Kusel Pianistin Dhurata Lazo konzertiert in der Zehntscheune auf Burg Lichtenberg

Spielte auch Werke albanischer Komponisten: Dhurata Lazo. Das Foto zeigt sie bei einem Auftritt im November 2021 in Kaiserslaute
Spielte auch Werke albanischer Komponisten: Dhurata Lazo. Das Foto zeigt sie bei einem Auftritt im November 2021 in Kaiserslautern.

Die wenigen Besucher, die am Sonntag das Konzert der Pianistin Dhurata Lazo in der Zehntscheune der Burg Lichtenberg besuchten, werden diesen Abend sicherlich in Erinnerung behalten. Sie erlebten eine Virtuosin, die völlig ohne Noten, gleichwohl mit einer unglaublichen Präzision und großartigen Klarheit Werke von Chopin und berühmten albanischen Komponisten konzertierte.

Mit Tonin Harapis Etüden „Romance“ sowie „Theme and Variations“ öffnete Pianistin Lazo ihr einstündiges Konzert. Tonin Harapi (1926-1992) war einer der großen albanischen Komponisten. Er gilt als Meister der Lyrik und wird auch gerne als der „Albanian Chopin“ bezeichnet. Die von Dhurata Lazo gespielte „Romance“ mit ihren perlendem Klangfolgen erinnert etwas an die wilde Naturlandschaft des albanischen Nordens, lässt aber auch Bilder von unberührten Stränden zurück.

Aufrüttelnd schön und ebenso ausdrucksstark die Interpretationen des albanischen Komponisten Çesk Zadeja (1927-1997), der als der Schöpfer der ersten Sinfonie und des ersten Klavierkonzertes in der albanischen Musikgeschichte gilt.

Das Publikum zieht den Hut

Auch die Freunde der Musik von Frédéric Chopin kamen auf ihre Kosten. Oder besser gesagt. Sie wurden von der Künstlerin nicht enttäuscht. Sein Scherzo Nr.2 opus 31 setzte die Pianistin in einem sich wiederholenden Wechselspiel von zuweilen düsteren, zweigriffigen Akkorden und einem ebenso prägnanten Rhythmus in Perfektion um.

Mit Chopins „Grande Polonaise brillante“ verabschiedete sich Dhurata Lazo. Und wieder war da diese großartige technische Perfektion. Den Zuhörern – unter ihnen auffallend viele Amerikaner – blieb am Ende nur noch, sich von den Plätzen zu erheben und der Künstlerin „Chapeau!“ zuzurufen.

Von Albanien in den Kreis Kusel

Die Pianistin Dhurata Lazo wurde im Jahre 1968 im albanischen Gjirokaster geboren. Bereits im Alter von sechs Jahren lernte sie Klavier spielen. 1990 schloss sie ihr Klavierstudium am Staatlichen Konservatorium von Tirana mit der höchsten Auszeichnung ab. Die Pianistin ist mit dem ebenfalls bekannten albanischen Berufsmusiker Lazo Bejleri verheiratet. Die Familie lebte einige Jahre in Norditalien sowie in den USA. Bereits seit 14 Jahren ist Deutschland ihre neue Wahlheimat geworden. Nach Jahren in Kottweiler-Schwanden ist sie nun nach Nanzdietschweiler in den Kreis Kusel gezogen. Die Familie wohnt im Ortsteil Dietschweiler, wo Dhurata Lazo auch Klavierunterricht erteilt.

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