Nachruf Zum Tod von Helmut Koch: Bleibendes geschaffen
„Ich habe noch genug Arbeit da liegen“, hatte Koch gesagt. Dass so manches Projekt nicht mehr zur Vollendung kommt, mag heimatgeschichtlich Interessierte traurig stimmen. Denn die selbst aufgelegten Werke aus der Kochschen Druckerei haben stets viel Anklang gefunden. Exemplare seiner Bildbände über die Westpfalz und die Kreisstadt hat er auf Bestellung sogar bis in die USA geliefert.
Kaum einer hat die Westpfalz so gut gekannt. Dabei stand seine Wiege gar nicht in diesem Zipfel: Helmut Koch stammte aus dem Saarland. Aufgewachsen war er im saarpfälzischen Wörschweiler, heute ein Homburger Stadtteil. 34 Jahre später zog es ihn und seine aus Völklingen stammende Ehefrau Elisabeth in die Kreisstadt im Westrich.
Druckerei Kleinschmidt übernommen
Eine Herausforderung ließ ihn den Schritt wagen. Als Drucker war Koch zwischenzeitlich zu Meister-Ehren gelangt. In Kusel bot sich ihm die Chance, sich selbstständig zu machen. Koch übernahm die Druckerei Kleinschmidt, war zuerst Pächter, kaufte dann Betrieb und Anwesen in der Trierer Straße.
Die Druckerei brachte Koch wieder zur Blüte, derweil wuchs die Familie: Fünf Kinder bescherten ihm und seiner Frau elf Enkel- und fünf Urenkelkinder. Inzwischen hatte Koch seine Firma erweitert, war in Räume in Diedelkopf umgezogen. Mit 68 Jahren übergab er den Stab an seinen Sohn Christian, der fortan Regie führte, sich aber weiterhin der Hilfe von Helmut Koch erfreute. Der Seniorchef mit seinem reichen Erfahrungsschatz sollte noch 22 Jahre lang tatkräftig mitarbeiten.
Texter und Fotograf
Sein Unternehmen hatte er maßgeblich geprägt, blickte auch stolz auf dessen Tradition: Die Wurzeln reichen zurück bis in die 1840er Jahre. Zu revolutionären Zeiten, als sich Siebenpfeiffer und Wirth in der Saarpfalz bereits zu Kämpfern für Freiheit und Demokratie aufgeschwungen hatten, wurde auch im beschaulichen Kusel schon eine Zeitung gegründet.
Koch selbst hat sich als Herausgeber, Texter, Fotograf verewigt. Es sei schön, mit Druckwerken etwas Bleibendes geschaffen zu haben, sagte er. Regionalhistorisch bewandert und stets mit Kamera unterwegs, hat er ein Stück Geschichte seiner Wahlheimat dokumentiert.
Auch politisch war Koch engagiert, saß unter anderem für die SPD im Stadtrat – aber keinesfalls als Abnicker oder Ja-Sager. Der mit Humor gesegnete, aber durchaus kritische Geist, vertrat offen seine Meinung.