Kreis Kusel Ziel: Gutes Ergebnis für Deutschland

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Schönenberg-Kübelberg. Ein stetiges Surren der Stahlseile hallt durch die Turnhalle der Grundschule in Schönenberg-Kübelberg. Die Seile der Rope Skipper sind für das Auge kaum sichtbar. Die fünfköpfige Gruppe um Trainer Amir Salihi trainiert derzeit sechsmal pro Woche. Denn sie steckt mitten in der Vorbereitung auf den ganz großen Auftritt: Am Freitag reist das Team des TV Kübelberg zur Weltmeisterschaft nach Hongkong (China).

Es sind nur einige Wortfetzen, die Amir Salihi vor sich hin murmelt. „Seitwärts, Flickflack, Spagat, invers.“ Hochkonzentriert geht er seine Freestyle-Choreografie in Zeitlupe durch, ehe rund 20 Sekunden später Musik aus den Lautsprechern hallt. Dann springt, turnt, rennt der 20-Jährige über den Hallenboden und baut auch einen Rückwärtssalto und eingesprungene Liegestütze in die Vorführung ein, die nach rund 70 Sekunden mit einer Flugrolle endet. „Der Schluss war etwas hektisch, oder?“, fragt Salihi seine Mannschaftskameradinnen völlig außer Atem. „Das passt so, du musst nur ruhigbleiben“, antwortet Arlinda Qoroviqi. Salihi hat sich als Viertplatzierter bei den deutschen Meisterschaften in Frankenthal als einziger Springer aus dem Landkreis für die Einzel-WM in Hongkong qualifiziert. Die Kübelberger Mannschaft nimmt am gemischten Teamwettbewerb teil. „Am Freitag geht es los“, sagt Salihi, der gemeinsam mit Michele Amrani, Denise Tynek, Selina Tynek und Arlinda Qoroviqi die weite Reise nach China antritt, um bei der WM von 1. bis 3. August zu starten. Entsprechend hoch ist derzeit das Trainingspensum der Rope Skipper. Bis zu sechsmal pro Woche trifft sich das Fünferteam dieser Tage in der Schulturnhalle. „Wir arbeiten vorrangig an den Freestyles“, verrät der Übungsleiter und stellt sich wenig später im Vierer-Team erneut auf, um die sogenannte Double-Dutch-Choreografie weiter einzustudieren. Dabei werden zwei etwa acht Meter lange Seile in entgegengesetzter Richtung geschwungen und zur Musik passende Figuren in die Vorführung eingebaut. „Hopp, hopp, hopp“, feuert Salihi immer wieder an. Seine Zwischenrufe sind allerdings auch als Taktangabe gedacht. Doch nicht immer läuft alles glatt. „Wir haben vor allem bei den Wechseln Hänger, die Sprünge klappen eigentlich“, wird in einer kurzen Pause analysiert. Zwischen den Versuchen wird es lauter. „Du muss mehr entgegenkommen“, fordert Salihi von Michele Amrani. „Viel weiter geht nicht“, kontert die 19-Jährige. Der Druck ist dem Quintett deutlich anzumerken. „Wir wollen nicht nur für Kübelberg, sondern auch für Deutschland ein gutes Ergebnis erzielen“, sind sich alle einig. Ein Plätzchen unter den ersten 15, das wäre schon etwas. Ansonsten geht es mehr darum, eigene Rekorde zu brechen und die Erfahrung der Weltmeisterschaft zu genießen. Immerhin zahlt die Gruppe 1600 Euro pro Person, um am Wettkampf teilzunehmen. „Die hat der Verein vorgelegt, aber wir versuchen, das über Sponsorengelder wieder hereinzubekommen“, erklärt Amir Salihi. Den gesamten Betrag habe das Quintett allerdings noch nicht wettmachen können. „Das ist jetzt der allerletzte Versuch“, ruft Denise Tynek in die Runde. Anfangs sieht alles gut aus. Die ersten Figuren und Übergaben funktionieren problemlos, doch als das lange Seil unter Tynek und Salihi durchschwingen soll, die beide in der Liegestütz auf dem Boden lauern, bleibt es erneut hängen. „Vielleicht sollten wir einfach die Passage streichen“, schlägt Salihi vor, seine Mitstreiterinnen sprechen sich aber dagegen aus. Schnell werden die Gummi- gegen Stahlseile getauscht, um die Speed-Disziplinen zu trainieren. Aus dem Lautsprecher ertönt ein Startsignal, und die Seile surren so schnell, dass sie mit bloßem Auge nicht mehr zu erkennen sind. Arlinda Qoroviqi orientiert sich beim Zählen nicht am Seil, sondern an den Füßen. „Tempo halten“, rät sie Denise Tynek, der die Anstrengung nach 20 Sekunden deutlich anzusehen ist. „Das sieht gut aus“, lobt Qoroviqi. „Die Speed-Disziplinen trainiert man das ganze Jahr, das ist die konditionelle Grundlage“, sagt Salihi. Bis zur Abreise am Freitag werden wohl vor allem die Freestyles verschärft geübt. (hlr)

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