Kreis Kusel
Pfälzer Bergland-Trail: Ein strahlendes Siegerpaar und eine begeisterte Novizin
Ein Lauf-Paar, das sich beim Pfälzer Bergland-Trail überhaupt erst kennengelernt hat, gewinnt dessen Auflage anno 2019. Gibt’s was Schöneres? Derweil vollendete Lauf-Novizin Anne Engelhardt stolz ihre Wettbewerbs-Premiere.
Petru Muntenasu und Hella Schmidt (beide Schwaigern) haben sich vor drei Jahren beim Pfälzer Bergland-Trail kennen- und liebengelernt. Am Wochenende gewannen sie gemeinsam die sechste Auflage des Mehr-Tages-Laufs. Schmidt war nach 2016 und 2018 bereits zum dritten Male schnellste Frau. Für ihren Lebensgefährten Petru Muntenasu war es der erste Gesamtsieg.
Anne Engelhardt (Hinzweiler) schaffte hingegen etwas ganz Anderes. Denn sie erreichte das Ziel am Sonntag in Otterberg. Nach drei Tagen mit 122 Kilometern und fast 4000 Höhenmetern. Das Besondere daran: Sie läuft erst seit rund einem Jahr, und der Bergland-Trail war ihre allererste Lauf-veranstaltung. Vor diesem Hintergrund hat sie seit Freitag eine fantastische Leistung abgeliefert.
Erste Etappe „überraschend easy“
In der ersten Etappe ging es von der Burg Lichtenberg über den Veldenzwanderweg nach Wolfstein. 52 Kilometer mit 1800 Höhenmetern galt es zu überwinden. „Der erste Tag ist gut gelaufen, ich war Sechste unter den Frauen mit einer Zeit von 6.38 Stunden. Es ging überraschend easy, und ich fühle mich gut. “, teilte sie noch am Abend der RHEINPFALZ mit. Und: „Vor der morgigen Etappe habe ich allerdings sehr großen Respekt, da ich die Potzberg-Tour am anstrengendsten finde. Da erwarte ich auch keine so gute Zeit.“
Die zweite Etappe am Samstag hatte es tatsächlich in sich. Von Wolfstein zum Potzberg und wieder zurück mit 49 Kilometern und 1600 Höhenmetern. Doch auch diesmal machte die Hinzweilerin nicht schlapp. Ein schönes Erlebnis hatten die Läufer in Oberstaufenbach. Eine Anwohnerin hatte kurz vor dem Anstieg hinauf zum Potzberg für sie einen Kasten Sprudel aufgestellt, so dass sie sich abkühlen konnten.
Kurze Strecke wegen Flughafen-Transfers
Am Sonntag war die dritte Etappe erstmals in den Hinkelstein-Wandermarathon in Otterberg eingebunden. Die Berglandtrailer konnten sich entscheiden, ob sie 44 oder 22 Kilometer zurücklegen. Anne Engelhardt hat sich für die kürzere Strecke entschieden, da sie am selben Tag noch ihre Schwester zum Flughafen fahren musste.
Glücklich kam sie dann nach 122 Kilometern und 16 Stunden 57 Minuten ins Ziel und hat damit die Mammutaufgabe mit Bravour geschafft: „Kein Wunder bei diesem Trainer“, kommentierte Organisator Günther Bergs schmunzelnd. Im vergangenen Jahr hatte Engelhardt in Bergs Laufschule mit dem Laufsport begonnen und nun diese tolle Leistung gezeigt. „Sie ist ein Ausnahmetalent“,sagte Bergs. Laufanfängern wäre normalerweise nicht zu empfehlen , nach ein solch kurzen Zeit sich einer solch hohen Belastung auszusetzen. „Im nächsten Jahr ist sie wieder dabei, das hat sie mir versprochen“, berichtet er.
Anne Engelhardt, Jahrgang 1978, stammt aus Finnland und wohnt seit 20 Jahren in Hinzweiler. Ihr ist es auch zu verdanken, dass in Harri Laakson erstmals ein Finne unter dem Teilnehmer war.
Fehrentz will die ganze Strecke
Auch der Lauterecker Norbert Fehrentz schaffte es ins Ziel. Er bildete mit Mandy Naumann (Mögglingen) eine Staffel. Bei einer Staffel laufen die beiden Partner jeweils etwa die Hälfte der Tagesetappen. Für Fehrentz lief es auch gut. Er kam müde, doch hochzufrieden im Ziel am Sonntag an. „Im nächsten Jahr will ich mir aber die komplette Strecke vornehmen“ sagt er.
Überlegene Siegerin wurde Hella Schmidt. Sie war im Gesamtklassement Zweitschnellste und ließ fast alle Männer hinter sich. Eine Ausnahme bildete ihr Freund Petru Muntenasu, der sich somit den Gesamtsieg sicherte.
Jugendherberge für fünf Jahre gebucht
Organisator Bergs zog ein positives Fazit: „Alles hat auch dank einer guten Mannschaft wie am Schnürchen geklappt. Es gab nur einen einzigen Ausfall. Ein Läufer musste wegen Krämpfen aufgeben. Den Pfälzer Berglandtrail wird es auch in den nächsten Jahren geben.“ Die Wolfsteiner Jugendherberge habe er für den Trail bereits bis zum Jahre 2024 gebucht, sagte er.