Glan-Münchweiler / Lauterecken
Was die Volksbanken im Kreis Kusel zu Fusionsangeboten aus Kaiserslautern sagen
Einer möglichen Fusion – mit wem auch immer – haben die Vorstandsmitglieder der Volksbanken in Glan-Münchweiler und Lauterecken in den vergangenen Jahren immer wieder eine Absage erteilt. Kein Bedarf, hieß es aus dem Süden und Norden des Landkreises Kusel. Dass das Thema Bankenfusion jetzt trotzdem wieder aufploppt, dafür haben die Vorstandsmitglieder der Volksbank Kaiserslautern, Alexander Kostal und Peter Kullmann, gesorgt: Anlässlich der Vertreterversammlung der Genossenschaftsbank bezeichnete Kostal eine Fusion zu einer größeren Einheit als sinnvoll, auch mit Blick auf die immer stärker werdende Konkurrenz von Direktbanken.
Angrenzend an das Geschäftsgebiet der Volksbank Kaiserslautern, das sich in den Donnersbergkreis und den Kreis Südwestpfalz erstreckt, seien bereits etliche größere Häuser entstanden – auch in wirtschaftlich stärkeren Regionen wie Speyer, Alzey-Worms oder Mainz-Darmstadt. Das bereite Sorgen, so Kostal, gebe es doch in der wirtschaftsschwächeren Westpfalz mit Pirmasens, Glan-Münchweiler, Lauterecken und Kaiserslautern vier kleinteilige Häuser. Sein Vorstandskollege Peter Kullmann erinnerte daran, dass 1995 bundesweit rund 3300 VR-Banken existierten, heute seien es noch rund 700. Ein größerer Betrieb biete Vorteile, etwa in der Personalgewinnung oder auch bei Investitionen in Digitalisierung. Es wäre nicht die erste Fusion in der Geschichte der Bank: 2016 fusionierten die Volksbank Kaiserslautern-Nordwestpfalz mit Sitz in Kaiserslautern und die VR-Bank Westpfalz aus Landstuhl zur heutigen Volksbank Kaiserslautern.
Glan-Münchweiler: Fusion nur bei Notwendigkeit
„Wir reden mit unseren Nachbarhäusern, aber Fusionen lassen sich nur zu zweit umsetzen“, sagt Kostal. Und das ist sein Dilemma. Die beiden möglichen Partner im Landkreis Kusel, die Volksbanken in Glan-Münchweiler und Lauterecken, zeigen kein Interesse an Fusionsgesprächen, wie eine Nachfrage der RHEINPFALZ ergab. Christian Dietrich, Vorstand der Volksbank Glan-Münchweiler, sieht als großen Nachteil einer Fusion die Aufgabe der Eigenständigkeit eines Unternehmens. „Größere Organisationen verlieren schneller die regionale Nähe zu Mitarbeitern und Kunden; Prozesse werden oft aufgebläht. Es muss daher einen triftigen Grund beziehungsweise eine Notwendigkeit geben, diese Nachteile in Kauf zu nehmen“, sagt Dietrich. So lange eine solche Notwendigkeit weder erkennbar noch absehbar sei, fehle die Grundlage für einen so fundamentalen Entwicklungsschritt wie eine Fusion.
Dennoch sei ihm bewusst, dass größere Häuser in verschiedenen Belangen zweifelsohne Vorteile gegenüber kleinen Häusern hätten. Die Ablehnung einer Fusion bedeute aber nicht eine Ablehnung der Zusammenarbeit. „Zu den meisten Nachbarbanken pflegen wir ein sehr gutes nachbarschaftliches Verhältnis und tauschen uns aus, insbesondere zu Themen wie Automatensicherheit und der Umsetzung aktueller regulatorischer Anforderungen“, sagt Dietrich.
Lauterecken: Trotz Fachkräftemangels Zusammenschluss kein Thema
Überregulatorik und Fachkräftemangel beschäftigen auch Joachim Wagner, Vorstandsmitglied der Volksbank Lauterecken. Das ändert aber nichts an seiner Grundeinstellung: „Eine Fusion ist für uns derzeit kein Thema“, sagt er. Deshalb fänden dazu auch keine Gespräche mit seinen Kollegen von der Volksbank Kaiserslautern statt – gleichwohl er mit Alexander Kostal darin übereinstimme, dass die Konkurrenzsituation mit Direktbanken anspruchsvoller werde. Alle Banken hätten die gleichen Probleme, Personal zu finden. „Auch wir suchen händeringend nach Nachwuchs“, auch Seiteneinsteiger seien willkommen, sagt Wagner. Wobei er zuletzt eine steigende Nachfrage nach Stellen bei der Volksbank Lauterecken registriert habe.