Kreis Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel So ist die Lage auf dem Brennholzmarkt im Kreis Kusel

Das Forstamt bietet Brennholz in Form von Poltern (Holzstapeln) am Waldrand an. Die entasteten Stämme haben einen hohen Feuchtig
Das Forstamt bietet Brennholz in Form von Poltern (Holzstapeln) am Waldrand an. Die entasteten Stämme haben einen hohen Feuchtigkeitsgehalt und müssen von den Käufern abtransportiert, zerkleinert und noch getrocknet werden.

Nach dem Nachfrageboom 2022 stabilisiert sich der Brennholzmarkt im Kreis Kusel. Das Forstamt bietet Holz nur für Selbstabholer – und lockt mit einem besonderen Schnäppchen.

Brennholz fällt traditionell bei der Waldpflege an und ist im Landkreis Kusel ausreichend vorhanden. „Wir können alle Kunden zuverlässig beliefern“, sagt Gabi Kleinhempel, Leiterin des Forstamts Kusel. Die Zeiten extremer Nachfrage scheinen vorbei zu sein. Der Beginn des Ukraine-Krieges 2022 und die Unsicherheit im Energiesektor ließen die Nachfrage im Forstamtsbereich auf fast 11.000 Festmeter steigen – gefragt waren vor allem Eichen- und Buchenholz.

Mittlerweile sei die Nachfrage wieder auf Normalniveau zurückgekehrt, so Kleinhempel. Für 2026 erwartet das Forstamt rund 8000 Festmeter – etwa so viel wie im Vorjahr. 2023 lag die Menge bei über 10.000 Festmetern, 2024 bei deutlich über 9000 Festmetern. „Der Bedarf sinkt jetzt langsam wieder“, sagt Kleinhempel – auch weil Verbraucher, die sich in den unsicheren Jahren reichlich Holz besorgt hatten, noch immer von diesem Vorrat zehren.

Brennholz nur für Selbstabholer

Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, wird die Abgabemenge für Privatkunden, die Holz für Kamin oder Kachelofen nutzen, in der Regel auf zehn Festmeter pro Haushalt und Jahr begrenzt. Haushalte, die ausschließlich mit Holz heizen, können Ausnahmen beantragen. Gewerbliche Anbieter schlagen ihr Brennholz oft selbst.

Von den rund 30.000 eingeschlagenen Festmetern Holz gehen nach Auskunft von Kleinhempel 22.000 bis 23.000 Festmeter in den Verkauf – teils als Brennholz für private Haushalte, teils als hochwertig verarbeitetes Stammholz zum Beispiel für die Möbel- oder Parkettindustrie. Das Holz wird im Auftrag des Forstamts von privaten Unternehmen zwischen Januar und März sowie ab Oktober eingeschlagen. Bestellungen erfolgen seit 2022 ausschließlich online zwischen Juli und Ende Oktober für das Folgejahr.

Das Forstamt bietet Brennholz in Form von Poltern (Holzstapeln) am Waldrand an. Die frisch gefällten, entasteten Stämme haben einen hohen Feuchtigkeitsgehalt und müssen von den Käufern abtransportiert, zerkleinert und je nach Baumart zwei bis drei Jahre lang getrocknet werden. „Brennholz verkaufen wir ausschließlich an Selbstabholer. Eine Lieferung erfolgt nicht“, teilt das Forstamt mit. Käufer müssen einen Motorsägeführerschein vorlegen; stichprobenartig wird die Schutzkleidung überprüft.

Das Lauterecker Holzschnäppchen

Was die Preise angeht, bleibt die Lage im Landkreis Kusel vergleichsweise stabil. Der Richtpreis des Forstamtes für Brennholz liegt aktuell bei 70 Euro pro Festmeter. „Die Preise orientieren sich an der Nachfrage“, sagt Kleinhempel. In Großstädten mit wenig Wald könne deshalb der Preis auch doppelt so hoch sein.

