Brücken / Ohmbach
Straßensperrung geht nach einem Jahr zu Ende
Laut Stephan Bartenbach vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) sollen dann noch ausstehende Arbeiten, zum Beispiel die Straßenmarkierungen, folgen. Anfang Juli war Brückens Ortsbürgermeister Pius Klein mit der Nachricht an die Öffentlichkeit gegangen, dass die Vollsperrung am 1. August aufgehoben werde. Bartenbach betonte, dass trotz der kleinen Verzögerung die Straße tatsächlich etwa zwei Monate früher als ursprünglich geplant von der Firma Otto Jung fertig gestellt worden sei.
Noch am Montag war deren Polier Stephan Scholl im Gespräch mit der RHEINPFALZ davon ausgegangen, dass die Straße wegen der fehlenden Markierungen weitere zwei Wochen gesperrt bleiben wird. Nach dem 14-tägigen Betriebsurlaub, der am kommenden Montag beginnt, werden die Jung-Mitarbeiter den Platz um Laurentiusbrunnen pflastern. Der Termin für besagte Markierungsarbeiten liege im Verantwortungsbereich des LBM.
Ein Jahr lang Sackgasse
Besonders hart traf die Vollsperrung das Autohaus Kurz in Ohmbach, weil der Ort seit einem Jahr quasi eine Sackgasse war. Für Geschäftsinhaber Stefan Kurz geht mit der Öffnung der Straße eine „sehr schwierige“ Zeit zu Ende. Insbesondere die angegliederte Tankstelle sei vom fehlenden Durchgangsverkehr sehr stark betroffen: „Ich bin froh für jeden Tag, an dem die Sperrung aufgehoben wird ...“ Bei jenen Kunden, die trotz Umwegs in Ohmbach ihr Fahrzeug tankten, sich mit frischen Backwaren eindeckten oder ihrem Auto eine Wäsche gönnten, will sich Kurz mit einer kleinen Aufmerksamkeit bedanken. Wie diese aussehen wird, sei noch nicht spruchreif, so der Firmeninhaber, dessen Vater Willi vor 56 Jahren mit einer Simca-Vertragswerkstatt das Familienunternehmen gegründet hatte.
Danke sagen möchte auch Nina Spies, die Vorsitzende des Gewerbevereins Brücken im Ohmbachtal: „Zugegeben, es war für uns alle eine sehr harte Zeit, dennoch bin ich glücklich, dass wir zusammengehalten haben und keiner die Tür zuschließen musste“. Stolz sei sie aber auch auf die vielen örtlichen Vereine und die Gemeinde Brücken, denen es gemeinsam gelungen sei, mit den unterschiedlichsten Aktionen die Kunden anzulocken.
Funkelnde Treuekarte
Neben einem Café im Saal des Diamantschleifermuseums, das einmal im Monat geöffnet hatte und Straßenmusik vor verschiedenen Geschäften, organisiert von Gemeinde und Vereinen, hatte der Gewerbeverein eine „Treuekarte“ initiiert. Die Baustellenmotive mussten mit funkelnden „Diamanten“ überklebt werden. Für eine volle Treuekarte gab’s eine kleine Tasche mit der Aufschrift „Ich bin Brigger Dorfshopper“. Doch musste wegen der Corona-Pandemie knapp drei Monate die Aktion ausgesetzt werden. Jetzt werden wieder Bons und Treuekarten ausgegeben und die Sammelleidenschaft der Kunden habe nicht nachgelassen, freut sich Spies.
Auch die Mitarbeiter der ausführenden Tiefbaufirma zogen mit den Anliegern an einem Strang. Stephan Scholl berichtet: „Wir waren mündlich oder durch Informationsblätter im ständigen Kontakt mit den Anliegern. Bastelten provisorische Einfahrten, holten Mülleimer ab und brachten sie zu den Abholplätzen. Kurzum, soweit wie möglich versuchten wir, auf die Wünsche der Anlieger einzugehen“. Das Angebot, Großeinkäufe bis vor die Haustür zu transportieren wurde allerdings nicht in Anspruch genommen, sagt Scholl.
Kosten: 2,5 Millionen
Die Gesamtkosten der Baumaßnahme hatte Ortsbürgermeister Klein auf zirka 2,5 Millionen Euro beziffert. Davon trägt das Land rund 1,6 Millionen Euro, die Verbandsgemeindewerke 440.000 Euro. Inklusive Bordsteine und Beleuchtung bezahlt die Gemeinde die Gehwege. Allerdings werden 50 Prozent der 465.000 Euro auf die Anlieger umgelegt.