Meisenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Wie Bito die Probleme von morgen lösen will

Der repräsentative Campus mitten in Meisenheim.
Der repräsentative Campus mitten in Meisenheim.

Visionen werden eher in kreativen Umgebungen geboren. Das ist das Konzept, das hinter dem Bito-Campus in Meisenheim steht. Der Lagertechnik-Spezialist mit einem Kunststoffwerk in Lauterecken und einem Stahlwerk in Meisenheim wagt im Gebäude der ehemaligen Volksschule einen Blick in die Zukunft.

„Wir wollen die Probleme lösen, die der Kunde noch gar nicht kennt“, erklärt Sabine Bittmann, Geschäftsführerin der Bito Campus GmbH. Forschung bei der Bito-Lagertechnik im Stammwerk in Meisenheim oder im Kunststoffwerk in Lauterecken ist nah am Produkt und nicht selten auch vom Kunden ausgelöst. Am Campus geht es darum, fern ab vom Tagesgeschäft und dem Produktionsdruck zu experimentieren. Hier sei man auf der Suche nach neuen Trends und Technologien, die weit über den Tellerrand hinausgingen, berichtet Bittmann.

Die Gründerfirmen, die Bito unterstützt.
Die Gründerfirmen, die Bito unterstützt.

2016/2017 ging es los mit dem Umbau der denkmalgeschützten Immobilie aus dem Jahr 1908, davor als Volksschule und Hotel genutzt. Ein Themenschwerpunkt ist zur Zeit die Pharmalogistik. Die Grundlage dafür, dass Bito beim Transport der Corona-Impfstoffe eine Vorreiterrolle übernahm, ist im Campus gelegt worden, als von einer Pandemie noch keine Rede war.

Kühlboxen für Pharma-Firmen

Die Campus GmbH ist mit ihren zehn Mitarbeitern auch zuständig für die 13 Wagniskapital-Beteiligungen des Konzerns. Eine davon ist Tec4Med aus Darmstadt, ein junges Unternehmen, das mobile Kühlboxen für die Pharma-Industrie und Notfall-Medizin herstellt.

Eine Bito-Pharma-Box im Einsatz für eine Klinik.
Eine Bito-Pharma-Box im Einsatz für eine Klinik.

Gründer Nico Höler macht deutlich, dass es dabei nicht nur um das Geld aus Meisenheim ging: „Ohne das Know-How, die Infrastruktur und auch die Vertriebskontakte von Bito hätten wir das nicht in der Zeit gepackt.“ Der Mehrwert von Bito: Das Unternehmen hat mittlerweile eine „intelligente“ Pharma-Box im Angebot mit Zugriffsüberwachung und unterschiedlichen Temperaturbereichen.

Auch Auslandskontakte

Die Partner kommen auch aus dem Ausland, so wie TeDaLoS aus Wien. Das Start-Up-Unternehmen aus Österreich hilft unter anderem Großhändlern, ihren Warenbestand online abrufen zu können. Sensoren können das Gewicht eines Behälters messen und in einer Cloud abspeichern. Auf diesen zentralen Speicher im Internet greifen die unterschiedlichsten Akteure bei Bedarf zu.

Für Gründer Thomas Tritremmel hat der Bito-Campus die Grundlage dafür gelegt, dass TeDaLoS sich Kontakte zu zahlreichen neuen Branchen erschließen konnte. Klar ist natürlich, dass auch die Bito-Lagertechnik ihren Kunden die Cloud-Lösung anbietet.

Die beiden Beispiele machen deutlich, dass der Campus nur der Ort ist, wo die Ideen gebündelt werden. Die Ideengeber sind teilweise in die ganze Welt verstreut. „Innovation ist auch von Meisenheim aus möglich“, ist sich das Bito Campus-Team sicher. In Zeiten der Digitalisierung muss kein Unternehmen seinen Sitz in einem Ballungszentrum haben. Der Campus ist Treffpunkt für Mittelständler, Freiberufler und Gründer zum regelmäßigen Austausch.

Auch Wohnen auf Zeit möglich

„Proceed – Startup meets Mittelstand“ nennt Bito seinen Expertenrunden, bei denen jüngst mit Christoph Keese vom Axel-Springer-Konzern ein Vordenker des digitalen Wandels in Deutschland von seinen Erfahrungen aus dem Silicon Valley berichtete, der Heimat von Apple, Google oder Facebook.

Und ganz nebenbei bietet das Campus-Gebäude auch Arbeits- und Wohnraum. Als Coworking-Ort können ganze Räume oder einzelne Schreibtische gemietet werden, Glasfaseranschluss inklusive. Touristen oder Freiberufler, die auf Zeit unterkommen wollen, können Zimmer oder Appartements mieten und sich ihren kreativen Zukunftsideen widmen.

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