Thallichtenberg Weihnachtsmarkt auf Burg Lichtenberg: Mittelalterlicher Start in den Advent

Es herrschte großer Andrang.
Es herrschte großer Andrang.

Am Samstag und Sonntag war es proppenvoll beim mittelalterlichen Weihnachtsmarkt auf Burg Lichtenberg. Die Kombination aus historischer Aufmachung und Start in die Adventszeit ließ so viele Leute herbeiströmen, dass mancher Essensstand am Sonntagmittag schon „ausverkauft“ verkünden musste.

„Das ist Loki, der Gott des Schabernacks“, stellte Sascha Salm seinen munteren Yorkshire Terrier vor. Zusammen besuchten sie den mittelalterlichen Weihnachtsmarkt auf Burg Lichtenberg am Wochenende. Der Rettungssanitäter aus Blieskastel war selbst als Magier „gewandet“. Den Weihnachtsmarkt auf der Burg erlebte er zum ersten Mal und begab sich gut gelaunt ins Gedränge. „Ich gehe auf Mittelaltermärkte, so oft mein Beruf es zulässt“, erzählte er in bester Stimmung.

Die herrschte auf dem ganzen Gelände. Stellenweise kam man kaum noch vorwärts, so viele Menschen waren gekommen, doch davon ließ sich niemand die gute Laune verderben. Etliche Gäste machten Späße darüber. Andere begrüßten alte Freunde und versuchten, sich einen Weg zu ihnen zu bahnen. Bereits auf dem Weg hoch zur Burg hatte sich der Verkehr gestaut, die Parkplätze waren völlig belegt, schließlich musste der Ordnungsdienst sogar Gäste wieder wegschicken.

Attraktion: Krippe mit echten Tieren

Unter den Besuchern waren viele „Gewandete“, viele davon auch mit Hunden; Kinder tollten munter dazwischen herum. Sie wurden direkt im Eingangsbereich am Samstagabend vom Weihnachtsmann „Mr. Sießschniss“ begrüßt. Viele Kinder wollten mit ihm ein Selfie machen. „Der Weihnachtsmann ist sehr gefragt“, bestätigte der große Mann im roten Mantel mit dem langen weißen Rauschebart. „Das Verlangen, endlich wieder rauszugehen, ist sehr groß. “

Speziell für Kinder hatte dieser mittelalterliche Weihnachtsmarkt noch eine andere Attraktion zu bieten, eine „lebende Krippe“ mit leibhaftigen Kühen und Schafen, die auf dem kleinen oberen Burghof aufgebaut war. Allerdings lagen die Tiere so weit weg, dass die Kinder sie zu ihrem großen Bedauern nicht streicheln konnten. Auch vor einem Stand mit Holzwerkzeugen standen viele Leute. Eine Mutter suchte sich noch einen Kochlöffel aus, ihr kleiner Junge betrachtete sichtlich stolz sein neues Holzschwert.

„Jedes mal ein Erlebnis“

Auch am Sonntag herrschte wieder reges Treiben. „Die Burganlage ist richtig schön“, sagte Thomas Kämmler aus Hirschberg an der Badischen Bergstraße. Der Wikinger war mit seinem bodenlangen grauen Mantel eine eindrucksvolle Gestalt. „Die ganze Atmosphäre hier ist toll. Wir waren im Sommer schon mal hier und es ist jedes Mal wieder ein Erlebnis“, erklärte er. „Ja, und auch die Organisation ist super“, ergänzte sein Freund Dirk Freier aus Kaiserslautern. „Ich bin hier eine Fantasiegestalt – wie ein Pferdeknecht, aber ohne Rock und stilechte Schuhe. Dafür war es mir heute zu kalt.“

Vor der Zehntscheune, direkt gegenüber eines Glühweinstands, spielte eine Blasmusikkapelle am Sonntagmittag Weihnachtslieder. Viele Gäste hörten zu, andere standen da und filmten das sich ihnen bietende Panorama mit ihren Smartphones. Zwischen den einzelnen Ständen brannten Holzfeuer, an denen man sich aufwärmen konnte.

Am Sonntagmittag ausverkauft

Für stilechte Mittelalter-Musik sorgten die Spilldeyvel – des Teufels Hofmusikanten aus Trier. „Wir sind drei Dudelsackspieler und zwei Trommler und spielen Eigenkompositionen, wie zum Beispiel ,Die Musica Diaboli’ oder ,Die Nacht der Walküren’“, erzählte „Marsilius“, einer der Spielleute. Der Dudelsackzug rund um die Burg erhielt später großen Beifall.

Reger Andrang herrschte vor den Ständen, an denen für das leibliche Wohl gesorgt wurde. An der Räucherkate war mittags schon alles ausverkauft, vor Heppers Suppenschmiede und einem Stand mit Crêpes hatten sich lange Schlangen gebildet.

Wie Thanksgiving

Im hinteren Burghof lockten Armbrust- und Bogenschießen vor allem Jugendliche. „Stärker ziehen, Füße nach da“, stellte ein Gewandeter einen Jungen in die richtige Position. Als Ziele dienten neben einer klassischen Zielscheibe auch Tierattrappen, wie ein Wildschwein und ein Fuchs.

Aber auch Besucher aus den USA bewunderten den Weihnachtsmarkt. „Wir kommen aus Denver in Colorado und besuchen unseren Sohn und seine Frau in Ramstein“, erzählte Jeff Price. „Ja, und auch unsere beiden Enkel sind in Kostümen“, sagte seine Frau Gilda. „Das ist ein Familientreffen hier, amerikanisches Thanksgiving.“

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