Kreis Kusel Perfektes Zusammenspiel

Die Musikschule Kuseler Musikantenland hatte passend zur Adventszeit zu einem Kerzenlicht-Konzert mit dem Querflötentrio Senza Confini (Ohne Grenzen) in die Zehntscheune auf Burg Lichtenberg eingeladen. Nicht nur beim Repertoire erfüllte es die Erwartungen, die sich aus dem Namen ergeben, denn es führte das Publikum in selten zu hörende Literatur für Querflöten ein.
Kathrin Krannich und Christoph Schnur, beide Musiklehrer an der Musikantenland-Musikschule, und Gabriele Straßer, die in Kaiserslautern unterrichtet, bilden sie das Trio Senza Confini, das den Abend mit der „Suite capricieuse“ von Willy Schneider (1907-1983) eröffnete. Die sieben Sätze der Komposition sind höchst unterschiedlich und stellen hohe Anforderungen an die Ausführenden, auch im Zusammenspiel, die voll erfüllt wurden. Straßer erklärte jeweils kurz die Werke, was insbesondere bei den „Fünf Aphorismen für 3 Flöten“ von Thomas Richter (*1957) sehr hilfreich für das Verstehen war. Eine davon lautete „Musik ist Poesie der Luft“, eine andere „Musik ist Licht für die Seele“. Die Musik war lieblich, aber durchsetzt mit Dissonanzen. Gottfried Stein (*1932) hat vielseitige „Variationen und Intermezzi um ein chinesisches Lied“ komponiert. Hier spielten Krannich Bass- und Schnur Piccoloflöte. Entsprechend waren über längere Passagen neben einer dumpfen Grundstimmung sowohl Melodien als auch schrille Einwürfe zu vernehmen. Das Finale war dann durchaus versöhnlich. Chinesische Elemente hat auch Alexander Nikolájewitsch Tscherépnin in seinem Trio op. 59 verarbeitet. In China hatte er länger gelebt und dort seine Ehefrau kennengelernt. Es ließen sich dazu auch bei ihm Vogelrufe, aber auch russische Volksweisen ausmachen. Zwei zeitgenössische japanische Komponisten brachte das Trio ebenfalls zu Gehör, nämlich Hirokazu Fukushima (*1971) und Shin’ya Takahashi (*1962). Vom ersten spielten die virtuosen Musiker die reizvolle „Snow Reflection Fantasy“, der andere bewog sie, die Bühne mit zwei Graphiken von Wassilij Kandinsky auszustatten; denn er hatte Eindrücke aus dessen Werken ins Musikalische eindrucksvoll umgesetzt. Die Sätze sind entsprechend benannt: Punkte, Linien, Kreis, Dreieck, Quadrat, helle und dunkle Farben. Mit ein wenig Fantasie ließen sich diese Elemente auch tatsächlich erkennen. Überhaupt war das Konzert auch insofern eine Augenweide, als beide Frauen lange elegante rote Roben trugen, der Mann hingegen trug schwarz. Zusammen mit den beiden Bildern und den kunstvoll arrangierten Kerzen ergab sich eine sehr festliche Atmosphäre ähnlich wie einem Salon eines Schlosses. Zwei Sätze des Flötentrios op. 87 von Ludwig van Beethoven sowie drei für Querflöten eingerichtete Übungsstücke von Johann Sebastian Bach könnten in ähnlichem Ambiente aufgeführt worden sein. Als Zugabe an das recht zahlreiche Publikum gewährten die Künstler noch eine kurze „Schlittenfahrt“ von Frederick Delius (1862-1934).