Lauterecken
Tag des Friedens: Gymnasiasten setzen ein Zeichen gegen den Ukraine-Krieg
„Hevenu shalom alechem! - Wir wollen Frieden für alle!“, steht in hebräischer Schrift auf einer weißen Papiertaube. Aufgeklebt wurde sie auf einen blau-gelben Hintergrund - die Farben der ukrainischen Nationalflagge. Auf einer Taube daneben prangt das Wort „Hoffnung“. „Nie wieder Krieg“ oder „Gott möge mit denen sein, die in Angst leben“ liest der Betrachter weiter. Es sind die Gedanken und Wünsche der Schüler des Veldenz-Gymnasium in Lauterecken.
Denn seit in der Ukraine der Krieg herrscht, beschäftigt das Geschehen die fast 400 Schüler täglich. Um ihren Sorgen und auch Fragen genügend Raum zu geben, hatte Myrielle Müller, Schulpfarrerin und Lehrerin für katholische und evangelische Religion, eine Idee.
Vor jeder Schulstunde findet am Tag des Friedens für jeweils eine Klassenstufe eine 15-minütige Andacht in der Pausenhalle statt. Neben kleinen Gebeten und musikalischen Beiträgen von Schulleiter Stefan Weber, Musiklehrerin Natalie Engeldinger sowie Religionslehrer Ulrich Königstein erhalten die Schüler Papiertauben. Diese können sie entweder beschriften und aufhängen oder als Andenken behalten. „Außerdem besteht im Unterricht die Möglichkeit, noch einmal über das Thema zu sprechen“, erzählt die Theologin.
Viele beteiligen sich
Obwohl das Angebot freiwillig ist, beteiligten sich viele. „Wir haben an den Fragen der jüngeren Kinder gemerkt, dass es Redebedarf gibt.“ Fragen, wie „Wo liegt die Ukraine überhaupt?“, „Wie weit ist sie von Deutschland entfernt?“, „Was will Putin mit dem Krieg erreichen?“ oder „Was ist die Ursache des Konflikts?“ zeigen, dass viele Schüler sich eine Einordnung durch die Lehrer wünschten.
„Vor allem durch die Smartphones erhalten unsere Schüler Nachrichten, nach denen sie nicht gezielt gesucht haben.“ Falschinformationen verunsicherten zusätzlich. Müller rät, kritisch zu sein: „Zusammen mit Erwachsenen sollten seriöse Nachrichten-Apps ausgesucht werden.“ Jugendliche aus höheren Klassenstufen bräuchten diese Unterstützung weniger. „Sie können es besser einordnen, tauschen sich mit Gleichaltrigen aus.“
Als Pfarrerin sei es ihr wichtig, die Schüler Ernst zu nehmen: „Sie sollen das Gefühl haben, positiven Einfluss nehmen zu können.“ Deswegen sollten sie als Hausaufgabe ein Gebet schreiben. Die Resonanz verblüffte die junge Lehrerin. Eltern und Geschwister beteiligten sich. Müller weiß, warum: „Es hilft, Gedanken und Sorgen besser auszudrücken.“