Lauterecken RHEINPFALZ Plus Artikel Volksbank im Süden auf Wachstumskurs

Die Zweigstelle der Volksbank Lauterecken im Bahnhofscenter in Otterbach.
Die Zweigstelle der Volksbank Lauterecken im Bahnhofscenter in Otterbach.

Das eine tun, ohne das andere zu lassen. Die Volksbank Lauterecken will weiter persönlich mit dem Kunden im Gespräch bleiben, aber auch telefonisch gut zu erreichen sein. Zum 1. Februar 2021 werden deshalb zusätzliche Mitarbeiterinnen eingestellt.

Die fünf „Neulinge“ müssen nicht eingearbeitet werden – sie arbeiten schon für die Volksbank im Service-Center in Otterbach, aber bislang für einen externen Dienstleister. Von diesem Partner übernimmt die Bank im nächsten Jahr das Personal.

Das Service-Center muss dazu noch nicht einmal umziehen. Es befindet sich nämlich in der ehemaligen Filiale in der Lauterstraße 18. Die Volksbank war 2013 umgezogen in einen gegenüberliegenden Geschäftskomplex am Otterbacher Bahnhof und hat dafür 700.000 Euro investiert. „Das neue Konzept funktioniert richtig gut. Deshalb steigen wir da nun auch als Arbeitgeber ein“, erklärt Vorstand Joachim Wagner.

Neue Kunden aus Wolfstein

Das Engagement im Süden des Verbreitungsgebietes ist Ausdruck des zunehmenden Geschäftsvolumens im Raum Kaiserslautern. „Da ist mehr Wachstum, vor allem bei den Baufinanzierungen möglich“, erklärt Vorstand Harald Gabriel. Deshalb hat in den 2019 sanierten Büroräumen in der Lauterstraße 18 auch ein Experte für Baufinanzierungen seinen Schreibtisch stehen. Die Volksbank Lauterecken hatte im Jahr 2000 die Raiffeisenbank Otterbach übernommen.

Zufrieden ist der Vorstand auch mit dem Standort Wolfstein, an dem die Lauterecker 2017 die Volksbank Kaiserslautern ablösten. „Wir haben das Gebäude übernommen, weil sich Kaiserslautern aus Wolfstein zurückziehen wollte“, erklärt Wagner. Den Kunden sei angeboten worden, auch die Bank zu wechseln, was einige getan hätten. „Das war alles ganz fair und mit der Volksbank Kaiserslautern auch so abgesprochen“, so Wagner.

Keine Fusionspläne

Neben Lauterecken, Otterbach und Wolfstein gibt es Geschäftsstellen in Offenbach-Hundheim, Olsbrücken und Becherbach. Reine Automatenstandorte gibt es in St. Julian, Odenbach und Sien (ein Automat bei einer Tankstelle).

Weder Filialschließungen noch eine Fusion – Gespräche mit den Kollegen aus Glan-Münchweiler waren vor einigen Jahren gescheitert – stehen für die kleinste Genossenschaftsbank in der Region auf der Tagesordnung. „Wir füllen eine Nische in einer strukturschwachen Region aus und würden uns unsere Stärke nehmen“, erklärt Wagner. „Kundennähe geht zunehmend verloren, auch bei Genossenschaftsbanken. Der persönliche Kontakt ist bei uns der große Wettbewerbsvorteil“, ergänzt Harald Gabriel.

Versammlung im Pferdestall

Die Lauterecker sind froh, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) davon abgerückt ist, Dividenden im Jahr der Corona-Pandemie zu untersagen. „Wir möchten in unserem 125. Jubiläumsjahr 4,5 Prozent auszahlen“, kündigt Wagner an. Im Vorjahr waren es noch 6,5 Prozent. Damals fand die Versammlung für die 3000 Genossen im Casino der Firma Karl-Otto-Braun (KOB) in Wolfstein statt. Da dort die Corona-Abstandsregeln nicht eingehalten werden können, geht es am 2. Oktober, 18 Uhr, jetzt in den Pferdestall nach Einöllen.

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