RHEINPFALZ-Sprechstunde Yasemin Kaynak beantwortet Fragen zu Bandscheibenproblemen

Yasemin Kaynak beantwortet am Mittwoch in der RHEINPFALZ-Sprechstunde Fragen der Anrufer zu Bandscheibenproblemen.
Yasemin Kaynak beantwortet am Mittwoch in der RHEINPFALZ-Sprechstunde Fragen der Anrufer zu Bandscheibenproblemen.

Zwischen 170.000 und 180.000 Menschen erleiden jedes Jahr in Deutschland einen Bandscheibenvorfall. Und: Es trifft vermehrt Jüngere. Fragen zu Bandscheibenvorfällen beantwortet Yasemin Kaynak, Leiterin der Abteilung Wirbelsäulenchirurgie am Westpfalz-Klinikum Kusel, am Mittwoch, 13. Oktober, am RHEINPFALZ-Telefon.

Bandscheibenvorfälle werden immer mehr zu einer Volkskrankheit in Deutschland. Und sie treffen nicht nur die Patienten, die mit ihren Schmerzen umgehen müssen, sondern auch die Wirtschaft. Denn fünf bis sechs Prozent aller Krankschreibungen sind laut Kaynak bedingt durch einen Bandscheibenvorfall. Meistens an der Lendenwirbelsäule, weil dort die Belastung am höchsten ist, aber oft auch im Hals- oder Brustbereich.

Bandscheiben bestehen aus einem bindegewebsartigen Faserring und einem weichen gallertartigen Kern. Sie sitzen zwischen den Wirbeln und sollen Belastungen abfedern – ähnlich wie Stoßdämpfer am Auto. Allerdings verlieren die Bandscheiben speziell im Alter Elastizität. In der Folge kann das Gewebe reißen und der Kern heraustreten. Zumeist drückt er dann auf den Nerv, kann daher auch Schmerzen im Bein und sogar Lähmungen auslösen.

Zehn Minuten helfen schon

Bandscheibenvorfälle sind laut Kaynak zum einen eine Sache der Veranlagung, zum anderen aber immer mehr in der heutigen Zeit eine Folge falscher Belastung und fehlender Bewegung. „Zehn oder 15 Minuten ein paar Übungen nach dem Feierabend – das würde schon helfen“, sagt die Wirbelsäulenspezialistin.

Aber: Kommt es zum Vorfall, dann rät die Ärztin dringend davon ab, sich mit Übungen Linderung verschaffen zu wollen. „Dann muss zuallererst der Schmerz therapiert werden“, sagt sie. Die Bandbreite der Möglichkeiten sei hier groß und erprobt. Nur bei ein bis zwei Prozent der Betroffenen, so schätzt sie, helfe dauerhaft weder eine Schmerztherapie noch Gymnastik. Diese Menschen müssen dann ins Krankenhaus, um entweder vorübergehend ruhiggestellt zu werden, um Spritzen in die Nervenwurzeln zu bekommen oder, im schlimmsten Fall, operiert zu werden.

OP als letzte Möglichkeit

Kaynak räumt aber auch mit der Meinung auf, wer häufiger Bandscheibenvorfälle habe, der fahre am besten, wenn er sich Wirbel versteifen lasse. „Da kommen meist noch andere Erkrankungen der Wirbelsäule hinzu, wenn man das macht.“ Tatsächlich sei eine Operation nur die letzte Möglichkeit, nachdem alle anderen Therapien ausgereizt worden seien.

Sprechstunde

  • Yasemin Kaynak ist am Mittwoch, 13. Oktober, von 11 bis 12.30 Uhr unter der Telefonnummer 06381 921218 in der RHEINPFALZ-Redaktion für Fragen zu den Bandscheiben erreichbar.

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