Hinzweiler
Pfälzerwald-Verein: Junge Mitglieder sorgen für frischen Wind
Jürgen Thiele schaut sich zufrieden um. Der Platz um die Pfälzerwald-Hütte „Zum Taubenbachtal“ ist sauber, das Gras ist zurückgeschnitten – kurzum: Die Hütte ist bereit für den Besucheransturm am Sonntag. Mindestens einmal pro Woche kommt der Erste Vorsitzende des Pfälzerwald-Vereins (PWV) Hinzweiler zusammen mit seinem Stellvertreter Eric Anlauf zur Hütte, um nach dem Rechten zu sehen. Wenn die Arbeiten erledigt sind, nehmen sich die beiden noch die Zeit, die Ruhe an diesem Ort zu genießen.
Die 1967 eingeweihte Hütte liegt idyllisch an einem Weiher und ist ein beliebtes Ausflugsziel. Von Hinzweiler aus ist sie in 25 Minuten zu Fuß zu erreichen. Zahlreiche Wanderer legen dort sonntags eine Rast ein, um eine kleine Stärkung zu sich zu nehmen. Neben einem warmen Tagesessen bieten die ehrenamtlichen Helfer auch Erbsensuppe mit Würstchen, Hausmacher und einen vegetarischen Tomaten-Nudeltopf an.
Mit Traktor und Hänger durch den Ort
Die Hütte wird nicht nur von Wanderern besucht. Auch Mountainbiker oder Wanderreiter legen hier gerne eine Pause ein. „Wir haben hier 15 bis 20 Stammgäste, die regelmäßig am Sonntag bei uns einkehren“, sagt Thiele. Sie seien ein geselliges Völkchen, ergänzt Anlauf. „Wenn Fremde kommen, setzen wir uns auch gerne mal zu ihnen an den Tisch, um ins Gespräch zu kommen.“ Dass es in der Hütte auch recht lustig zugehen kann, schildert Anlauf in einer Anekdote über eine Runde fröhlicher Zecher, die kurz vor Silvester auf die Idee kam, eine „Hasekerb“ zu veranstalten.
Einer organisierte ein Hasenfell, das er sich auf den Kopf setzte. Er erhielt dadurch den Titel Hasenkönig. Mit Traktor und Hänger ging es dann zu einer Rundfahrt durch den Ort, die ihren feucht-fröhlichen Abschluss wieder an der Hütte fand. Dass danach keiner mehr nach Hause fahren konnte, versteht sich von selbst. Auch für den Hasenkönig wurde keine Ausnahme gemacht und er musste den Heimweg zu Fuß antreten. „Seit diesem Tag ist am 28. Dezember in jedem Jahr ein Schlachtfest an der Hütte“, sagt Thiele und schmunzelt dabei.
Open-Air-Konzert und Photovoltaik-Anlage
Der Verein zählt aktuell 96 Mitglieder. Etwas mehr als ein Drittel davon ist jünger als 30 Jahre alt, wie der Vorsitzende sagt. Im Verein werden sie „die Jungen“ genannt. Sie tragen mit dazu bei, neue Ideen in das Vereinsgeschehen zu bringen. Das Zusammenspiel der älteren, erfahrenen Mitglieder mit den jüngeren Mitgliedern sei das Erfolgsgeheimnis im PWV Hinzweiler. „Genauso wie Jürgen Thiele habe auch ich das Erbe von unseren Gründungsmitgliedern übernommen“, sagt Anlauf. „Und so wollen wir es auch an die nächste Generation weitergeben und es ihnen erleichtern, in eine Führungsposition hineinzuwachsen. Vier unserer sieben Vorstandsmitglieder sind unter 30 Jahre alt.“
Ein Vorschlag, der aus den Reihen der jüngeren Mitglieder kam, war die Waldweihnacht, die im vergangenen Jahr zum ersten Mal stattfand. Besucher und Aussteller seien von der Atmosphäre und dem stimmungsvollen Ambiente begeistert gewesen und hätten zugesagt, auch in diesem Jahr wieder mit dabei zu sein. Unterstützt wird der Verein dabei auch von der Nachbargemeinde Aschbach und deren Freiwilliger Feuerwehr, die gerne mit ihrem Bierwagen aushilft. Zudem laufen bereits die Planungen für ein Open-Air-Konzert im kommenden Jahr, das auf dem Platz vor der Hütte stattfinden soll. Aber auch Ideen, die der Nachhaltigkeit dienen, hielten Einzug in den Verein. So wurde die gesamte Beleuchtung auf LED umgestellt. Geplant ist auch die Installation einer Photovoltaik-Anlage.
Helfer aus allen Generationen
Neben dem Vergnügen ist auch das Engagement bei verschiedenen Arbeitseinsätzen gefragt. Wenn die Hütte Ende September schließt, beginnt die Zeit, um Wartungsarbeiten anzugehen oder Holz für den Ofen zu schneiden. Dazu kämen immer genügend Helfer aus allen Generationen zusammen.
Wie in vielen Vereinen, so gibt es auch in Hinzweiler Geschichten, die immer wieder gerne erzählt werden. Auf der Insel im Weiher war das Entenhaus in die Jahre gekommen und musste ausgetauscht werden. Eric Anlauf wuchtete sich das neue Haus auf seine Schultern und wollte es auf einer Furt zur Insel tragen. Dumm nur, dass er den Weg nicht richtig traf, seitlich in den Schlamm abrutschte und dort stecken blieb. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als aus seinen Gummistiefeln zu schlüpfen und seinen Weg in Strümpfen auf der Furt fortzusetzen. Er erinnert sich noch sehr genau an das Lachen der Umstehenden und deren Rufe: „Loss bloß es Haisje net falle!“ Die Gummistiefel stecken heute noch im Schlamm, kommentiert er das Geschehen trocken.
