Kreis Kusel
Ramon Chormann in Hinzweiler: Vom Witz bis zur scharfen Satire
Mit Anekdoten über schicksalsträchtige Entscheidungen oder mangelndes Selbstvertrauen trat Ramon Chormann mit seinem aktuellen Bühnenprogramm „… oder sunscht was!“ am Freitagabend in Hinzweiler auf. Er nahm kein Blatt vor den Mund.
Wie Chormann dem Publikum – die Königslandhalle war gut gefüllt – bereits bei seinem Auftritt in 2017 klargemacht hatte, „gastiert“ er nicht, er ist einfach „do“. Ohne erhabenes Gebaren, sondern als normaler Mensch mit normalen Problemen im normalen Alltag. Ganz normal eben. Mit Geschichten, wie Chormann seinem Publikum erklärte, mit denen sich jeder Mensch schnell und leicht identifizieren könne.
Unverblümte, derbe und manchmal auch rotzfreche Mundart ist die Visitenkarte des Pfälzers. Ob er Figuren des öffentlichen Lebens oder Freunde und Nachbarn durch den Kakao zieht, mit dem Publikum schäkert oder sich selbst aufs Korn nimmt: Der Komiker ist immer in seinem Element. In Chormanns aktuellem Bühnenprogramm „… oder sunscht was?“ ist die schier endlose Anzahl an Entscheidungsmöglichkeiten, mit denen der Mensch tagein, tagaus konfrontiert ist, das Thema. Ob es um etwas Banales geht, wie im Bett liegen zu bleiben oder aufzustehen, oder ob es um schicksalsträchtigere Entscheidungen geht, welchen Beruf man ergreifen soll; Chormann erzählt von Menschen, die mit den Schultern zucken, Entscheidungen vor sich herschieben oder sich die Entscheidung von anderen abnehmen lassen. Der aktuellen politischen Entwicklung geschuldet, schaute Chormann dann herausfordernd über das Publikum hinweg Richtung Großbritannien und fragte: „Was willsche eigentlich? Willsche des, oder des … oder sunscht was?“
Chormann bewies auch dieses Mal sein Talent, übergangslos in unterschiedliche Stilrichtungen umzuschalten. Von einem einfachen Witz zu humoristischen alltäglichen Beobachtungen, dann zu maßlosen Übertreibungen eines Satirikers, bis hin zu ehrlicher und nachdenklich machender Kritik. Als Höhepunkt diente Chormann nationale und internationale Politik. Als er den „Kuschelkurs der EU mit der sowohl verzagenden als auch versagenden Türkei-Politik“ kritisierte, wurde nicht nur Chormann ernst. Auch das Publikum reagierte in diesen Momenten, applaudierte beipflichtend, bevor Chormann dann wieder mit Witz, Schlappmaul und Improvisationstalent zum nächstem Aufreger wechselte. Und jedes Mal aufs Neue bebte die Königslandhalle.