Nanzdietschweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Viele Infos an einem Ort: Was die Besucher der dritten Kreisseniorenmesse bewegte

Damit auch der Süden des Kreises Kusel berücksichtigt wird, fand die dritte Seniorenmesse nach Altenglan und Wolfstein in Nanzdi
Damit auch der Süden des Kreises Kusel berücksichtigt wird, fand die dritte Seniorenmesse nach Altenglan und Wolfstein in Nanzdietschweiler statt.

Bereits zum dritten Mal fand im Kreis Kusel die Seniorenmesse statt. Auch am RHEINPFALZ-Stand schauten viele Besucher vorbei, um ihre Meinung loszuwerden.

Manche machten es sich im hinteren Eck auf einem Sitzsessel mit Aufstehhilfe bequem, andere ließen sich von den Beamten des Polizeipräsidiums Westpfalz über aktuelle Betrugsmaschen informieren – und wieder andere genossen einfach Kaffee und Kuchen an den Tischen im Gastraum: Am Samstag herrschte in der Kurpfalzhalle in Nanzdietschweiler reger Betrieb. Zum dritten Mal hatte der Kreis Kusel zur Seniorenmesse eingeladen, bei der erneut Themen wie Pflege und Gesundheitsvorsorge, aber auch Sicherheit im Mittelpunkt standen.

Tanja Bernhard, Leiterin der Abteilung Soziale Dienste beim DRK-Kreisverband Kusel, klärt die Besucher auf: Eine Notfalldose wie
Tanja Bernhard, Leiterin der Abteilung Soziale Dienste beim DRK-Kreisverband Kusel, klärt die Besucher auf: Eine Notfalldose wie diese, die im Kühlschrank aufbewahrt wird und unter anderem einen Medikamentenplan enthält, kann im Ernstfall Leben retten.

Viele Messebesucher bewege vor allem das Thema kriminelle Betrugsmaschen, verdeutlichte eine Mitarbeiterin des Polizeipräsidiums Westpfalz. Zwar sei unter den Besuchern nach eigener Aussage niemand selbst Opfer geworden, doch viele wollten sich gezielt informieren, um nicht selbst zur Zielscheibe von Betrügern zu werden. Ähnliches berichtete Hans-Hardy Betz, Außenstellenleiter des Weißen Rings im Donnersbergkreis, der seit Juni wegen einer unbesetzten Stelle zusätzlich für den Kreis Kusel zuständig ist: Die Opferschutz-Organisation biete auch in solchen Fällen für Betroffene beratende Unterstützung an.

Bürgerbus sucht neue Fahrer

Das Thema Mobilität war eine der weiteren Säulen der Messe. Erstmals bei der Seniorenmesse vertreten war der Bürgerbus der Verbandsgemeinde (VG) Oberes Glantal: Arno Hellwig stellte den ehrenamtlichen Fahrdienst vor, mit dem zum Beispiel ältere Menschen zum Arzt oder zum Einkaufen gefahren werden. Mit rund 50 Leuten sei das Angebot, das es seit 2017 in der VG gibt, derzeit gut aufgestellt, sagte Hellwig.

Anders sieht es beim Bürgerbus in der VG Kusel-Altenglan aus: Dort sucht das Team händeringend nach weiteren Ehrenamtlichen, damit der Fahrdienst nach dem Aus des Kuseler Stadtbusses auch die Kreisstadt bedienen kann. Anita Fritz vom Organisationsteam war deshalb ebenfalls vor Ort. „Die Seniorenmesse bietet eine gute Gelegenheit, sich zu vernetzen und neue Impulse zu erhalten“, sagte sie. Tatsächlich sei sie mit mehreren Interessierten ins Gespräch gekommen, die möglicherweise das Team künftig unterstützen könnten.

Kritik und Lob am RHEINPFALZ-Stand

Die RHEINPFALZ war ebenfalls mit einem Stand vertreten: Besucher konnten dort die digitalen Angebote der Zeitung direkt auf dem Tablet oder dem Smartphone ausprobieren und sich so einen Eindruck davon verschaffen. Außerdem nutzen mehrere Leser die Gelegenheit, Anregungen direkt an die Redaktion weiterzugeben.

Manche zeigten sich dabei sehr kritisch – wie zum Beispiel Ernst Weiss aus Steinbach. „Zu wenig Berichte aus den kleineren Dörfern“, meinte er im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Auf die Frage, welche Themen er konkret vermisst, nannte der 73-Jährige die Berichterstattung aus den Ortsgemeinderäten, etwa aus dem in Steinbach.

Das Team der RHEINPFALZ stellt sich den Fragen der Messebesucher.
Das Team der RHEINPFALZ stellt sich den Fragen der Messebesucher.

Ludwig Schleppi aus Nanzdietschweiler stört sich wiederum an der Präsenz des 1. FC Kaiserslautern in der Zeitung – ein Thema, das andere Leser geradezu verschlingen. „Von vorne bis hinten ist über den FCK zu lesen – das ist einfach zu viel!“, kritisierte er. Was dem 87-Jährigen hingegen fehlt: Ergebnisse aus dem Fußballsport vom Sonntag, die teilweise erst am Dienstag in der Zeitung veröffentlicht werden. Der Grund dafür liegt im früheren Andruck der Zeitung – viele Ergebnisse schaffen es deshalb nicht mehr in die Montagsausgabe.

Brigitta Kienitz aus Kusel vermisst dagegen das Kreuzworträtsel, das sie mit dem Freizeitmagazin LEO jeden Donnerstag erhalten und ausgefüllt habe – ein liebgewonnenes Ritual. „Seitdem bin ich stinksauer“, sagte die 84-Jährige. Mit der Berichterstattung im Lokalen sei sie aber sehr zufrieden. Ähnlich sieht es Irmtrud Fauß: Sie wohne zwar in Rammelsbach, lese aber immer gerne Artikel über andere Orte im Landkreis. Besonders wichtig sei ihr die Berichterstattung über größere Veranstaltungen sowie das ehrenamtliche Engagement von Vereinen, so die 77-Jährige.

Weniger Getümmel zwischen den Ständen

Obwohl vor allem am Vormittag ein größerer Andrang bei den Ausstellern herrschte, blieb nach der Einschätzung des Seniorenbeauftragten Ulrich Urschel die Besucheranzahl der dritten Seniorenmesse hinter den vorherigen Veranstaltungen zurück. Zwischen 600 und 700 beziehungsweise rund 500 Menschen hatten damals die Messen in Altenglan und Wolfstein besucht. Ob es vielleicht am gewählten Veranstaltungsort lag? „Das glaube ich nicht“, sagt Urschel – das gute Wetter habe vielleicht manchen dazu gebracht, die Pläne für den Samstag zu ändern.

Am frühen Nachmittag war in der Kurpfalzhalle weniger los.
Am frühen Nachmittag war in der Kurpfalzhalle weniger los.

„Dennoch bin ich mit der Veranstaltung sehr zufrieden“, sagt der Seniorenbeauftragte und verweist dabei auf die Rückmeldungen der Aussteller. 31 hatten sich laut Urschel dieses Jahr für die Messe angemeldet. Ob es im nächsten Jahr eine vierte Seniorenmesse geben wird, ist noch offen. „Das muss ich erst mit meinem neuen Chef abklären“, sagt Urschel und lacht – gemeint ist Johannes Huber, der die Eröffnungsrede der Messe hielt und am 18. Oktober offiziell als Landrat des Kreises Kusel übernimmt.

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