Kreis Kusel Von der Melodika zum Akkordeon

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Toffel und Theo geben bei der Musikschule Fröhlich den Ton an. Die lustigen quietschgelben Knuddelgestalten sind bei der privaten Musikschule aus Altenkirchen Programm. Denn Musik soll fröhlich machen, wie das Credo des gleichnamigen Franchiseunternehmens lautet. Zusammen mit seiner Frau Rita will Michael Wagner genau das auf kindgerechte Art umsetzen.

Seit 2001 ist Michael Wagner mit der Musikschule Fröhlich vor allem im Süden des Landkreises Kusel aktiv. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, erzählt der 50-jährige gelernte Industriekaufmann. Bevor er sich mit der Musikschule selbstständig gemacht habe, habe er die Lage im Südkreis sondiert: „Es gab in der Verbandsgemeinde Schönenberg-Kübelberg keine Musikschulen an Kindergärten“, blickt er zurück. Auch Akkordeonspieler seien selten gewesen. Diese Marktlücke habe er schließen wollen. Ihre musikalische Karriere beginnen die „fröhlichen“ Musikschüler meist im Alter von etwa fünfeinhalb Jahren. In Gruppen von sechs bis acht Kindern lernen sie das Spielen der Melodika, ein Blasinstrument mit Klavier-Tasten. „Nach zwölf Monaten haben die Kinder etwa 25 Lieder gelernt“, berichtet Wagner. Die musikalische Ausbildung setzt sich mit dem Akkordeon fort. „Die rechte Seite des Akkordeons mit der Klaviatur kennen die Kinder dann ja schon von der Melodika“, schildert der Musikpädagoge. Insgesamt betreut die Musikschule derzeit rund 180 private Schüler. Etwa 25 lernen Melodika, Akkordeon wird von 55 Schülern besucht; es gibt auch Akkordeonorchester. Weitere 90 Schüler zwischen drei und sechs Jahren nehmen „MusiKunde“-Unterricht, bei den „MusiKids“ sind zurzeit zehn Kinder von eineinhalb bis drei Jahren aktiv. Ein Angebot für Babys solle demnächst wieder aktiviert werden, kündigt Wagner an. Selbst war Michael Wagner schon weit vor seinem Engagement für die Musikschule Fröhlich auf musikalischen Bühnen aktiv. Er lernte Gitarre und Saxophon und ist seit 1978 Chorleiter. Derzeit dirigiert er rund 100 Sänger in mehreren Chören. Den Kinderchor Altenkirchen übernahm er 1986. Ferner ist er Chorleiter beim Liederkranz Schmittweiler und Leiter von Kinder-, Jugend- und Frauenchor sowie Chor Vocale im Arbeitergesangverein Altenkirchen, bekannt durch die großen Neujahrsgalas. Aus seinem musikalischen Engagement entwickelte Wagner vor acht Jahren das wöchentliche Projekt „Sprachförderung durch Gesang, Musik und Bewegung“, an dem aktuell rund 350 Schüler in einer Grundschule und fünf Kitas beteiligt sind. Zudem bietet die Musikschule in acht Kitas musikalische Früherziehung ab etwa drei Jahren an. Wagners Musikschule ist über das Jahr bei vielen Veranstaltungen wie Weihnachtsmärkten und Dorffesten oder Ostermärkten präsent. Auch eigene Veranstaltungen würden organisiert, berichtet der Musiklehrer. Die Musikschule Fröhlich möchte musikalische Ausbildung für jedermann anbieten. „Jeder soll es sich leisten können und Spaß daran haben“, illustriert Rita Wagner, die ihren Ehemann beim Unterricht unterstützt. Apropos: Die Musikschule ist ein kleines Familienunternehmen. Denn auch Tochter Dana, derzeit in der Ausbildung zur Erzieherin, wirkt mit. Sie strebt überdies ein Musikstudium an. Das Büro der Musikschule befindet sich im Wohnhaus der Wagners in Altenkirchen. Der Unterricht selbst findet in fast allen Dörfern des Südkreises sowie über die Kreisgrenzen hinaus in Homburg und Lautenbach statt. Übungsorte sind etwa Kitas, Schulen und Bürgerhäuser. „Von acht bis acht sind wir montags bis freitags in Sachen Musik unterwegs“, erzählt Michael Wagner. „Im Vergleich zu einer öffentlichen Musikschule müssen wir mehr Engagement aufwenden“, fügt Ehefrau Rita hinzu. Dass die Kreismusikschule von der öffentlichen Hand gesponsert wird, finden die Wagners ungerecht. „Wenn wir mehr Geld hätten, könnten wir auch mehr für unsere Schüler tun“, stellt Rita Wagner klar. So habe es etwa kein Geld vom Kreis für eine Jugendreise der privaten Musikschule gegeben, bedauert sie.

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