Kreis Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Wochenendkolumne – Torben Müller nimmt Abschied

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Ach, komm..., „niemals geht man so ganz“ – das nehm ich beim besten Willen nicht, obwohl es laut Google eines der Top-Zitate für Abschiedsreden ist. Soll ich wirklich das allwissende Netz zurate ziehen, um meine abschließenden Worte an Sie, liebe Leserinnen und Leser der „Westricher Rundschau“, und an meine Kollegen zu richten?

Wobei, diese Ratgeberseite hier sieht ganz hilfreich aus: keine Zitate, aber grundlegende Anweisungen, was nun zu tun ist. Ich soll die goldene Mitte finden zwischen professionell (aber nicht zu sachlich) und emotional (aber nicht allzu pathetisch). Mit einer positiven Marke aus der Drehtür verschwinden. Tiefe Dankbarkeit soll ich beweisen, aber gleichzeitig auch Größe. Okay, da wird mir schon die Anleitung für meine nicht allzu pathetische Rede zu pathetisch.

Ich denke, ich sollte das doch lieber aus dem Bauch heraus machen: Fast zehn Jahre lang – das ist immerhin knapp ein Viertel meines Lebens – hat mich der morgendliche Dienstweg in die Kuseler Redaktion geführt. Oder zu Terminen, Gesprächen, Veranstaltungen in anderen Teilen des riesigen Landkreises, der so unterschiedliche Facetten hat – klar, liegt doch zwischen Breitenbach oder Waldmohr im Süden und Kappeln oder Odenbach im Norden nahezu eine ganze Autostunde.

In zehn Jahren sind all diese Facetten zu einem unverzichtbaren Teil meines Lebens geworden. Zugegeben, als Lauterer und in jungen Jahren überzeugter Städter war’s für mich eine echte Umstellung, Tag für Tag in ein solch ländlich geprägtes Arbeitsumfeld einzutauchen. Doch rückblickend hat es wirklich nicht lange gedauert, bis ich zu einem echten Verfechter des Landkreises Kusel geworden bin – und zu einem Streiter für ihn.

Das hat selbstredend auch viel mit den ungezählten Begegnungen mit den Menschen hier in der Region zu tun. Mit den RHEINPFALZ-Lesern, die unsere Arbeit mit Lob, Kritik und Anregungen begleiten, die sich für die Geschehnisse, die Veranstaltungen, die Unternehmen und die Lokalpolitik aus ihrer Umgebung so viel mehr interessieren als es im urbanen Umfeld der Fall ist. Und auch mit vielen der Entscheidungsträger, in Politik wie Wirtschaft, in Vereinen wie Verbänden, mit denen ich in den vergangenen Jahren immer wieder zu tun hatte. Da lief fast immer alles mit gegenseitigem Respekt ab, so wie es sein soll. Es liegt in der Natur der Sache, dass der Journalist und diejenigen, über die er berichtet, nicht immer einer Meinung sind. Klar, da gibt’s auch mal Diskussionen, doch die haben nie die sachorientierte Ebene verlassen, und am Ende stand und steht stets die Erkenntnis, dass jeder seinen Job macht.

Für mich steht jetzt ein wenig Urlaub an, in dem ich – weil auch die Kita Ferien hat – dennoch voll gefordert sein werde. Allerdings sind das Aufgaben, auf die ich mich freue. Ich will mir in den kommenden Wochen aber auch Zeit nehmen für den einen oder anderen Abschiedsbesuch im Kreis Kusel. Terminvorschläge sind willkommen.

Ebenso sehr freue ich mich auf die neue Aufgabe, die auf mich wartet. Die führt mich – wie könnte es anders sein bei all der Begeisterung für Natur und Dorfleben – in einen benachbarten Landkreis, zur „Donnersberger Rundschau“. Schön, dass es viele Themen gibt, die meine alte wie die neue Wirkungsstätte betreffen, so dass ich weiterhin viel mit den Kollegen aus Kusel zusammenarbeiten darf. Die werden mir – auf diesem Wege gebe ich’s dann halt doch zu – nämlich auch ein bisschen fehlen.

Und damit genug gedankt, sogar ganz ohne Internet-Unterstützung. Das Bedanken überlasse ich den echten Profis. Andreas Müller zum Beispiel, dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein. Der bedankt sich in dieser Woche auf der Titelseite der Rundschau mit Amtsblatt bei all jenen, „die sich an die bestehenden Verkehrsregeln halten“. Besonders bei den Verkehrsteilnehmern, „die ordnungsgemäß parken“. Müller bedankt sich auch im Namen „aller Kinder, Mütter/Väter mit Kinderwagen, Senioren/innen mit Rollatoren, Rollstuhlfahrern und denjenigen, die durch ordnungsgemäßes Parken den Gehweg nutzen können“. Das sind wohl eine ganze Menge Menschen. In diesem Sinne: Machen Sie’s gut, und parken Sie richtig!

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