr das Tennisheim Horschbach am Wandertag. Der Zuspruch war größer, als der Tennisverein es erwartet hatte. Auffällig: Vor allem Frauen machten dort Station – unter anderem Kuseline Anna-Lena Rumpf mit einer 16-köpfigen Wandergruppe aus Glanbrücken. „Männer und Frauen bilden getrennte Gruppen – das hat schon Tradition“, erzählte sie am Samstag.

Drei Ehepaare aus Hinzweiler auf dem Weg zum Sportheim Welchweiler.
Drei Ehepaare aus Hinzweiler auf dem Weg zum Sportheim Welchweiler.
Eine Wandergruppe aus Bedesbach auf dem Weg nach Welchweiler.
Eine Wandergruppe aus Bedesbach auf dem Weg nach Welchweiler.

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Auch aus Bedesbach hatte sich eine gemischte Wandergruppe auf den Weg an den Herrmannsberg gemacht. Für die Männer und Frauen stand an der Fischerhütte in Ulmet ein bayerisches Frühstück mit Weißwurst, Brezeln und Weißbier auf dem Programm, ehe man sich auf den Weg nach Welchweiler machte, erzählte Axel Drumm. Andere kamen über Glanbrücken oder Gumbsweiler in die Herrmannsberg-Gemeinden. So wurde aus dem Wandertag einmal mehr ein lebendiges Dorffest auf vielen Wegen.

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