Schach RHEINPFALZ Plus Artikel Warum der Schachklub Lauterecken auf die Saison verzichtet

In wenigen Tagen dürfen die Schachspieler wieder an die Bretter. Die Turnierordnung hat sich durch einige Corona-Regeln veränder
In wenigen Tagen dürfen die Schachspieler wieder an die Bretter. Die Turnierordnung hat sich durch einige Corona-Regeln verändert. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss einen negativen Test vorweisen.

Schach: Bald geht der Spielbetrieb im Pfälzischen Schachbund wieder los – doch der Schachklub Lauterecken wird in dieser Saison dann nicht mehr dabei sein. Der Verein hat alle drei Mannschaften zurückgezogen und begründet das mit den Corona-Regeln.

Am 17. Oktober startet der Pfälzische Schachbund (PSB) in die neue Saison. Der Schachklub Lauterecken wird dann seit seiner Vereinsgründung vor 58 Jahren erstmals nicht dabei sein, wenn die Freunde des Königlichen Spiels ihre Spielrunden starten. Der Grund für den Rückzug liegt in der vom PSB-Präsidium beschlossenen coronabedingten Anpassung der Turnierordnung, erklärt der Klub.

Der 1963 gegründete Schachklub Lauterecken, dem aktuell 50 Mitglieder angehören, bot in der letzten Saison in der Bezirksliga, Kreisliga und der Kreisklasse A jeweils eine Mannschaft auf. Wie SKL-Vorsitzender Wolfgang Meyer auf Anfrage mitteilt, fiel bei einer Vereinsversammlung die Entscheidung, unter der neuen Turnierordnung nicht anzutreten. In der ersten Mannschaft gebe es einige Spieler, die nicht geimpft seien, da sie Nebenwirkungen befürchteten.

Freundschaftsspiele statt Liga

Die Turnierordnung schreibe jedoch vor, dass die ungeimpften Spieler einen negativen Coronatest vorweisen müssen. Die ungeimpften Spieler lehnten es aber ab, sich vor jedem Saisonspiel testen zu lassen, zumal die Schnelltests mit Kosten von ungefähr 20 Euro verbunden seien. Bei einem Verzicht auf diese Spieler hätten Spieler aus der Kreisliga und Kreisklasse aufrücken müssen – das hätte die Mannschaft stark geschwächt. Auch das „ganze Drumherum“ mit dem Tragen einer Maske im Spiellokal, dem Abstandhalten sei mehrheitlich abgelehnt worden, berichtet Meyer.

Von den vergangenen beiden Jahren sei das Vereinsgeschehen ein komplettes Jahr wegen Corona ausgefallen. Trotzdem habe es keine Austritte beim SKL gegeben. Es hätten sich sogar vier neue Schachfreunde angemeldet. Aktuell treffen sich laut Meyer zwischen fünf und zehn Spieler an den wöchentlichen Schachabenden. Da der Verein an der Schachsaison nicht teilnimmt, sollen verstärkt Freundschaftsspiele ausgetragen werden. Dort können die Mannschaften so zusammengestellt werden, dass die ungeimpften Spieler nicht zum Einsatz kommen müssen.

Dauerhafter Rückzug?

Zu Beginn des neuen Jahres will der SKL zudem ein zweites Mal ein Neujahrsblitzturnier veranstalten, sagt Meyer. Der SKL-Vorsitzende geht davon aus, dass im nächsten Jahr, wenn eine neue Spielrunde gestartet wird und alle Beschränkungen aufgehoben werden sollten, die Lauterecker Mannschaften wieder in ihren bisherigen Klassen spielen können. Sollten jedoch alle Mannschaften bis in die Kreisklasse B zurückgestuft werden, „dann werden wir unseren Verein von der PSB-Spielrunde für immer abmelden“, erklärt Meyer.

Auf die Abmeldung der Lauterecker Mannschaften angesprochen, erklärt PSB-Landessspielleiter Jan Wilk, dass der SK Lauterecken als einziger Verein im Verband seine Teams abgemeldet habe. Es sei zum Zeitpunkt der Abmeldung einiges zu beachten gewesen, um einen Mannschaftsbetrieb ordnungsgemäß durchführen zu können: eine Personenbegrenzung auf fünf Quadratmeter pro Person, Kontakterfassung und Abstandsgebot. Viele Vereine hätten damals gegenüber des PSB angemerkt, dass sie unter diesen Bedingungen nur bedingt spielen könnten. Mittlerweile seien die Vorschriften aber nicht mehr so streng, die 3G-Regel (geimpft, genesen oder getestet) gelte jedoch noch immer, so Wilk.

Selbsttests zählen laut PSB

Für die ungeimpften Spieler gebe es aber die Möglichkeit des Selbsttests am Spielort, den der Hygienebeauftragte jedes Vereins kontrolliert. Solche Selbsttests seien sehr günstig in Drogeriemärkten erhältlich, erklärt Wilk. Der Kauf dieser Tests würde auch vom PSB bezuschusst, so der Spielleiter weiter. Diese Information hätten die Vereine vom PSB erhalten können, darauf habe der Verband mehrfach hingewiesen.

Eine weitere Möglichkeit hätte es für den SK Lauterecken gegeben. Der Verein hätte, wie es andere gehandhabt haben, die Mannschaften in der nächsttieferen Liga anmelden können. Der SK Lauterecken könne dies zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht mehr nachholen, da die Anmeldefrist abgelaufen sei, erklärt Wilk.

Alle Lauterecker Mannschaften müssten nach aktuellem Stand in der übernächsten Saison somit in der untersten Spielklasse, der Kreisklasse B, antreten. Für den Verein ist möglicherweise noch ein Hintertürchen offen, ergänzt der Landesspielleiter. Der Schachklub könne beim Verband einen Antrag stellen, um nach der selbst auferlegten Pause wieder in der Bezirksliga einsteigen zu dürfen. Wenn alle betroffenen Vereine dem zustimmen würden, spreche nichts dagegen, dass der SKL in der Saison 2022/2023 wieder dort spielt. Die Aussicht darauf stuft er nicht als völlig unwahrscheinlich ein, denn in dieser Saison hätten einige Mannschaften auf einen Aufstieg verzichtet, da sie sich nicht zugetraut hätten, in der höheren Liga zu bestehen, sagt Wilk.

Aus dem Kreis Kusel sind in der am Wochenende beginnenden Runde noch folgende Mannschaften vertreten: Thallichtenberg (1. Pfalzliga, Bezirksliga, Kreisklasse B), Rammelsbach (Bezirksklasse, Kreisliga), Kohlbachtal (Bezirksklasse, Kreisklasse A) Ohmbach (Kreisliga), Wolfstein (Kreisliga).

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