Kusel Zur Corona-Impfung mit dem Bürgerbus-Team
Bereits am Montag erhielten die ehrenamtlichen Helfer aus der Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan auf Burg Lichtenberg Dankesurkunden für ihren Einsatz bei den Fahrten der Bürgerbusse zum Impfzentrum auf dem Kuseler Windhof. Die Vertreter der anderen Verbandsgemeinden folgen noch. Doch nicht nur die Fahrer wurden geehrt. Der Landkreis bedankt sich auch bei jenen, die sich beispielsweise für den Telefondienst gemeldet hatten.
Eigentlich betreiben ja die Verbandsgemeinden die jeweiligen Bürgerbus-Projekte, hatten dem Landkreis ihre Busse aber für diese Fahrten zur Verfügung gestellt, weil die regulären Fahrten zu dieser Zeit coronabedingt nicht durchgeführt werden konnten. Ab dem 8. März brachten die Bürgerbusse Menschen, die nicht selbst zu ihrem Termin fahren konnten, zum Impfzentrum.
Auf seine Urkunde muss Arno Hellwig noch etwas warten. „Wir überreichen die Urkunden für die Helfer aus der Verbandsgemeinde Oberes Glantal bei unserem nächsten monatlichen Treffen am 6. Juli“, erklärt Bürgerbus-Koordinator Karl-Heinz Schoon. Die Ehrenamtlichen aus der VG Lauterecken-Wolfstein sollen ihre Urkunden am 17. Juli beim Sommerfest des Bürgerbus-Projektes in der Odenbacher Gemeindehalle bekommen.
Von Anfang an dabei
Hellwig engagiert sich seit dem Start des Bürgerbus-Projektes im Oberen Glantal – und das aus Überzeugung. „Mir geht es gut - und ich finde, wenn es jemandem so gut geht, sollte er anderen Menschen helfen, die auf Unterstützung angewiesen sind“, sagt der 69-Jährige aus Schönenberg-Kübelberg. Und so musste er nicht lange überlegen, als er gefragt wurde, ob er die ein oder andere Fahrt zum Impfzentrum auf dem Kuseler Windhof übernehmen könne. „Außerdem konnte man wegen Corona ja ansonsten eh nicht viel machen“, schiebt er hinterher.
Wenn die Bürgerbusse nicht gerade coronabedingt stillstehen müssen oder eben für Impffahrten gebraucht werden, fährt Hellwig üblicherweise den „Bürgerbus 2“ in Schönenberg-Kübelberg. „Aber wenn in Glan-Münchweiler mal Not am Mann ist, fahre ich dort auch mal. Wir sind generell einfach eine tolle Truppe und unterstützen uns gegenseitig“, sagt der Ehrenamtler.
„Älteren Menschen helfen“
Was ihm an der ehrenamtlichen Arbeit besonders gut gefällt? „Es macht einfach Spaß, älteren Menschen zu helfen. Zu sehen, wie sie sich freuen, wenn man ihnen ein Stück Mobilität zurückgibt, die sie ansonsten nicht mehr hätten, ist schon ein wirklich schönes Gefühl.“ Und noch ein Faktor mache ihm Freude: „Ich bin zwar viel unterwegs – laufe viel und fahre Rad – aber mit dem Bürgerbus bin ich auch schon in Orte gekommen, in denen ich noch nicht war.“
Besonders ein Fahrgast ist ihm bei den Impffahrten in Erinnerung geblieben: „Wir hatten einmal eine ältere Dame an Bord, die große Angst vor der Impfung hatte. Noch am Impfzentrum war sie unschlüssig, ob sie sich wirklich impfen lassen sollte“, erinnert sich Hellwig. „Ich habe sie dann aber noch bis hinein begleitet, und sie hat sich dann tatsächlich impfen lassen – und hinterher hat sie mir erzählt, dass sie jetzt doch froh sei, es getan zu haben.“ Er selbst sei bereits doppelt geimpft und habe nicht gezögert.
An fünf Tagen in der Woche
Bürgerbus-Koordinator Karl-Heinz Schoon blickt zufrieden auf die vergangenen Monate zurück. „Wir sind froh, dass wir Teil dieses Projektes sein konnten. Meines Wissens waren wir sogar der einzige Landkreis in Rheinland-Pfalz, der diese Fahrten flächendeckend angeboten hat.“ Den Ehrenamtlichen dankt auch Schoon für ihr Engagement. „Unsere Helfer haben ja weit mehr leisten müssen als üblich – haben wir in dieser Zeit doch Fahrten an fünf statt üblicherweise zwei Tagen pro Woche durchgeführt.“
Besonders schön sei es für ihn auch gewesen, dass alle drei Bürgerbus-Projekte im Landkreis so gut zusammengearbeitet hätten. „Zudem hat die Zusammenarbeit mit dem Impfzentrum wirklich hervorragend funktioniert.“ Wie Schoon weiter berichtet, seien die Bürger sehr dankbar für das Angebot gewesen. „Wir haben zum Dank wirklich viele nette Worte, Schokolade und den ein oder anderen Euro für unsere Kasse bekommen“, berichtet der Koordinator dankbar. Es sei wirklich schön, zu sehen, dass das ehrenamtliche Engagement im Landkreis so gut funktioniere und „eine dankbare Erfahrung“ gewesen, ein solches Projekt „gemeinsam anzugehen und so gut über die Bühne zu bringen“.