Kreis Kusel
Was nach fünf Jahren von den Corona-Maßnahmen geblieben ist
Bei der Volksbank Lauterecken ist fünf Jahre nach Ausbruch der Corona-Pandemie längst wieder Normalität eingekehrt. Abstandsregelungen, Plexiglasscheiben, zulässige Mindestanzahl von Besuchern, Einzelbüros, Impfnachweise – all das sei nach dem Ende der Pandemie wieder aufgehoben worden, sagt Vorstandsmitglied Harald Gabriel. Lediglich die Desinfektionsmittelspender seien noch vorhanden.
Aber andere Entwicklungen seien durch Corona beschleunigt worden. „Online-Banking wird zunehmend genutzt, dazu hat Corona erheblich beigetragen“, sagt Gabriel. Auch die Möglichkeit von Homeoffice werde mittlerweile insbesondere im Betriebsbereich verstärkt in Anspruch genommen; Arbeitszeiterfassung mit entsprechenden flexiblen Arbeitszeiten sei eingeführt und von den Mitarbeitern sehr gut angenommen worden. „Dies lässt sich auch nicht mehr zurückdrehen“, sagt Gabriel. Gesundheitsschutz und Prävention seien wieder etwas in den Hintergrund getreten. Zwar sei die Volksbank Lauterecken mit dem AOK-Zertifikat in Bronze „Gesundes Unternehmen“ ausgezeichnet worden, dies beziehe sich aber überwiegend auf gesündere Lebensweise, Bewegung oder Ernährung.
Maske ja, Schutzkleidung nein
In Arztpraxen seien aktuell keine besonderen Hygienemaßnahmen erforderlich, sagt Herbert Schmitt, Facharzt für Allgemeinmedizin (und andere Fachgebiete) mit Hausarztpraxis in Schönenberg-Kübelberg. „Jedoch bitten wir, und das Schreiben hängt an der Eingangstür, bei Hinweis auf Erkältung um telefonische Anmeldung, um den Fall zu schildern“, sagt er. Der Patient oder die Patientin müssten dann in den Praxisräumen einen Mundschutz tragen. Wenn Symptome nach Corona klingen, sollte sich der Patient ein Testkit aus der Apotheke besorgen, so der Arzt. Bis zur Auswertung des Tests bleibe der Patient zunächst vor der Praxistür, Kontakt mit ihm bestehe via Handy. „Also: Mundschutz ist erforderlich, aber keine Schutzkleidung“, fasst Herbert Schmitt zusammen.
Patienten mit Verdacht auf Infektionskrankheiten rät er, sich zu Hause auszukurieren. „Quarantäne reicht“, sagt Schmitt, eine Meldepflicht bestehe nicht. Eine Krankmeldung könne elektronisch ausgestellt werden, wenn die Versichertenkarte zum Datenabgleich vorliege. Ob sich nach Corona auch die Digitalisierung im Gesundheitswesen weiterentwickelt hat, etwa mit Videosprechstunden, um den persönlichen Kontakt zu reduzieren, kann Schmitt nicht allgemein, sondern nur für seine Praxis beantworten. „Die Videosprechstunden sind bei uns technisch möglich, das heißt durchführbar“, sagt Schmitt. Sie seien aber bislang noch nicht von Patienten angefordert worden.
Plexiglasscheiben zunehmend als Gängelei empfunden
Im Lebensmittelhandwerk seien schon vor der Corona-Epidemie hohe Hygienestandards Pflicht gewesen, sagt Lukas Braun, Mitglied der Geschäftsführung der Metzgerei Braun in Konken. Insofern habe sich kaum etwas verändert. „Hände waschen und desinfizieren gehören zu unserem täglichen Brot, wir haben nicht viel umstellen müssen“, sagt er. Strenge Richtlinien galten schon vor Ausbruch der Virusinfektion und gelten heute immer noch, sagt er. Einige Corona-Schutzmaßnahmen seien in dem Metzgerei-Betrieb und seinen Filialen wieder zurückgedreht worden. In der Produktion arbeiteten die Mitarbeiter wieder enger zusammen, die Maskenpflicht sei entfallen, und in den Filialen seien die Schutzscheiben wieder entfernt worden.
„Für unsere Kunden ist es wichtig, Kontakt zu den Mitarbeiterinnen hinter der Theke zu haben. Die Kunden wollen nicht durch Plexiglas hindurch kommunizieren“, sagt Braun. Zuletzt hätten die Käufer die Schutzscheiben eher als Gängelei empfunden, deren Akzeptanz sei rapide zurückgegangen. Variabler – auch durch die Erfahrungen während der Corona-Zeit – sei die Einteilung der Arbeitszeit insbesondere in den Filialen geworden. „Wir sind offener geworden für private Wünsche“, sagt Braun. Da komme es schon mal vor, dass eine Mitarbeiterin aus familiären Gründen nur drei Stunden am Tag arbeitet.