Lauterecken / Speyer
Tür an Tür mit der Kirchenpräsidentin
Es gehöre zu Schmidts Aufgaben, der Kirchenpräsidentin bei der Vorbereitung von Reden und öffentlichen Statements der Kirchenleitung zuzuarbeiten. Um sie damit zu entlasten. „Ich bin gerne in der zweiten Reihe“, versichert der promovierte Theologe, der zuletzt rund fünf Jahre Pfarrer in Lauterecken war.
Doch sei er kein Redenschreiber. „Die Kirchenpräsidentin schreibt ihre Reden selbst, sie ist eine hervorragende Rednerin.“ Vielmehr sei er ein enger Berater der leitenden Theologin der Landeskirche: Schmidt gehört dem „Kreis des Vertrauens“ um die Kirchenpräsidentin an – gemeinsam mit deren Bürochef und dem Pressesprecher der Landeskirche. Bei den Treffen des Beraterstabs genieße er es, „laut nachdenken zu können“. Die Wege zur Kirchenpräsidentin seien kurz, sitze man doch Tür an Tür im Landeskirchenrat am Speyerer Domplatz. Wüsts Angebot für den vertrauensvollen Job an ihrer Seite sei für ihn aus heiterem Himmel gekommen, freut sich Schmidt.
Expertise wird gewürdigt
Der persönliche Referent wäge Positionen ab und präsentiere seiner Chefin und den Co-Beratern dann seine Meinung: Bei der Frage etwa, wie Kirchengemeinden in der Corona-Pandemie ihre Gottesdienste und ihr Gemeindeleben gestalten könnten. Oder auch dazu, wie sich die Landeskirche zu Fragen von Krieg und Frieden öffentlich verhält. Was sie als Repräsentantin der Landeskirche sagt und wie sie handelt, entscheidet Wüst dann selbst.
Die Früchte seiner Arbeit sehe Schmidt nicht immer sofort. „Manchmal hat man das Gefühl, man arbeitet für die Ablage Papierkorb“, berichtet er. Aber es gebe immer wieder Signale, dass seine Ideen und Anregungen „ankommen“. „Du weißt nicht, was das wirkt“, habe Kirchenpräsidentin Wüst einmal seine Expertise gewürdigt, erzählt der in Zweibrücken aufgewachsene Schmidt.
Kinderwagen statt Kraftsport
Auf die Zukunftsfragen der pfälzischen Landeskirche, „wo stehen wir und wo wollen wir hin?“ gebe es keine einfachen Antworten, weiß Schmidt. Neuen Herausforderungen müsse sich die Kirche beherzt stellen. Durchhaltevermögen und Zielstrebigkeit bewies Schmidt schon in jüngeren Jahren: Er war pfälzischer und rheinland-pfälzischer Meister im Hammerwurf.
Den Sport habe der in Speyer lebende Familienvater gegen das Kinderwagenschieben getauscht. „Immerhin fahre ich manchmal mit dem Rad zur Arbeit“, tröstet sich der Vater zweier Kinder. Auch seine Frau Sarah, einst in Odenbach tätig, hat den Pfarrberuf gewählt und ist in Elternzeit.