Reichweiler
Stillgelegter Brunnen zur früheren Wasserversorgung wird aufgefüllt
Seit mehr als zehn Jahren wird aus dem Tiefbrunnen mit zwei Quellen kein Wasser mehr gewonnen. Mehrere Faktoren führten 2012 zu der Entscheidung, die Trinkwasserversorgung in Reichweiler umzustellen: Zeitweise habe das aus dem Tiefbrunnen gewonnene Wasser die Grenzwerte nicht mehr sicher einhalten können. Es sei zu Problemen mit Trübstoffen und Sedimenten gekommen, die sich in der Rohwasserkammer absetzten und zu einem überhöhten Unterhaltungsaufwand führten, erläutert Kai Becker, Werkleiter der Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan, auf Anfrage. Durch die besondere Lage am Berghang habe außerdem die Gefahr bestanden, dass die Brunnenrohre auf Dauer beschädigt werden und die Rohre aus Keramik brechen. Somit wäre der Brunnen schlagartig unbrauchbar gewesen. „Im Jahr 2005 musste bereits ein oberer Teil wegen starker Verschiebungen ausgetauscht werden“, teilt der Werkleiter mit.
Reichweiler wurde deshalb an das Versorgungsnetz des benachbarten Versorgungsverbandes WVW St. Wendel angebunden – als einzige Ortsgemeinde in der Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan. Alle übrigen Gemeinden beziehen dem Werkleiter zufolge ihr Trinkwasser über den Wasserzweckverband Ohmbachtal oder den Zweckverband Wasserversorgung „Westpfalz“.
Arbeiten dauern etwa sechs Wochen
Stillgelegte Brunnen müssen zurückgebaut werden, um zu verhindern, dass Oberflächenwasser in tiefere Schichten und somit in das Grundwasser eindringen kann. Vor einigen Jahren fand bereits eine Ortsbegehung in Reichweiler durch Vertreter der SGD Süd statt. Eine Variantenstudie zum Rückbau des Brunnens wurde 2020 beauftragt.
Vereinfacht ausgedrückt, wird dabei alles an der Oberfläche entfernt. Zusätzlich wird die circa 50 Meter tiefe Brunnenbohrung etwa bis zur Hälfte „überbohrt“, wie Becker auf Anfrage erläutert. „Dieser Bereich wird dann schichtweise wieder verfüllt.“ Tiefer liegende Bereiche müssten nicht überbohrt werden, „da dort keine Grundwasserzuflüsse festgestellt wurden“.
Wirtschaftlichste Bieterin für den Rückbau des Brunnens war die bayerische Firma Aqua Bohr- und Brunnenbaugesellschaft aus Bindlach mit 73.000 Euro. Sie wurde nun mit den Arbeiten beauftragt, die circa sechs Wochen dauern sollen.