Kreis Kusel / Schellweiler
Peta stuft Kusels Kreisveterinäramt als besonders tierfreundlich ein
Das Veterinäramt des Landkreises Kusel gehört nach Auffassung der Tierrechtsorganisation Peta zu den tierfreundlichsten in Deutschland. Die Kuseler Behörde landete in einem Ranking für das Jahr 2025 demnach auf Platz fünf – hinter den Veterinärämtern der Städte Dresden und Dortmund sowie der Veterinär- und Lebensmittelaufsicht Tempelhof-Schöneberg (Berlin) und dem Veterinäramt Rheingau-Taunus-Kreis. „Berücksichtigt wurden Ämter, die bei ihrer Arbeit besonders positiv oder negativ aufgefallen waren, nachdem sie von der Tierrechtsorganisation über einen Missstand informiert wurden“, heißt es in einer Pressemitteilung von Peta.
Die Organisation schildert einen Vorfall aus Schellweiler, über den Peta bereits im August 2024 informiert worden sei. Drei Füchse seien dort am Wohnhaus eines Jägers tierschutzwidrig gehalten worden. „Die meldende Person gab an, dass die Füchse in einem schätzungsweise zehn bis 15 Quadratmeter kleinen Gitterschuppen gehalten werden und der beißende Gestank der Haltung bereits aus der Ferne wahrnehmbar sei“, beschreibt Peta den Fall. Nach einer Meldung an das Kuseler Kreisveterinäramt sei die Situation umgehend überprüft und beanstandet worden.
„Für das Training von Jagdhunden missbraucht“
Die Tierrechtsorganisation habe Anfang 2025 erfahren, dass der Jäger die Füchse daraufhin freiwillig der Behörde übergeben hatte. „Zwei der Tiere konnten in die Obhut des Wildtierschutzvereins Witas im Saarland überführt werden“, heißt es in der Mitteilung. Der dritte Fuchs sei zuvor aus der Haltung entkommen. Die Tiere seien vorher in einer Schliefenanlage im Saarland, einem künstlich angelegten Fuchsbau, für das Training von sogenannten Jagdhunden missbraucht wurden, wie Peta informiert. Die Organisation beruft sich dabei auf Angaben der Auffangstation von Witas. Die Füchse seien „aufgrund der anhaltenden Qualhaltung psychisch massiv belastet“ – und Peta habe bei der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern Strafanzeige gegen den verantwortlichen Jäger gestellt.
Die Kuseler Veterinärbehörde habe gegen den Mann zudem ein Haltungsverbot für Füchse verhängt. Diese Entscheidung habe Peta dazu veranlasst, dem Amt einen Platz unter den ersten fünf der besten Veterinärämter 2025 zu geben. „Das Kreisveterinäramt Kusel hat tolle Arbeit geleistet. Die Füchse mussten zuvor unsägliches Leid ertragen – eingesperrt, missbraucht und ihrer natürlichen Bedürfnisse beraubt“, wird Peta-Fachreferent Peter Höffken in der Mitteilung zitiert. „Dank des entschlossenen Eingreifens des Veterinäramts konnten diese Tiere gerettet werden“, heißt es weiter. Dieses Vorgehen setze ein klares Zeichen gegen Tiermissbrauch.
Tops und Flops werden Jahr für Jahr gekürt
Peta rät Zeugen von Tierquälerei, sich an die zuständige Veterinärbehörde ihrer Stadt oder ihres Landkreises zu wenden und „so lange nachzuhaken, bis der Missstand beseitigt ist“. Jährlich kürt die Organisation die aus Tierschutzsicht positiv und negativ aufgefallenen Ämter. Sowohl unter den Tops als auch den Flops für 2025 findet sich sonst keine Behörde aus der Pfalz.