Kreis Kusel
Weitere Wolfsrisse im Landkreis Kusel?
Klinck hat seinen Standpunkt, dass der Landkreis Kusel flächenmäßig groß genug sei für bis zu drei Wölfe, verteidigt. Im vergangenen Jahr war er damit nach einem RHEINPFALZ-Artikel von Landwirten heftig kritisiert worden. „Ich stehe weiter dazu und bin ein Wolfsverfechter“, sagt Klinck und erklärt: „Die Tiere sind freiwillig gekommen und wurden nicht vom Menschen eingesetzt“. Zwei, drei Wölfe seien aus seiner Sicht okay – ein ganzes Rudel halte er dagegen für schwierig. „Das müsste man dann schon genau im Auge behalten und monitoren“, betont Klinck. Im April war der erste Wolfsriss im Landkreis Kusel nachgewiesen worden: In Brücken hatte ein Wolf zwei Schafe gerissen.
Wölfe müssten Angst vorm Menschen haben
Klinck fordert, dass möglichst gut überwacht werde, dass sich die Wölfe von Menschen fernhalten: „Wenn man den Wolf verhätschelt wird er gefährlich.“ Das habe jüngst der Wolfsangriff auf ein Kind in den Niederlanden gezeigt. „Die Tiere müssen ihre Angst vor Menschen behalten und einen Bogen um ihn machen“, sagt Klinck. Es müsse möglich sein, „dass wir Tiere, die sich zu sehr an Menschen gewöhnen und ihre Scheu verlieren, schnell entnommen werden“. Die Wolfspopulation sollte reguliert werden. Daran, dass der Kreis Kusel Heimat für ein ganzes Rudel Wölfe werden könnte, glaub Klinck nicht: „Das gibt unsere Kulturlandschaft nicht her, dazu sind wir zu eng besiedelt.“ Wenige Wölfe, die Angst vorm Menschen haben, seien gut für die Biodiversität in einem Landstrich.
Laut Klinck werden im Koordinationszentrum Luchs und Wolf (Kluwo) in Johanniskreuz derzeit mehrere Gewebeproben getöteter Tiere aus dem Landkreis Kusel ausgewertet, bei denen der Verdacht besteht, dass ein Wolf sie gerissen haben könnte. Unter anderem aus der Nähe von Herschweiler-Pettersheim, Hinzweiler und Erdesbach, ebenso vom Truppenübungsplatz bei Baumholder.