Konken
Unternehmer Roland Preis übergibt Firma an Sohn Michael
Genau 60 Jahre ist das Unternehmen alt, das längst zu einer wichtigen Kraft im Landkreis Kusel geworden ist. Roland Preis’ Vater Kurt hatte 1960 im Heimatort Ulmet einen kleinen Treibstoffbetrieb übernommen, der mit einem eigenen Fahrzeug die Dieselfasser benachbarter Landwirte betankte. Aus dieser Keimzelle entwickelte sich im Laufe der Jahre ein großes Heizölunternehmen, ein Recyclingbetrieb, ein Tankstellenbetreiber und ein Investor mit insgesamt gut 50 Mitarbeitern.
Die Expansion erfolgte vor allem unter Roland Preis, der mit gerade einmal 20 Jahren in das Unternehmen einstieg und zehn Jahre später, 1983, die Leitung übernahm. Heizöl-Preis – bis heute noch als Kurt Preis e.K. firmierend – wuchs und gedieh – und machte 2010 den großen, unerwarteten Sprung. Die Entsorgungsfirma Cordier mit ihrem Betriebsgelände in Konken war kurz zuvor pleite gegangen. Roland Preis griff zu und ist heute, wie er schelmisch sagt, „der größte Entsorgungsbetrieb im Kreis Kusel“. Nun ja, kein Wunder. Es ist auch der einzige.
Entscheidung mit Perspektive
Die damalige Entscheidung war bereits eng mit der jetzigen Nachfolgeregelung verknüpft. „Ich habe das nur gemacht, weil Michael gesagt hat, dass er mit einsteigt.“ Michael Preis war damals 21 Jahre alt, hatte seine Lehre zum Bankkaufmann bei der Kreissparkasse abgeschlossen. Vater und Sohn teilten sich die Zuständigkeiten auf: Roland Preis baute den gerade übernommenen Entsorgungsbetrieb auf und aus, Michael Preis übernahm mit Prokura den Heizöl-Handel. Zum Unternehmen gehören auch die Aral-Tankstelle in Lauterecken plus der 2017 eröffnete Autohof in Konken. Beide sind verpachtet.
Gut 50 Mitarbeiter zählt das Unternehmen inzwischen, drei Viertel davon sind dem Entsorgungsbereich zuzuordnen. 29 Lastwagen mit dem Firmenlogo fahren durch den Landkreis und darüber hinaus: 22 für die Sparte Abfall, wo Preis den Großteil des Einsammelns im Kreis übernommen hat, die anderen mit Heizöl. Rund 150.000 Liter Heizöl und 100.000 Liter Dieselkraftstoff werden im Jahr ausgeliefert. Rund 16.000 Kunden zählt die Kartei. Mehr Zahlen möchte er nicht nennen.
Nur: Was ändert sich nun zum Jahreswechsel? Roland Preis: „Die Firma gehört dann meinem Sohn. Ansonsten nichts.“ Und er fügt an, er wolle einen Gang zurückschalten. Wer ihn kennt, kann sich das nur schwerlich vorstellen.
Motel und neue Tankstelle
Pläne haben Vater und Sohn jedenfalls noch jede Menge. Beispiel Trucker-Motel. Das Gelände gegenüber des Autohofs ist bereits geräumt, die Firma Preis wartet nun noch auf den richtigen Zeitpunkt, in Containerbauweise eine Unterkunft für Fernfahrer zu errichten. Laut Michael Preis sind die Pläne durch die neue EU-Lenkzeitverordnung ausgelöst. Fernfahrer dürfen nicht mehr als eine Nacht in ihrem Führerhaus schlafen. In der zweiten Nacht müssen sie in eine stationäre Unterkunft. „Wir schauen uns mal an, wie das jetzt läuft“, sagt Michael Preis. Zwischen zehn und 20 Zimmer sollen in einem ersten Schritt in den nächsten fünf Jahren entstehen. Hätte sich die Firma Stihl in Schellweiler angesiedelt, wäre der Bau schneller und größer erfolgt.
Konkreter sind die Pläne für die Tankstelle in Lauterecken. Die ist längst in die Jahre gekommen, bautechnisch, aber auch logistisch. Hier in strategisch perfekter Lage – an der Kreuzung zweier Bundesstraßen – plant Preis für die nächsten beiden Jahre einen kompletten Neubau.