Fragen und Antworten RHEINPFALZ Plus Artikel Umbau des Waldmohrer Freibads: Fokus auf die Nichtschwimmer

Das Waldmohrer Freibad soll für insgesamt 6,3 Millionen Euro auf Vordermann gebracht werden.
Das Waldmohrer Freibad soll für insgesamt 6,3 Millionen Euro auf Vordermann gebracht werden.

11.500 Besucher. So wenige Badegäste wie nie in der Geschichte des Freibads Waldmohr. Wegen Corona, des schlechten Wetters und der kurzen Saison. Mehr Badegäste erhofft sich die VG-Verwaltung Oberes Glantal vom Umbau. Wann dieser startet und welche Details bekannt sind, fassen wir hier zusammen.

Warum wird das Freibad überhaupt saniert?
Das 1972 in Betrieb genommene Bad ist in die Jahre gekommen: Die Folien in den Becken sind in schlechtem Zustand, die Badewasseraufbereitung entspricht nicht dem Stand der Technik, auf den Platten rund um die Becken herrscht teils Stolpergefahr, Umkleide- und Sanitärgebäude müssen erneuert werden, und der Technikkeller bietet keinen Platz für eine neue Wasseraufbereitungsanlage. Zudem hofft die Verbandsgemeinde, die Betreiberin des Bades, mit einem sanierten und attraktiveren Freibad mehr Besucher zu verzeichnen.

Wie viele Gäste besuchten in den vergangenen Jahren das Bad?
Laut zuständigem Ingenieurbüro lag die durchschnittliche Besucherzahl zwischen 2016 und 2019 bei 50.414. 2018 wurde das Freibad von fast 70.000 Menschen besucht. Der Negativrekord im Jahr 2021: 11.500 Besuchern.

Wann beginnen die Arbeiten im Waldmohrer Freibad?
Ziel ist, mit den Arbeiten nach dem Ende der nächsten Freibadsaison zu beginnen, also im Herbst 2022. Wolfgang Griebel vom Ingenieurbüro Obermeyer zufolge werden derzeit die Gebäude und Becken vermessen. Ein Bodengutachten sei ebenfalls in Auftrag gegeben, und der Verbandsgemeinderat Oberes Glantal hat weitere Details der Planung festgelegt. Läuft alles glatt, sollen die Arbeiten im Frühjahr 2024 abgeschlossen sein – unmittelbar vor Beginn der Freibadsaison.

Was kostet der geplante Ausbau?
Die Verwaltung geht derzeit von Kosten von knapp 6,3 Millionen Euro (brutto) aus. Für den ersten Bauabschnitt – circa 1,7 Millionen Euro – erhält die VG einen Zuschuss in Höhe von 1,5 Millionen Euro. Für den zweiten Abschnitt (Kosten: rund 2,3 Millionen) habe die VG Zuschüsse in Höhe von 2,1 Millionen Euro in Aussicht gestellt bekommen, sagt Bürgermeister Christoph Lothschütz. Inwieweit für die restlichen Kosten von 2,3 Millionen ebenfalls Fördermittel fließen, steht Lothschütz zufolge derzeit noch nicht fest.

Die Schwimmbecken sind mit Folie ausgekleidet. Ändert sich daran etwas?
Ja. Die sogenannte PVC-P-Folie muss spätestens nach 15 Jahren ausgetauscht werden. Im Schwimmerbecken wurde diese 2008 eingebaut, im Nichtschwimmerbecken sogar bereits 2005. In den vergangenen Jahren wurden kleinere Löcher und Risse notdürftig geflickt. Im Zuge des Umbaus soll die Folie durch Edelstahlbecken ersetzt werden.

Stehen mit Blick auf Form und Wassermenge Veränderungen an den Becken an?
Das Kinderplanschbecken wurde 2017 erneuert und soll unverändert bleiben. Gleiches gilt für den Bereich der Sprunganlage. Anders sieht das bei Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken aus: Künftig wird das Schwimmerbecken nur noch vier Bahnen á 50 Meter haben. Die Wasserfläche verringert sich auf 536 Quadratmeter (zuvor 790). Das Nichtschwimmerbecken wird ebenfalls kleiner. Dieses wird künftig 650 Quadratmeter Fläche haben statt bisher 742. Zudem erhält die Rutsche aus Sicherheitsgründen einen separaten Auslauf am Rande des Beckens. Das Bad soll seinen Familiencharakter behalten und die Nichtschwimmer weiter stark berücksichtigen, betonte Ingenieur Griebel im jüngsten VG-Rat.

Was steht sonst noch auf dem Programm?
Das Umkleide- und Sanitärgebäude wird saniert. Zudem wird das Technikgebäude für die Badewasseraufbereitung neu gebaut.

Wie sieht es mit energetischen Maßnahmen aus?
Zum einen erhält das Freibad eine neue Filtertechnik, sodass beispielsweise die Umwälzmengen und Wasseraufbereitung je nach Anzahl der Besucher gesteuert werden kann. Weitere Ideen: die Dachflächen für Solaranlagen zu nutzen oder gar mit Solaranlagen überdachte Parkplätze zu schaffen. Allerdings, sagt Lothschütz, müsse man sehen, was umsetzbar ist. Das gilt auch für den Anschluss des Freibades an die Kalte-Nahwärme-Versorgung des Neubaugebiets Lauersdell. „Es gab dazu erste Gespräche mit den Stadtwerken Homburg, aber da müssen wir sehen, ob das überhaupt möglich ist.“

Wie wird der Schallschutz zum Neubaugebiet gewährleistet?
Zum Neubaugebiet Lauersdell soll ein Lärmschutzwall entstehen. Stadt und Verbandsgemeinde haben vereinbart, dass der Zaun des Schwimmbades auf dem Damm des Walls installiert und somit in den Grünstreifen integriert wird. Es gibt die Idee, im Schwimmbad zum Schallschutzwall hin Terrassen anzulegen, um weitere Liegeflächen für die Badegäste zu schaffen.

Wird sich die Parkplatzsituation am Schwimmbad ändern?
Derzeit stehen am Freibad 86 Stellplätze sowie Fahrradständer nahe des Schwimmbadeingans zur Verfügung. Bürgermeister Lothschütz betont, man werde versuchen, weitere Stellflächen zu schaffen. Über das Wie müsse man in der weiteren Detailplanung diskutieren.

x