Meinung
Schlägerei am Schulzentrum Kusel: Verharmlosen und Kleinreden ist die völlig falsche Taktik
Journalisten wird gern nachgesagt, aus Sensationsgier manch’ Mücke zu Elefantengröße aufzublasen. Andere machen’s umgekehrt: Elefanten auf Mückengröße einzudampfen, zu diesem Kraftakt sehen sich nicht selten manche Politiker und Behörden bemüßigt. In erster Linie dann, wenn der Elefant nicht in das Weltbild passen mag, das sie so gern vermitteln wollen.
Die Polizei hat schon mal einen Raubüberfall – begangen am helllichten Tag auf offener Straße in Kusel – der Presse glatt verschwiegen. Am Montag hat sie von einem „Handgemenge“ an der Berufsbildenden Schule berichtet. Prompt sieht sich unsereins, der sich der Meldung bedient hat, dem Vorwurf ausgesetzt, mal wieder was unter den Teppich zu kehren. Warum? Weil es sich bei den Beteiligten um Zugewanderte handelt.
Die Taktik des Kleinredens aber taugt in solchen Fällen nichts. Weil in Sozialen Medien der Elefant nur noch stärker aufgeplustert wird – wie sich in den vergangenen Tagen nur allzu deutlich gezeigt hat. Umso bemerkenswerter ist die Art und Weise, wie Schulleiter Michael Riefer mit der Prügelei an der Schule umgeht. Mehr Transparenz und Offenheit geht nicht. Vorbildlich.
