Kusel
Spritzen statt Haubitzen: Impfzentrum in früherer Wartungshalle
Am Donnerstag kam grünes Licht von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die seit dem Abzug der Bundeswehr nach Idar-Oberstein Eigentümerin der ehemaligen Unteroffizier-Krüger-Kaserne ist: Der Landkreis darf die Halle 20 kostenfrei für ein Impfzentrum nutzen.
Am Freitagnachmittag trafen sich dann Vertreter der Kreisverwaltung und des Katastrophenschutzes, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Denn nach dem Willen des Landes soll das Impfzentrum am 15. Dezember einsatzbereit sein.
Am besten erhalten
Die Halle 20 ist die am besten erhaltene der früheren Wartungsgebäuden. Dennoch muss einiges renoviert werden auf den rund 1100 Quadratmetern Hallenfläche. Das eine oder andere Büro braucht eine Auffrischung, auch die Halle selbst zeigt Spuren jahrelanger Nicht-Nutzung. Und natürlich steht eine Grundreinigung an.
Die Entscheidung für den Windhof sei schon recht früh gefallen, sagt Philipp Gruber, sozusagen der Impfzentrums-Beauftragte der Kreisverwaltung – auch dank der Unterstützung von Kreistagsmitglied Thomas Danneck, der bis zur Aufgabe der Kaserne dort als Soldat stationiert war und sich um die Immobilie kümmerte. Von ihm kam der entscheidende Hinweis.
Vorteil: Mitten im Kreis
Denn Halle 20 ist nicht nur die am besten erhaltene, sondern sie erfülle alle Bedingungen an einen Standort. Sie sei groß genug für zwei Impfstraßen, sofort verfügbar, habe ausreichend Parkflächen, sei barrierefrei und insgesamt in einem guten Zustand inklusive einer Notstromversorgung für die Kühlung des Impfstoffs.
Vor allem aber lässt sie sich gut bewachen. Und: Sie liegt in der Kreismitte. Das heißt: Der Fahraufwand für die Impfwilligen im gesamten Kreis ist auf ein Minimum beschränkt. „Der Standort erfüllt alle Voraussetzungen, und wir können nun mit den Detailplanungen beginnen“, kommentierte Landrat Otto Rubly die Festlegung. Dass die Bima das Gebäude kostenfrei bereitstellt, ist sicherlich auch kein Schaden.
Besser als Schulturnhallen
Als Alternativen wären Schulturnhallen oder die Fritz-Wunderlich-Halle in Frage gekommen. Doch bei der Wunderlich-Halle hätten die verschiedenen Ebenen Sorge bereitet. Und die Nutzung einer Schulturnhalle hätte bedeutet, dass diese Halle ein Jahr lang nicht für den Schulunterricht zur Verfügung gestanden hätte.
Noch keine Informationen gibt es bis dato darüber, wie die Impfungen ablaufen sollen: wer zuerst drankommen wird, wer wie benachrichtigt wird – hier sind Bund und Land federführend. Vielleicht gibt es dazu am Montag bereits weitergehende Informationen. Denn für diesen Tag hat Landrat Rubly zu einer Pressekonferenz vor Ort eingeladen.