Oberweiler-Tiefenbach
Probenbesuch beim Brunnenclub: Es wird geschrien, getobt und gesungen
Der Frühling erwacht. Bei den Familien Aumüller und Dürr läuft aber alles in gewohnten Bahnen. Die Männer werden nach der stressigen Arbeit im Amt von ihren gut dressierten Frauen mit Strickweste und Hausschuhen empfangen und „liebevoll“ versorgt. Aktuell sind die Herren zusätzlich zu ihrer schweren Arbeit mit dem nächtlichen Schutz ihres Maibaums vor Übergriffen belastet. Dazu wird nebengewerblich auch noch die Schwarzbrennerei betrieben, im Pfarr- und im Gemeinderat mitgemischt – eine enorme Arbeitsbelastung! Als wäre all das nicht genug, macht ein Gerücht die Runde: Ins renovierungsbedürftige Nachbarhaus soll jemand einziehen. Nicht irgendwer, sondern der Herr Bischof samt Küster. Die Aufregung ist groß, der Empfang soll schließlich Amt und Würden entsprechen.
So startet das Stück „Frühlingserwachen – oder auf gute Nachbarschaft“ von der Autorin Regina Rösch, das der Brunnenclub in diesem Jahr ausgewählt hat. Das Lustspiel mit drei Akten bietet Momente scheinbar mitten aus dem Leben, aber auch viel Kokolores und eine ganz große Portion Lokalkolorit. Nicht nur Oberweiler-Tiefenbach, sondern auch Lauterecken und Wolfstein sowie bekannte Bewohner sind immer wieder Thema.
Aufregen über imaginäre Blümchen
Schon im November starteten die Proben der acht Laiendarsteller. Seit Januar wird zweimal wöchentlich geprobt, sodass am Ende zwischen 35 und 40 Proben absolviert wurden, schildert Helmut Werner. Und damit ist es nicht getan, denn Texte werden Zuhause geübt. Auch die Werbung oder der Bühnenbau beanspruchen Zeit. Diesen übernehmen federführend „Seniorchef“ Erich Bernhardt sowie Wolfgang Zideck und Manfred Ecker, mit gelegentlicher Unterstützung von Helmut Werner und Willi Doll, die beide eine Hauptrolle spielen. Noch ist das Bühnenbild nicht ganz fertig, auch Requisiten fehlen teilweise noch – da ist also noch einiges zu tun.
Wenige Wochen vor der Premiere haben manche der Laiendarsteller das Textheft noch mit auf der Bühne. „Wenn der Text sitzt, spielt es sich besser“, sind sich Christian Huf und Helmut Werner einig. Es läuft gut, etliche Abläufe sitzen schon nahezu perfekt. Selbst die bislang nur in Gedanken vorhandenen Primeln werden von Renate Martin von A nach B gebracht und Brigitte Doll regt sich über den bedenklichen Zustand ihrer aktuell nur imaginären Blümchen auf – das jedoch so authentisch, dass man fast schon glaubt, Blütenduft liege in der Luft.
Regie führen alle gemeinsam
Authentizität und Spielfreude sind bei allen Beteiligten enorm: Es wird geschrien, getobt und gesungen. Regie führen alle Schauspieler gemeinsam. „Wer nicht spielt, sitzt im Zuschauerraum und gibt Anweisung“, berichtet Werner. Bei jeder Probe anwesend sind auch die beiden Souffleusen Katja Krauß und Tanja Huf, die auf die kleinsten Details achten und bei möglichen Texthängern sofort zur Stelle sind.
Krauß spielt in der Probe auch mal die Rolle der nicht anwesenden Andrea Opp und harmoniert mit ihrer „Schwester“ Desiree Biedinger, als würden sie immer zusammenspielen. Christian Huf und Matthias Bernhardt mischen dann auf der Bühne das beschauliche Dorfgeschehen so richtig auf.
„Das können wir doch auch“
Komplettiert wird das Team von Sandra Roth hinter den Kulissen, Carina Täffner für die Maske und Jens Bernhardt an Licht und Ton. Das Hobby Theater ist nicht nur zeitintensiv, es sind auch viele helfende Hände nötig, die der Verein seit nunmehr 25 Jahren immer wieder findet. Werner erinnert sich, dass nach der Fertigstellung des Bürgerhauses das Gebäude mit Leben gefüllt werden sollte. Zwei Jahre wurde Eugen Damm mit seinem Kaiserslauterer Theaterensemble teuer gebucht, dann kam die Idee auf: „Das können wir doch auch.“
Huf ergänzt, dass die vorher ausgerichteten Prunksitzungen nicht mehr so zogen. Der Brunnenclub-Vorstand Matthias Bernhardt erinnert, dass früher schon der örtliche Gesangverein Theater spielte, sein Vater Erich daran viel Spaß hatte und die Tradition erneut auflebte. Nachwuchssorgen gibt es nicht, denn im Kinder- und Jugendtheater wachsen die Spieler der kommenden Jahre in die Welt des Theaters rein.
Info
Vorstellungen finden samstags, 13. und 20. April, jeweils um 19.30 Uhr sowie am Sonntag, 21. April, um 18 Uhr im Bürgerhaus statt. Karten zu je acht Euro sind bei Helmut Werner (06304 5230) und Christian Huf (0173 2933231) erhältlich. Weitere Infos unter www.brunnenclub.de