Kusel
Yeah-Yeah-Festival in Hinzweiler steigt wieder
Das Yeah-Yeah-Festival in Hinzweiler war ganz klar zu einer beliebten Tradition im kleinen Kuseler Örtchen geworden. „Wir haben die Veranstaltung ursprünglich ins Leben gerufen, weil wir damals alles junge Kerle waren, die gelangweilt von den wöchentlich wiederkehrenden Dorfveranstaltungen mit Coverbands waren, die Woche für Woche das gleiche Programm spielten“, erinnert sich Gründungsmitglied und Hauptorganisator des Festivals, Mario Gailing. „Wir wollten einfach eine Alternative anbieten.“
Zufälligerweise hatte der SV Hinzweiler damals scheinbar den gleichen Wunsch. „Der Verein hat uns 2006 angeboten, die Königslandhalle für eine Veranstaltung zu nutzen, was wir dann auch wahrgenommen haben. So kam es, dass am 23. Dezember 2006 das erste Yeah-Yeah-Festival mit zahlreichen DJs stattgefunden hat. Wir hatten noch keine Vorstellung davon, wie viele Leute kommen würden und waren dann völlig überrascht, als sich am Einlass eine Schlange bis weit vor die Eingangstür bildete.“
2006 aus der Taufe gehoben
Zehn Jahre lang ging das so. 300 bis 400 Besucher standen jährlich an. Es wurde fröhlich getrunken, gefeiert und gute Musik gehört – zuerst nur mit DJs, später auch mit echten Bands, teilweise aus England, Dänemark und anderen Einzugsgebieten. Das Festival wurde quasi zur einzigen Möglichkeit, solche Bands und solche Musikrichtungen auf dem Land live erleben zu können. „Vor allem sind wir mit 16 Euro für fünf Bands auf der Hauptbühne und drei DJs auf der Elektrobühne deutlich preiswerter als eine Dorfmusik, wo man für eine Band mittlerweile schon acht bis zehn Euro zahlt.“ Bis das Veranstalter-Team um Gailing eines Tages keine Lust mehr hatte. 2016 wurde der letzte Ton gespielt und es war erst mal Schicht im Schacht auf der ländlichen Live-Bühne.
Es hätte dabei bleiben können. Wenn 2021 nicht die Festival-Premiere vor 15 Jahren angestanden hätte. Und weil die Kumpels von damals – inzwischen teilweise Familienväter – nach all den Strapazen um die Pandemie erst recht Bock hatten, wieder mal so „richtig auf den Putz zu hauen“, kündigten sie eine einmalige Jubiläumsausgabe an. Nur haute dann Corona noch etwas deftiger auf den Putz und die Feier musste verschoben werden – auf den nun 24. September 2022. „Einbußen durch die Verschiebung hatten wir nicht, weil wir das frühzeitig mit allen Beteiligten besprochen haben und auch die Bands und Sponsoren allesamt dabeigeblieben sind.“ Nur die Organisation war damals schon im Endspurt und es war „natürlich ärgerlich, dass die Arbeit teilweise umsonst war.“
Auch die Band VUG aus Berlin dabei
Die Organisation in diesem Jahr steht – noch – unter einem einigermaßen guten Stern. Sofern das aktuell launenhafte Wetter mitspielt. „Wir liegen voll im Zeitplan. Auch das Lineup blieb bis auf eine Band gleich. Aber mit VUG aus Berlin haben wir einen überragenden Ersatz gefunden. Alle anderen Bands und DJs sind die, die wir für das letzte Jahr gebucht haben“, verspricht Gailing. Und so wird die Rockbühne in der Königslandhalle ab 20 Uhr immer wieder aufs Neue live bespielt: von Dizzy Dizzy aus Saarbrücken (20 bis 20.45 Uhr), Filistine aus Nürnberg (20.55 bis 21.40 Uhr), VUG aus Berlin (21.50 bis 22.40 Uhr), Paralyzed aus Bamberg (22.50 bis 23.50 Uhr) und Beyond The Doors aus Zweibrücken (0 bis 2 Uhr). Auf der Elektronikbühne werden Eddi Rodriguez und Daniele Tripaldi von 11line aus Kaiserslautern auflegen und einen Special Guest mitbringen.
Warum Yeah-Yeah-Nostalgiker und neue Besucher dieses Jubiläum nicht verpassen sollten? „Weil wir wieder großartige Musiker gebucht haben und für jeden, der gerne handgemachte oder elektronische Musik hört, etwas dabei ist.“ Und „weil es in naher Zukunft kein Festival mehr geben wird. Eventuell zum 20. Geburtstag wieder – wenn wir uns motivieren können“, wirft Gailing jetzt schon voraus.
Info
Das Festival beginnt um 20 Uhr in der Königslandhalle in Hinzweiler. Tickets gibt es ganz unkompliziert via Whatsapp unter der Nummer 0176 63877766, im Vorverkauf für 16 Euro und an der Abendkasse für 18 Euro.