Schönenberg-Kübelberg Vollsperrung in Schönenberg-Kübelberg: Erster von fünf Bauabschnitten startet im April

Die marode Schmittweiler Straße wird als erstes erneuert. Dann folgt die Saarbrücker Straße – die Durchgangsstraße.
Die marode Schmittweiler Straße wird als erstes erneuert. Dann folgt die Saarbrücker Straße – die Durchgangsstraße.

Straßenbauarbeiten in Kübelberg stehen bevor – zwei Jahre sollen sie dauern. Für Bürger entstehen weite Umwege. Das trifft auch Firmen zum Teil schwer. Was geplant ist.

Fast 200 Bürgerinnen und Bürger drängten sich am Mittwochabend im Bürgerhaus in Schmittweiler. Der Saal im Schönenberg-Kübelberger Ortsteil war überfüllt, viele Besucher verfolgten die knapp eineinhalbstündige Versammlung im Stehen. Der Grund für das große Interesse: Ab April beginnen umfangreiche Bauarbeiten an der Schmittweiler Straße, später in der Saarbrücker Straße – mit spürbaren Folgen für die Bevölkerung.

Ortsbürgermeister Thomas Wolf hatte eingeladen, um über das Projekt zu informieren. Gemeinsam mit seinen Beigeordneten, dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Oberes Glantal, Christoph Lothschütz, und Vertretern der Verwaltung stellte Johannes Linsmaier, der Technische Leiter der Werke, die Planungen vor.

Der Ärger im Publikum war spürbar. Mit seinem Appell an Fairness und Verständnis für die notwendigen Arbeiten gelang es dem Ortsbürgermeister, dass die Versammlung ruhig ablief.

Umwege von etwa 13 und 20 Kilometern

Das Vorhaben ist in fünf Bauabschnitte unterteilt – alle unter Vollsperrung. Eine Teilsperrung sei aus versicherungsrechtlichen Gründen nicht möglich, erläuterte Linsmaier. Die Unfallversicherung übernehme keine Haftung, wenn unter laufendem Verkehr gearbeitet werde; das Risiko für die Arbeiter sei zu groß. Im Kreis Kusel habe man in Konken bereits die Erfahrung gemacht, dass zunächst im Teilausbau gestartet wurde und nach Intervention der Versicherung auf Vollsperrung umgestellt werden musste.

Für Anwohner bedeutet dies: Während der Bauzeit können sie ihre Häuser nicht direkt anfahren. Hausmüll wird von den Baufirmen zu Sammelstellen gebracht, wo ihn die Müllabfuhr übernimmt. Besonders betroffen sind zunächst die Anlieger der Schmittweiler Straße, die täglich von rund 1800 Fahrzeugen befahren wird. Wer nach Schönenberg-Kübelberg möchte, muss über Dunzweiler und Waldmohr ausweichen – ein Umweg von etwa 13 Kilometern.

In den Bauabschnitten drei bis fünf wird zudem die Saarbrücker Straße voll gesperrt. Dort rollen normalerweise rund 20.000 Fahrzeuge pro Tag. Der Verkehr wird dann über Miesau, Vogelbach und Waldmohr umgeleitet – rund 20 Kilometer zusätzlich.

Ranker: 12.000 Euro Zusatzkosten im Monat

In der Fragerunde wurden Sorgen und Ärger deutlich. Bürger regten an, Feld- und Wirtschaftswege, etwa zum Sportplatz Schmittweiler, zur Verkürzung der Umwege freizugeben. Laut Linsmaier kommen als Umleitung jedoch nur Straßen infrage, die den zusätzlichen Verkehr aufnehmen können; Feld- und Wirtschaftswege seien dafür nicht geeignet. Ausnahmen gelten nur für Rettungsdienst und Feuerwehr.

Auch die Wirtschaft sieht Probleme. Jürgen Ranker, Betreiber eines Baustoffunternehmens in Schönenberg, rechnet durch längere Strecken, Maut und höheren Treibstoffverbrauch mit Mehrkosten von rund 12.000 Euro im Monat. „Dann kann ich das Unternehmen zumachen“, sagte er. Kürzere Routen seien für Schwerlastverkehr nicht zugelassen, stellte Bürgermeister Lothschütz klar.

Zwei Jahre Belastung stehen bevor

Zuhörer äußerten Bedenken zum Winterdienst auf den Umleitungsstrecken. Die Verantwortlichen versicherten, dass für sichere Straßen gesorgt werde.

Lothschütz, selbst aus Schmittweiler, sprach von einem „weinenden und lachenden Auge“: Zwei Jahre Belastung stünden einer dringend notwendigen Sanierung maroder Straßen gegenüber. Auch Ortsbürgermeister Wolf betonte die Notwendigkeit der Erneuerung. Man habe mit dem Landesbetrieb Mobilität lange verhandelt, um die Arbeiten in fünf Bauabschnitten nacheinander erledigen zu lassen und die Belastungen für die Bürger gering zu halten. Die Bevölkerung soll während der gesamten Bauzeit regelmäßig informiert werden.

Das Bauprojekt kostet laut Linsmaier 3,08 Millionen Euro und wird vom Waldmohrer Unternehmen Molter ausgeführt.

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