Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Rätselraten in der Kühle: RHEINPFALZ-Redaktion testet neuen Escape Room

Alles gilt es zu erforschen auf der Suche nach Rätseln, Hinweisen und Noten. Sven Holler, Astrid Böhm (hinten), Michelle Pfeifer
Alles gilt es zu erforschen auf der Suche nach Rätseln, Hinweisen und Noten. Sven Holler, Astrid Böhm (hinten), Michelle Pfeifer (sitzend links) und Birgit Wenzel sind dem Escape Room entkommen.

Eine Reihe von Rätseln in einer bestimmten Zeit gemeinsam lösen – darum geht es in einem Escape Room. Seit Frühjahr kann jener in Kusel bespielt werden, der vom Trafo-Förderprojekt Westpfälzer Musikantenland eingerichtet wurde. Die RHEINPFALZ hat ihn getestet.

Draußen scheint die Sonne heiß vom Himmel herab, als sich die Redaktion der RHEINPFALZ in Kusel auf das Abenteuer Escape Room begibt: gefangen im Keller des Horst-Eckel-Hauses in Kusel auf der Suche nach den Namen der verfluchten Musikanten und ihres Kapellmeisters – und der magischen Melodie. Da sind sich alle sehr wohl der Tatsache bewusst, dass damit das Erscheinen der Ausgabe für den nächsten Tag gefährdet sein konnte: gilt es doch, sich mittels des Lösens von Rätseln zu befreien.

„Beim Einstellen der Zahlen an den Schlössern sehr genau sein, sonst öffnen sie sich nicht“, gibt uns Spielmeisterin Elaine Neumann noch mit auf den Weg, bevor die Tür ins Schloss schlägt. Kühle, aber auch der Hauch der Vergangenheit umgibt uns – der Raum könnte so Anfang des 20. Jahrhunderts irgendwo das Probelokal von Wandermusikanten gewesen sein. Ja, der Geruch ist ziemlich authentisch, mit dieser Mischung aus staubigem Pergament, altem Schulkeller, antiken Möbeln und schummriger Beleuchtung.

Wie ein Museum zum Anfassen

Die Ankündigung, noch keine Gruppe habe alle Rätsel lösen können, weswegen einige gar vereinfacht wurden, verringert das Gefühl des Drucks nicht. Von Angstschweiß wollen wir nicht reden, aber wir stehen doch sehr ratlos in diesem Raum und blicken uns um.

Der Raum ist so liebevoll und mit derart vielen Details zum Thema Geschichte der Wandermusikanten gefüllt, dass es richtig viel zu entdecken gibt, nachdem sich die Starre gelöst hat. Es ist fast wie ein kleiner Museumsraum, in dem aber endlich mal alles angefasst, gedreht, geöffnet und berochen werden kann. Und das muss es sogar, denn wie sonst sollen die Rätsel gefunden und dann auch noch gelöst werden. Es gilt also, Schränkchen und Schubladen zu öffnen, in jeden Spalt und hinter jedes Möbelstück zu schauen, Instrumentenkoffer ebenso wie Posaune und Waldhorn zu inspizieren, alte Bücher zu durchblättern. Stets auf der Suche nach Hinweisen. Welcher Art? Das ist zu Anfang noch völlig unklar.

Momente der Frustration und rauchenden Köpfe

Natürlich werden hier keine Details der Rätsel offenbart, die von Schülern der Berufsbildenden Schule Kusel erdacht und an der einen oder anderen Stelle sogar noch mit ein bisschen Extra-Wissensvermitteln versehen worden sind. Ziel ist es stets, aus den gesammelten Hinweisen Zahlencodes zu generieren, um die Instrumentenkoffer und Kisten der Musikanten zu öffnen: um neue Rätsel, Hinweise oder gar eine Note zu entdecken.

Spaß macht es, trotz der Momente voller Frustration und heiß geredeter Köpfe – und weil das eine oder andere Mal doch voller Verzweiflung die im Nachbarraum das Spiel beobachtende Hinweisgeberin per Walkie-Talkie um Hilfe gebeten wird. Aus vollem Herzen kommt der Jubel über jedes geöffnete Schloss, deren teils diffizile Mechanik Michelle Pfeifer beispiellos zu überwinden weiß. Wie das mit den Längen- und Breitengraden funktioniert? Zum Glück haben wir Sven Holler dabei. Einfach mal alles ausprobieren? Selbstverständlich für Birgit Wenzel.

Aufräumen ist Pflicht

So tragen wir die diversen Rätsel zusammen und Astrid Böhm kann nach gut eineinhalb Stunden die magische Melodie auf einem kleinen Xylofon spielen – obwohl noch zwei Töne fehlen. Doch wer diese Tonfolge nicht kennt, der hat wohl Anfang des 20. Jahrhunderts gelebt.

Es ist geschafft: Der Zauber ist aufgehoben. Elaine Neumann befreit uns aus dem Keller der Wandermusikanten. Zum Glück weiß sie genau, wo welcher Hinweis hin gehört und hilft beim Aufräumen – alleine hätten wir das nicht geschafft, alles wieder an seinen Platz zu legen. Denn das ist Pflicht für die Besuchergruppen. Immerhin darf hier mit bis zu 15 Personen umsonst gespielt werden. Denn der Escape Room wurde vom Trafo-Förderprojekt Westpfälzer Musikantenland eingerichtet, dessen Team jeweils einen Hinweisgeber stellt. Er kann seit Frühjahr bespielt werden – gerne auch als kleine Flucht vor der Hitze.

Info

Der Escape Room „Music is the Key“ kann dienstags und am zweiten Samstag eines jeden Monats jeweils zwischen 8 und 15 Uhr gebucht werden unter musikantenlandbuero@kv-kus.de

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