Kusel / Schönenberg-Kübelberg
Zoar ist fertig, zwei weitere Heime sind impfbereit
Die Kreisverwaltung hat am Dienstagnachmittag weitere Impfdosen aus der Vorderpfalz holen lassen, die nun in Schönenberg-Kübelberg am Mittwoch verimpft werden sollen. Nach einem schweren Corona-Ausbruch vor wenigen Wochen und einem daher immer noch laufenden Aufnahmestopp sind hier aktuell noch 41 Bewohner, von denen sich 38 impfen lassen wollen, wie Heimleiter Eric Graetz auf Anfrage mitteilt. Von den 70 Mitarbeitern haben 25 ihre Impfbereitschaft mitgeteilt. „Wie in der gesamten Bevölkerung sind auch bei uns die Leute noch zurückhaltend“, sagte Graetz, der sich selbst impfen lässt.
Allerdings musste der Kurier kurz darauf gleich noch einmal gen Osten fahren. Grund: Kurzfristig ist auch Pro Seniore in Lauterecken auf den Impfplan für Mittwoch genommen worden, nachdem das Heim Impfbereitschaft signalisiert hatte.
Früher als gedacht
Dort hieß es am Vormittag auf RHEINPFALZ-Anfrage noch: „Wir warten jetzt auf einen Termin. Der wird uns vom Impfkoordinator mitgeteilt – in der Regel rund 48 Stunden bevor es losgeht“, sagte Pressesprecher Peter Müller. Doch dann ging alles schneller als gedacht: Am Nachmittag wurde entschieden, dass auch Lauterecken am Mittwoch dran sein wird.
Rund 80 Mitarbeiter und 125 Bewohner sollen laut Müller in Lauterecken geimpft werden – darunter 74 Menschen aus dem Pro-Seniore-Heim in Obrigheim, die nach einem Brand im Oktober in Lauterecken untergebracht worden waren. Entsprechend viele Impfdosen ließ der Kreis dann noch holen. Die Senioren aus Obrigheim, sind zwar ein Sonderfall, da sie nicht im Kreis Kusel gemeldet sind. „Weil sie aber eh schon da sind, wäre es ja Blödsinn, sie nicht gleich hier zu impfen.“
Müller ging am Vormittag davon aus, dass sich jeder Bewohner zur Impfung bereiterklärt hat. „Bei den Mitarbeitern weiß ich es nicht so genau. Wir haben zwar die dringende Empfehlung ausgesprochen, zwingen können wir aber natürlich niemanden“, sagte der Pressesprecher.
Keine Nebenwirkungen
Abgeschlossen sind die Impfungen im Kuseler Zoar. Dort sind am Sonntag und Montag 45 der 104 Mitarbeiter und 92 der aktuell 106 Bewohner von einem mobilen Team des Roten Kreuzes geimpft worden. Voraussichtlich am 17. Januar soll die zweite Impfung erfolgen.
Heimleiterin Jutta Kunz zog am Dienstagvormittag ein sehr erfreutes Fazit der beiden Tage, mit denen das Zoar als nur eines von zwei Heimen in der Pfalz gleich am ersten möglichen Tag in die Impfaktion gestartet war. Keiner der Geimpften habe Nebenwirkungen gezeigt, sagte Kunz. Man habe eigens die Nachbetreuung der geimpften Bewohner intensiviert und auch den Nachtdienst vorsorglich verstärkt – doch alles sei glatt gegangen.
Kunz hofft, dass sich nun noch die Impfbereitschaft des Personals erhöht. „Es war halt wegen der Weihnachtsfeiertage nicht jedem möglich, sich vorher noch bei seinem Hausarzt beraten zu lassen.“ Sie geht aber davon aus, dass dies in den nächsten Wochen passiert und dann die Quote deutlich höher sein wird. Da der Termin mit dem mobilen Team vorbei ist, müssen diese Mitarbeiter sich einen Termin beim Impfzentrum geben lassen – sobald das Reservierungssystem des Landes in die Gänge kommt.
Kunz sagte auch, dass die nächsten drei Wochen bis zur zweiten Impfung besondere Wachsamkeit bedeuteten. „Wir hatten bislang keinen Corona-Ausbruch, hatten mit der Impfung gerade jetzt also eine Punktlandung. Doch wenn jetzt einer käme, bevor die Menschen durch die zweite Impfung richtig geschützt sind, wäre alles umsonst gewesen.“ So darf auf absehbare Zeit kein Besucher mehr ins Heim, ohne einen Schnelltest abzulegen.
Zwei noch nicht fertig
Im Waldmohrer „Haus am Schachenwald“ laufen die Vorbereitungen noch. „Wir sind derzeit noch nicht impfbereit. Bevor wir Impfbereitschaft melden können, müssen sich unter anderem noch Angehörige der Bewohner mit den jeweiligen Hausärzten in Verbindung setzen. Die entscheiden, ob der Bewohner geimpft werden kann“, erklärte Einrichtungsleiterin Regina Nosseck.
Ursprünglich sei geplant gewesen, bis zum 4. Januar impfbereit zu sein. Das verzögere sich nun aber doch noch, so Nosseck. Rund 75 Bewohner wohnten derzeit in der Waldmohrer Einrichtung. „Dazu kommen, inklusive Hauswirtschaft, noch einmal rund 75 Mitarbeiter.“
Im Wolfsteiner „Haus Königsland“, betrieben von der Protestantischen Altenhilfe Westpfalz (PAW), wird es ebenfalls noch etwas dauern, bis die laut PAW rund 50 Bewohner und 40 Mitarbeiter geimpft werden können. „Im Haus ist alles vorbereitet. Wir haben auch schon mit den Bewohnern, Betreuern und Angehörigen gesprochen, und ein Großteil hat der Impfung bereits zugestimmt. Was aber noch fehlt, sind die Abstimmungsgespräche mit den Hausärzten“, sagte PAW-Geschäftsführer Klaus Zimmermann auf Anfrage. Das gestalte sich „zwischen den Jahren“ zwar recht schwierig, man wolle aber „so schnell wie möglich“ impfbereit sein.