Kusel / Brücken / Lauterecken RHEINPFALZ Plus Artikel Tafeln laufen wieder normal – aber mit Corona-Einschränkungen

Einen Teil der Ausgabe hat die Tafel Kusel in den Lagerraum ausgegliedert – für mehr Platz, um die Corona-Auflagen einzuhalten.
Einen Teil der Ausgabe hat die Tafel Kusel in den Lagerraum ausgegliedert – für mehr Platz, um die Corona-Auflagen einzuhalten.

Zunächst wurden die Tafeln der Region geschlossen, als die Corona-Krise begann. Dann starteten einige einen Bringdienst für Bedürftige, im Mai konnten sie wieder regulär öffnen. Inzwischen scheint alles wieder normal zu laufen – bis auf einige Einschränkungen.

Die Tafel in Kusel hat gleich nach der Schließung im März einen Bringdienst gestartet, der nach der Wiedereröffnung beibehalten wurde. Das erzählt Ingrid Becker, Leiterin der Ausgabestelle der Tafel Kusel. Donnerstags bringe der ehrenamtliche Fahrer Richard Kraus Lebensmittel zu 15 Familien. „Der Bürgerbus fährt noch nicht. Deshalb ist es für manche schwer, zu uns zu kommen“, erläutert Becker. Also fahre Kraus morgens um 7.30 Uhr los, nach Konken, Rammelsbach, Kusel und in einige andere Ortschaften und verteilt Lebensmittel an Familien im Kreis. „Das ist schon eine große Strecke, die er da fährt. Manchmal muss er sogar mehrfach los“, sagt Becker anerkennend.

Mitte Mai sollte die Tafel wieder öffnen. Doch: „Wir haben viele Helfer, die weit über 60 Jahre alt sind. Das mussten wir erst abklären.“ Daher begannen sie zunächst mit wenigen Helfern, die nicht der Risikogruppe angehörten. „Zu der Zeit haben sich zwei junge Frauen als neue Helferinnen gemeldet, die konnten wir sehr gut brauchen“, sagt Becker.

15 Jahre Tafel Kusel

Inzwischen seien alle wieder da, denn wegen der Hygiene-Maßnahmen sei die Ansteckungsgefahr gering: „Wir haben einen Teil der Ausgabe in das Vorratslager ausgegliedert. Da ist viel Platz und wir haben Plexiglasscheiben, Desinfektionsmittel und Masken“, berichtet die Ausgabeleiterin. Sie sei froh über ihre Mitarbeiter, die schnell wiedergekommen seien: „Ohne die Mitarbeiter und die Fahrer würde das alles nicht gehen.“ Auch über die Abholer freue sie sich, denn sie verhielten sich vernünftig und achteten auf die Hygieneauflagen. Sie seien fast alle wieder da – bis auf diejenigen, die den Bringdienst in Anspruch nehmen. Etwa 45 Helfer arbeiteten ehrenamtlich in der Kuseler Tafel, die diesen Monat ihr 15. Jubiläum feiert. „Fünf der Helfer, die ganz am Anfang schon dabei waren, sind noch immer da“, erzählt Becker.

Die anderen beiden Tafeln der Region, in Brücken und Lauterecken, sind ebenfalls seit einigen Wochen wieder geöffnet. An Ostern, zu Beginn der Corona-Krise, organisierte die Schönenberg-Kübelberger Tafel in Brücken einen Bringdienst: Zwei Mal lieferten sie Lebensmittel aus, wie Erika Scheuer von der Tafel berichtet. Mitte Mai haben auch sie wieder geöffnet. Es seien fast alle Abholer wieder da, nur wenige kämen seltener als vorher, da der Bürgerbus derzeit noch nicht fahre, vermutet Scheuer.

Weniger Abholer in Lauterecken

„Wir in Lauterecken haben keinen Bringdienst. Wir haben zwar viele Helfer, aber die Strecken in der Verbandsgemeinde sind zu weit. Das schaffen wir nicht“, sagt Hans Habermann von der Lauterecker Tafel. Nur eine Ausnahme gebe es: Einer Person, die in Lauterecken wohne, brächten die Mitarbeiter der Tafel Lebensmittel vorbei. „So weit ich es aber überblicken kann, gibt es in allen Gemeinden Nachbarschaftshilfen oder Ähnliches, die die Sachen für die Leute abholen können.“

Im Gegensatz zu den anderen beiden Tafeln seien es in Lauterecken seit der Krise knapp ein Drittel weniger Abholer als vorher. Das sind zwischen 20 und 35 Personen pro Termin, die allerdings auch für Bekannte oder die Familie mit abholen, wie Habermann erklärt. Woran das liegt? „Die Leute haben genug. Sie wissen nicht, wohin damit“, vermutet Habermann. Außerdem glaube auch er, dass es am Bürgerbus liege, der derzeit noch nicht in gewohntem Umfang fahre.

Die Räume der Tafel seien wegen der Krise außerdem umgebaut worden: „Wir haben die Ausgabe komplett mit Plexiglas abgedichtet, mit einem kleinen Durchgang, durch den eine Kiste hindurch passt. Die Leute zeigen dann auf die Lebensmittel, die sie möchten und wir packen sie für sie ein.“ Inzwischen seien die Abholer allerdings bekannt, sodass die etwa 50 Helfer der Lauterecker Tafel bei den meisten bereits wüssten, wer was möchte.

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