Schönenberg-Kübelberg
„Zeitgemäß und attraktiv“: Was sich am Ohmbachsee noch verändern soll
Als „größte zusammenhängende Seefläche der Westpfalz“ wird er oft angepriesen: der Ohmbachsee. Von Einheimischen wie Ausflüglern von weiter her wird er gerne aufgesucht – zum Spazieren mit dem Hund, zum Entspannen bei einem Gläschen Wein, zum Tretbootfahren mit der Familie. Der See soll seinen Besuchern künftig noch mehr bieten – dabei werden auch Menschen mit Einschränkungen in den Blick genommen.
„Wir wollen den Ohmbachsee zeitgemäß und attraktiv gestalten“, sagt Christoph Lothschütz, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Oberes Glantal. Die VG ist unter anderem für den Erhalt und die Pflege des Sees zuständig. Dem ein oder anderen Spaziergänger ist vielleicht schon aufgefallen, dass kürzlich neue Sitzgruppen errichtet wurden: vier auf der Grieser Seeseite, zwei auf der Sander Seite. Sie bestehen laut Lothschütz aus Recyclingmaterial – eine bewusste Entscheidung, zumal sie umweltfreundlicher und einfacher zu pflegen seien. Anfang Mai seien die Bänke samt Tischen aufgestellt worden. „Die Sitzgarnituren ersetzen ihre Vorgänger, die alt und bereits verfault waren“, sagt der CDU-Politiker. Die Volksbank Glan-Münchweiler hat für die neuen Exemplare rund 10.000 Euro gespendet.
Auf Spenden und Fördergelder angewiesen
„Solche Spenden sind für uns sehr wichtig“, verdeutlicht der Bürgermeister. Wenn die VG touristische Projekte rund um den See angehe, fielen diese in den Bereich der freiwilligen Leistungen – „und da müssen wir uns leider sehr zurückhalten, weil wir ja umlagefinanziert sind.“ Das bedeutet: Die ohnehin schon klammen Ortsgemeinden würden bei größeren Maßnahmen am See stärker belastet.
Stattdessen soll aus verschiedenen Fördertöpfen Geld für Projekte rund um den Ohmbachsee fließen: So etwa ist geplant, den Rundweg mit Solarbeleuchtung auszustatten – die Mittel dafür sollen aus dem Regionalen Zukunftsprogramm des Landes, „Regional.Zukunft.Nachhaltig“, kommen. Aus dem gleichen Topf soll eine Seilzugfähre finanziert werden, mit der man von der einen Seeseite auf die andere gelangt. „Man kann sich das so ähnlich vorstellen wie auf dem Barfußpfad in Bad Sobernheim“, sagt Lothschütz. Dort zieht man sich selbst mitsamt der Fähre an einem Seil von einem Ufer der Nahe zum anderen. Einer Übersicht über die Projekte des Regionalen Zukunftsprogramms der VG Oberes Glantal ist zu entnehmen, dass für die Fähre 70.000 Euro veranschlagt sind, für die Beleuchtung des Rundwegs 150.000. Wann es zur Umsetzung dieser beiden Projekte kommt, ist laut Lothschütz noch unklar.
Digitale Infostelen, erweiterter Spielplatz
Auch könne er noch nicht sagen, wann die beiden sogenannten digitalen Stelen – eine auf jeder Seeseite – errichtet werden, die Besucherinnen und Besucher künftig am Ohmbachsee empfangen sollen: „Sie sind aber wohl das nächste Projekt am See, das umgesetzt wird.“ Die Stelen sollen wichtige Informationen auf einen Blick bieten, etwa zu Veranstaltungen und Freizeitmöglichkeiten. Für diese Neuheiten – vergleichbar mit Werbetafeln – sollen Mittel aus dem Smart-City-Projekt des Landkreises, „Land L(i)eben“, fließen, ebenso für eine mögliche Digitalisierung des Fischlehrpfads.
Vergrößern soll sich der Wasserspielplatz auf der Grieser Seite: Der Teil unterhalb des Kiosks, den es bereits gibt, wird laut Plan um einen Spielbereich auf der anderen Seite des Wegs – beim Tretbootverleih – erweitert. Dieser richtet sich insbesondere an Kinder mit Handicaps. Geplant sind eine spezielle Schaukel und ein Spielsteg, der an eine Schiffsanlegestelle erinnert, zudem drei Fitnessgeräte, die die Motorik fördern sollen. Auf dem bereits existenten Spielplatz soll unter anderem die Matschanlage erneuert werden, zudem ist ein Balancierparcours vorgesehen. Die Rutsche soll ein neues Podest erhalten. Klettern, Rutschen, Springen, Spielen mit Matsch und Sand: All das verbindet der neue obere Spielbereich nach der aktuellen Planung. Naturnah und weitläufig soll er gestaltet sein.
Die Neuerungen am Spielplatz sollen durch das Leader-Programm unterstützt werden – mit Ausnahme der zusätzlichen Fitnessgeräte im unteren Bereich, die unter das Smart-City-Projekt fallen, wie der Bürgermeister auseinandersetzt. Leader-Mittel sollen allerdings noch in eine Instandsetzung der Technik an den Eventplätzen fließen – mit anderen Worten: Wenn Bands am Ohmbachsee spielen, braucht es eine zuverlässige Stromversorgung.
Zertifizierung des Rundwegs nötig
Christoph Lothschütz zufolge ist auch angedacht, die Tretbootflotte am See zu erweitern und das Kneippbecken (Grieser Seite) zu erneuern, das sich in einem desolaten Zustand befinde. Diese Vorhaben sollen wiederum durch das Regionale Zukunftsprogramm gefördert werden. „Der Punkt ist, dass ich die Maßnahmen rund um den See im Rahmen dieses Programms nur umsetzen kann, wenn dort ein zertifizierter Wanderweg verläuft, was aktuell nicht der Fall ist“, erklärt Lothschütz, der sein Unverständnis für diese Bedingung nicht verhehlen kann. Nun werde geprüft, ob die Zertifizierung des Rundwegs möglich ist: „Es sieht wohl so aus, dass auf einem Teilstück parallel zum Rundweg noch ein naturnaher Pfad angelegt werden muss.“
Der im Jahr 1975 angelegte Ohmbachsee hat mehrere Funktionen: Zum einen dient er als Regenrückhaltebecken. In der kalten Jahreszeit, wenn die Niederschlagsmenge höher ist, wird das Wasser stets bis zu einem gewissen Level abgelassen. Zum anderen ist der See als Naherholungsanlage gedacht. Touristisch soll er nicht überladen werden, macht Lothschütz deutlich, die Einheimischen sollen sich trotz geplanter Veränderungen am See nach wie vor wohlfühlen. Der Bürgermeister spricht von einem „ausgewogenen Verhältnis zwischen Tourismus und Naherholung“. Dem ein oder anderen Veranstalter großer Events, der Interesse am Ohmbachsee signalisiert habe, habe die Verbandsgemeinde deshalb schon Absagen erteilen müssen: „In den letzten fünf Monaten war das zweimal der Fall“, sagt Lothschütz.