Der Preisempfehlung des Kuseler Forstamts folgen in der Regel auch die Gemeinden im Kreis mit eigenem Wald. Früher hätten manche Dörfer gern selbst ihre Holzpreise gestaltet oder nur an Gemeindebürger verkauft. Das habe sich geändert, der Vorschlag des Forstamts werde zum Standard, sagt Kleinhempel. Bis auf Kappeln, Rothselberg, Matzenbach, Krottelbach und Bosenbach, die ihren Wald privat verpachtet haben, betreut das Forstamt alle Gemeindewälder und den Staatsforst im Landkreis Kusel.

In der Regel versteigert das Forstamt Kusel kein Holz. Es macht diesbezüglich nur eine Ausnahme: beim Lauterecker Holzschnäppchen. Abseits des Brennholzverkaufs bietet das Forstamt diese Tradition bereits zum 29. Mal an. Eine bunte Palette ausgesuchter Hölzer aus den Wäldern des Forstamtes liege schon einige Wochen vorher auf dem Lagerplatz „Staudacker“ direkt an der B270 zwischen Heinzenhausen und Reckweilerhof bereit. Dort findet am 7. Februar ab 10 Uhr die Versteigerung der Stämme statt. Die Veranstaltung richtet sich an interessierte Privatpersonen, Hobbyschreiner, Drechsler und Heimwerker. Jeder Stamm sei ein Unikat, und individuelle Schnittbilder seien garantiert. Besonders die selteneren heimischen Baumarten könne man nicht im Baumarkt kaufen, so das Forstamt.

Zum Anheizen ist Nadelholz ideal, da es schnell eine hohe Temperatur erreicht. Zum Halten der Temperatur können Buchen- oder Eic
Zum Anheizen ist Nadelholz ideal, da es schnell eine hohe Temperatur erreicht. Zum Halten der Temperatur können Buchen- oder Eichenscheite nachgelegt werden.

Info

Die Verkaufseinheit für Brennholz ist Festmeter. Ein Festmeter ist ein Raummaß, das nach Angaben des Forstamts als ein Kubikmeter fester Holzmasse (ohne Zwischenräume) definiert ist. Im Handel wird Brennholz auch in anderen Einheiten verkauft. Die bekannteste ist der Ster oder Raummeter. Er entspricht etwa 0,7 Festmeter. Ein Ster ist ein Kubikmeter parallel geschichtetes Rund- beziehungsweise Scheitholz (inklusive dabei auftretender Zwischenräume), teilt das Forstamt mit. Eine weitere häufige Verkaufseinheit ist der Schüttraummeter. Dies ist ein Kubikmeter von lose geschüttetem Holz, zumeist ofenfertige Scheite von 33 Zentimeter Länge oder weniger. Ein Schüttraummeter entspricht ungefähr 0,4 Festmeter.

Tipps zum Gebrauch von Brennholz

Je nach Baumart muss das Brennholz zwei (Buche) bis drei Jahre (Eiche) lagern, um die optimale Heizleistung zu erreichen, teilt das Forstamt Kusel mit. Feuchtes Holz verschwendet Energie durch Verdampfung, mindert die Wärmeleistung erheblich und belastet die Umwelt mit Schadstoffen.
Bei der Aufarbeitung ist es ratsam, das Brennholz frühzeitig auf die gewünschte Länge zu schneiden und aufzuspalten. Je früher das Holz luftig und vor Feuchtigkeit geschützt gelagert wird, umso früher beginnt der Trocknungsprozess.
Das Holz sollte nicht in einem geschlossenen Raum gelagert werden, sondern nach Möglichkeit in einem einfachen Schuppen mit geschlossenem Dach oder in einem Carport – zugängig für Wind und Sonne.
Zum Anheizen ist Nadelholz ideal, da es schnell eine hohe Temperatur erreicht. Zum Halten der Temperatur können Buchen- oder Eichenscheite nachgelegt werden. Wer sich ausgiebiger zum Thema „Effizient heizen mit Holz und Sonne“ informieren möchte, für den liegt beim Forstamt Kusel eine Broschüre bereit.

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