Glanbrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Oliver Kusch ist SPD-Kandidat im Kreis Kusel für die Landtagswahl 2026

Einstimmig gewählt: Mit Oliver Kusch (Mitte, weißes Hemd) startet die SPD im Kreis Kusel in den Landtagswahlkampf.
Einstimmig gewählt: Mit Oliver Kusch (Mitte, weißes Hemd) startet die SPD im Kreis Kusel in den Landtagswahlkampf.

Mit Oliver Kusch zieht die SPD im Kreis Kusel in den Landtagswahlkampf. Bei einer Wahlkreiskonferenz in Glanbrücken wählten die Mitglieder ihn mit 100 Prozent der Stimmen.

Große Einigkeit haben die 78 anwesenden Wahlberechtigten des SPD-Unterbezirks Kusel bei der Kür ihres Landtagskandidaten am Dienstag demonstriert. Oliver Kusch will für seine zweite Legislaturperiode in Mainz antreten. Für den Wahlkreis 41 erhielt der 57-jährige Mediziner aus Rothselberg in geheimer Abstimmung das bestmögliche Ergebnis – was ihn nach der Bekanntgabe zunächst vor Freude etwas sprachlos machte. Die Landtagswahlen finden am 22. März 2026 statt.

Kusch: Keine Chance den Extremisten

Zuvor hatte Kusch Einblicke in seine Arbeit gegeben. Als gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion stünden für ihn vor allem Gesundheitsthemen im Fokus. So solle eine Kinderarztquote kommen, ähnlich wie für Landärzte. Er setze sich für eine Gesundheitsreform ein, die Versorgung mit Ansprechpartnern vor Ort vorsehe. Auch sei er in Gesprächen mit Hebammen und Apothekern und arbeite für den Erhalt von Krankenhäusern. Dass das Westpfalz-Klinikum in Kusel stabil dastehe, sei für ihn eines der wichtigsten Ergebnisse der vergangenen Legislaturperiode, sagte Kusch der RHEINPFALZ. Dort stehe eine Generalsanierung an.

Abseits von Gesundheit setze er sich für eine Umgestaltung des Öffentlichen Personennahverkehrs ein, so Kusch weiter. Kleinere Busse, mehr Ruftaxis und ein Jugendtaxi nannte er als Eckpunkte. Sein wichtigstes Ziel für die nächsten Jahre sei die Reaktivierung der Glantalbahn von Staudernheim nach Lauterecken, betonte er. Umwelt, Klima, Bildung sowie kommunalen Finanzen habe er ebenfalls im Blick: Der Kreis Kusel stehe mit seinen roten Zahlen keinesfalls allein da, „alle Bundesländer haben verschuldete Kommunen“. Zudem habe das Land zuletzt eine große Summe für die Entschuldung übernommen, erinnerte er. Die SPD gebe den Menschen „Sicherheit und Vertrauen“, ist Kusch überzeugt. Extremisten dürften kein Chancen erhalten, dies sei die beste Rettung für die Demokratie, so Kusch.

Mitgliederstärkste Partei im Kreis Kusel

Nach den Verlusten für die SPD bei der Bundestagswahl im Februar registriert Matthias Mieves zwar „schwierige Zeiten“ für seine Partei. Der Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Kaiserslautern (209) verbreitete dennoch Optimismus: „Die SPD kann was!“, rief er den Genossen mit Blick auf den jüngsten Wahlsieger zu. Der folgende Applaus galt daher vor allem Christoph Schneider, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan wird. Auch die SPD-Landesvorsitzende, Sabine Bätzing-Lichtenthäler, räumte ein, dass die Partei Fehler aufarbeiten müsse. Dennoch sei sie überzeugt, dass Oliver Kusch den Einzug in den Landtag wieder schaffen werde. Sie appellierte an die Mitglieder im Wahlkampf, „dauerhaft präsent“ zu sein: „Lasst uns mittendrin sein“, sagte die Politikerin auch mit Blick auf die sozialen Medien. Dort gebe es Aufholbedarf. „Wir dürfen die sozialen Medien nicht der AfD überlassen“, warnte sie.

Die SPD hatte nach Auskunft von Pia Bockhorn-Tüzün (41), Vorsitzende des Unterbezirks Kusel, zuletzt auch im Kreis Kusel starke Einbußen bei den Mitgliedern zu verkraften. Mit mehr als 700 – davon nur 23 Prozent Frauen – sei sie allerdings noch immer die mitgliederstärkste Partei im Kreis Kusel, wenn auch mit einem Altersdurchschnitt von 63 nicht gerade jugendlich. Bockhorn-Tüzün erhielt bei der Wahl zur B-Kandidatin 73 Ja-Stimmen bei vier Nein-Stimmen und einer Enthaltung.

Die Grünen waren zuvor schon mit Katja Daish in den Wahlkampf gestartet. Für die FDP tritt Tonit Haliti an, die AfD hatte Alejandra Catalina Monzon nominiert.

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