Kusel
Streitfall Abrisskosten
Die Sachverständigen für die Westpfalz halten nur drei Gebäude für erhaltenswert: die ehemalige Bekleidungshalle am Eingang zu dem Gelände, die erhöhte Kalthalle ganz im Osten und die Kraftfahrzeughalle, in der zur Zeit das Impfzentrum untergebracht ist.
Die Bekleidungshalle stand zu Bundeswehrzeiten auf der Kippe, weil sie als stark sanierungsbedürftig galt. Die ungeheizte Kalthalle ist das neuste Gebäude auf dem Gelände, nur etwa knapp zehn Jahre alt. Derzeit lagert die Kreisverwaltung dort Gegenstände ein.
Der Verkehrswert für alle drei Gebäude wird mit 250.000 Euro angegeben. Mögliche Altlasten im Boden, die beseitigt werden müssten, sind nicht berücksichtigt.
Die Straßen auf dem Gelände müssen laut Gutachterausschuss alle erneuert werden, ebenso Wasserversorgung und Kanal.
Für den Abriss von 15 Gebäuden kalkulieren die Gutachter mit Kosten von 1,55 Millionen Euro. Der 80.000 Liter fassende Tank der ehemaligen Tankstelle müsste ausgebaut werden. Für weitere 357.000 Euro seien zudem Pflaster- und Betonflächen zu entsiegeln. Der reine Grundstückswert wurde mit fast 361.000 Euro angesetzt. Das entspricht einem Quadratmeterpreis von 4,10 Euro.
Der Bima-Autor hat kein eigenständiges Gutachten erstellt, sondern das Papier des Gutachterausschusses auf seine Plausibilität hin überprüft.
Die Bima setzt den Bodenwert mit 370.000 Euro leicht höher an. Für die Gebäude liegt sie mit 253.000 Euro auch nur knapp über dem Gutachterausschuss. Der große Unterschied sind die Kosten für den Abriss, die nur mit 573.000 Euro kalkuliert sind. Das hängt unter anderem mit der großen Werkhalle zwischen Einfahrtstor und und Impfzentrum zusammen. Deren Abriss kalkuliert der Gutachterausschuss mit 291.000 Euro. Die Bima will die Halle erhalten, in der die Führungspanzer mit hohem technischen Standard untergestellt waren. Außerdem sollen drei Schleppdach-Konstruktionen nicht abgerissen werden. Dort könnte nach wie vor mit Wetterschutz gut geparkt werden. Der Abriss der drei Dächer ist mit 80.000 Euro kalkuliert.
Die Bima moniert, dass der Gutachterausschuss mit 30 Euro pro Kubikmeter zu hohe Abrisskosten angesetzt habe. Realistisch seien Werte unter 25 Euro. Zudem habe ein möglicher Investor die Option, die Gebäude erst abzureißen, wenn er die Grundstücke vermarktet habe. Er könne von Fördermitteln und steuerlichen Vorteilen profitieren.
Die Bima wirft dem Gutachterausschuss vor, Abbruchkosten zu kalkulieren, „die den unbebauten Wert der Liegenschaft um mehr als das Dreifache übersteigen“.
