Kusel
Startschuss für Smart City: Die Bürger mitnehmen
Mit 16 Millionen Euro Fördergeldern des Bundes über fünf Jahre darf der Kreis für sein Smart-City-Konzept „Land l(i)eben – digital.gemeinsam.vorOrt“ rechnen, davon zwei Millionen Euro in 2022. Das Geld im ersten Jahr geht unter anderem an das Seniorenhaus Marienhof der Korian-Gruppe in Glan-Münchweiler. Dorthin sollen künftig Kultur-Veranstaltungen aus dem Kammermusikraum von Burg Lichtenberg oder der Fritz-Wunderlich-Halle live übertragen werden. „Es geht darum, weniger mobile Seniorinnen und Senioren weiter am kulturellen Leben teilhaben zu lassen“, erklärt Kira Keßler.
Die Mitarbeiterin der Kreisverwaltung, die zuletzt in der Bauabteilung für die Breitbandkoordination zuständig war, ist die neue Smart-City-Projektleiterin. Die Raum- und Umweltplanerin hat sich im Bewerbungsverfahren um die Stabsstelle gegen 22 Mitbewerber durchgesetzt.
Sommercamp geplant
Die beiden Jugendzentren, die vom Smart-City-Geldsegen profitieren, sind ebenfalls im Südkreis, in Schönenberg-Kübelberg und Waldmohr. Sie wurden ausgewählt, weil sich bereits dort Kinder und Jugendliche digital engagieren. Die Standorte werden jeweils mit passender Technik ausgestattet, um gemeinsam mit Jugendlichen unter anderem Apps zu entwickeln. Dafür soll auch ein Sommercamp angeboten werden.
Bürgerbeteiligung wird laut Kira Keßler in den fünf Jahren groß geschrieben werden: analog über Ideenwerkstätten und digital über eine Internet-Plattform. In der Summe stünden für das erste Jahr zwei Millionen Euro zur Verfügung. In diesem Betrag sind aber auch die Personalkosten für acht Stellen enthalten. Für die vier Folgejahre, der eigentlichen Umsetzungsphase, wird ein Gesamtetat über 14 Millionen Euro kalkuliert mit 13 Stellen. Die vom Kreis eingereichte Bewerbung sieht sieben Bausteine vor:
- Digitallotsen: Jede Verbandsgemeinde bekommt einen Experten oder eine Expertin, die Einwohner aller Altersklassen schulen und unterstützen bei digitalen Vorhaben.
- Praktikum im Co-Working-Space: Der Kreis finanziert technische Ausstattung, die Jugendlichen am Wohnort zur Verfügung gestellt wird. Damit sollen sie ein digitales Praktikum in Betrieben absolvieren, die sie aufgrund unzureichender Mobilitätsangebote nicht erreichen könnten.
- Mobilitätshub: Am Start- und Zielpunkt der Draisinenstrecke werden Ladesäulen für E-Autos und E-Bikes installiert. Zudem sollen die Stationen vernetzt werden mit Angeboten für Car-Sharing, Bürgerbus und Ruftaxi.
- Telemedizin: In einem Pilotzentrum soll in Zusammenarbeit mit den Medizinischen Versorgungszentren die Möglichkeit geschaffen werden, dass Ärzte per Video aus der Ferne Patienten, die sie bereit behandeln, beraten und informieren.
- Mobilitätsapp: Die Entwicklung einer App für Smartphones, die alle öffentlichen und privaten Mobilitätsangebote im Kreis vernetzt und die auch Buchungen erlaubt.
- Gemeinschaftshäuser: Neun Pilotgemeinden, jeweils drei in jeder Verbandsgemeinde, bekommen die Technik für ihre Gemeinschaftshäuser, um Veranstaltungen zu übertragen oder Sprechstunden der Verwaltung anzubieten.
- Kinder-App: Eine App für Kinder und Eltern, die Spielplätze, Einrichtungen, und Veranstaltungen anzeigt. Unter anderem ist ein Kindermusikantenweg geplant.
Landrat Otto Rubly sagt es so: „Wir wollen bei den Menschen das Interesse für Dinge wecken, die künftig im Alltag zum Standard gehören werden.“ Als Beispiel nennt er das Aufladen von E-Bikes an Stationen oder Online-Banking. Gleichzeitig werde auch die Verwaltung zunehmend Dienstleistungen online anbieten – „da reden wir jetzt nicht nur über das Reservieren eines Wunschkennzeichens oder eines Termins“.
Info
Die Bürgerbeteiligung startet am 25. Januar von 18 bis 20.30 Uhr mit einem digitalen Kick-off. Anmeldung bis zum 11. Januar unter smartcity@kv-kus.de