Theisbergstegen RHEINPFALZ Plus Artikel Trotz Eiseskälte: Die ersten Störche kehren zurück

In Theisbergstegen sind die ersten Störche bereits wieder zurückgekehrt.
In Theisbergstegen sind die ersten Störche bereits wieder zurückgekehrt.

Die klirrende Kälte macht ihnen nichts aus: Früher als erwartet sind die ersten Störche aus dem Süden zurückgekehrt. Allein in Theisbergstegen und Godelhausen seien rund zwölf Weißstörche zurück, berichtet Hans Drumm, Vorsitzender der Storchenfreunde Glantal. Ob dies der Beginn eines guten „Storchenjahrs“ ist?

Bereits im Januar seien einige der Rückkehrer um Theisbergstegen gesichtet worden, weiß Drumm. Woher die Zugvögel genau angeflogen kommen, vermag er nicht zu sagen. Anders als bei der Aktion Pfalzstorch im südpfälzischen Bornheim haben die Vögel in der Region keine Sender. „Viele Störche überwintern in Südfrankreich oder Spanien. Einige fliegen auch weiter nach Afrika“, berichtet er. Inzwischen finden auch Störche im nahen Elsass ein Winterquartier.

Der jüngste Wintereinbruch mit tiefen Minustemperaturen mache den Störchen nichts aus, versichert Drumm. „Sie haben ein sehr dichtes Federkleid.“ In der Voliere in Theisbergstegen, wo einige Tiere stets überwintern, habe es noch keine Verluste durch Frost und Kälte gegeben. „Mit der Kälte kommen Störche gut zurecht. Die Störche, die jetzt schon auf ihren angestammten Nestern sitzen, haben gelernt, wo sie auch in Kälteperioden Futter finden können“, heißt es auch beim Naturschutzbund. Deshalb sei keine zusätzliche Hilfe notwendig. Allerdings ist das Futterangebot eingeschränkt, wenn der Boden gefroren ist. Dafür habe es während der Überschwemmungen Anfang Februar genügend Futter gegeben, erinnert Drumm. Ist der Boden gefroren, gebe es immerhin noch Mäuse. Sowieso könnten die Störche es einige Tage ohne Futter aushalten. „Und im Notfall fliegen sie rasch in wärmere Gefilde.“

Vom Wind leiten lassen

Die Störche lassen sich nach Angaben der Aktion Pfalzstorch vom Wind leiten. Ein Südwestwind, der höhere Temperaturen ankündige, sei ein Aufbruchssignal gen Norden. Wie viele Störche entlang des Glans schon zurück sind, kann Drumm nicht sagen. In Rehweiler, Matzenbach und Gimsbach befinden sich mehrere Nester – dort herrscht in den Sommermonaten heftiger Flugverkehr. Unter anderem gab es auch in Dennweiler-Frohnbach und Oberalben schon Störche. Einen genaueren Überblick über die Rückkehrer erwartet Drumm Anfang März. Insgesamt gibt es nach seinen Angaben in Theisbergstegen 20 Storchennester. Allein im vergangenen Jahr seien dort 18, 19 Nester besetzt gewesen.

Ob die Störche am Glan eine gute Saison erleben werden, vermag der Storchenfreund aus Theisbergstegen nicht vorherzusagen. „Das hängt viel vom Wetter ab“, meint er. Und sorgt sich zugleich wegen des Klimawandels. „Mehrere Wochen Trockenheit am Stück oder lange Zeit Nässe, das ist nichts für die Störche.“

Ein weiterer Faktor, ob es ein gutes Storchenjahr werden kann, ist die Familienkonstellation. Drumm erklärt, dass zuerst das Storchenmännchen zurückkehrt. Dieses warte dann auf seine Storchenfrau. Doch mitunter komme ein anderes Weibchen zuerst. Wenn die „Richtige“ später kommt, könne das Streitereien geben. Beim Kampf um die Nester haben die Storchenfreunde auch schon Junge verloren, berichtet Drumm.

Wenige Besucher wegen Corona

Üblicherweise legen die Paare im April drei bis fünf Eier. Nach 32 Tagen schlüpfen die Jungstörche im Mai/Juni. Sie sind es auch, die im Sommer schon früh wieder abfliegen. „Letztes Jahr flogen die Jungstörche Anfang August ab“, so Drumm. Die Elterntiere folgten zwei, drei Wochen später.

Die Corona-Krise hat den Storchenfreunden Glantal im Vorjahr einen Besuchereinbruch beschert. Regelmäßige Besuche von Schul- und Kitakindern fielen aus, bedauert Drumm. Von dem Virus haben die Vögel nichts mitbekommen, ist er überzeugt. Allerdings habe es in der Vorderpfalz Vogelgrippe-Fälle gegeben. Dabei sei seines Wissens nach auch ein Storch infiziert gewesen.

Störche finden auch bei niedrigen Temperaturen Futter. Notfalls fliegen sie in wärmere Gefilde.
Störche finden auch bei niedrigen Temperaturen Futter. Notfalls fliegen sie in wärmere Gefilde.
Zwei Störche haben eines der Nester in Theisbergstegen bezogen.
Zwei Störche haben eines der Nester in Theisbergstegen bezogen.
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