Medard
Werkserweiterung von IGM kommt wichtigen Schritt voran
Seit Monaten hatte IGM die hydrologischen Voraussetzungen für den Bau im sensiblen Glantal von Fachbüros prüfen lassen – und zugleich die Frage, ob sich die Erweiterung am bisherigen Standort überhaupt wirtschaftlich realisieren lässt. Die Antwort lautet in beiden Fällen ja.
Am Montag haben die IGM-Geschäftsführer Michael Groß und Gunter Mohr ihre Pläne Landrat Otto Rubly, Verbandsbürgermeister Andreas Müller und Ortsbürgermeister Albert Graf vorgestellt. Rund 250.000 Euro hat IGM laut Groß in die Voruntersuchungen gesteckt, mehr als 40 Studien und Berechnungen anstellen lassen. Der wichtigste Punkt dabei: Wie lässt sich das Werk bauen, ohne dass es zu Hochwasser-Beeinträchtigungen sowohl aufwärts des Glans in Lauterecken noch abwärts in Medard und Odenbach kommen kann?
Zwei Hallen statt einer
Ergebnis der Arbeit: Es geht. Die Erweiterung lässt sich parallel zu den bisherigen Werkshallen bauen – allerdings nicht in der ursprünglich vorgesehenen Größe und etwas anders strukturiert. Die zusätzliche Produktions- und Lagerfläche soll nun weniger als 20.000 Quadratmeter umfassen, und statt einer Halle sollen es zwei werden, die über eine Brücke miteinander verbunden werden, sagte Groß am Dienstag der RHEINPFALZ. Die angepasste Planung sorge dafür, dass keiner beeinträchtigt werde. Frühere Überlegungen, die Erweiterung zum Teil auf Stelzen zu bauen, um einem eventuellen Hochwasser Raum unter der Halle zu geben, sind damit vom Tisch.
Diese Reduzierung der Fläche behebt nicht nur die hydrologischen Bedenken, sondern sie sei auch für eine stabile Mehrheit im Ortsgemeinderat notwendig, verlautete nach dem Termin. Denn es gibt in Medard auch einige kritische Stimmen. Hätte IGM die gesamte Fläche genommen, so wären dem Anliegen freundlich gesonnene Ratsmitglieder, die Eigentümer der nun nicht genutzten Flächen sind, wegen Befangenheit von der Abstimmung ausgeschlossen gewesen.
Behördentreffen im Juni
Laut Landrat Rubly, der die Pläne begrüßt, soll es nun voraussichtlich Mitte/Ende Juni einen sogenannten Scoping-Termin geben. Dazu wird die Kreisverwaltung alle relevanten Behörden einladen, um über eventuelle Probleme mit der Erweiterung zu reden und möglichst Abhilfe zu schaffen. Dies werde den Prozess bis zu einer Baugenehmigung erheblich verkürzen, sagte Rubly. Auch Groß zeigte sich zufrieden mit dem avisierten Vorgehen, das sich bereits bei Werk III als hilfreich erwiesen hatte.
Der Fassadenhersteller hatte sich schon kurz nach Eröffnung von Werk III im Spätsommer 2018 dank des boomenden Geschäfts Gedanken über die nächste Erweiterung gemacht und ein Ingenieurbüro damit beauftragt, mögliche Standorte zu prüfen. Am Ende landete IGM bei der Suche im Heimatort.