Lauterecken
Neues Restaurant „Fachwerk“: Eröffnung noch unklar
„Ich bin ganz froh, dass ich die Eröffnung nicht so früh geplant habe“, sagt Thomas Konrad. Momentan wisse ja niemand, wie es weitergeht. „Für mich erhöht die aktuelle Situation natürlich das Risiko für den Start, und danach weiß ich auch nicht, ob die Leute wieder rausgehen und Restaurants besuchen“, konstatiert der 36-Jährige, der mit seiner Frau und einem Kind in Eßweiler lebt. Außerdem ist im Inneren des historischen Gebäudes noch viel zu tun. Elektroinstallation, Heizung und Sanitäreinrichtung müssen noch fertiggestellt werden, ebenso der Estrich samt Fußboden. Der Thekenbereich wird gerade abgemauert. Wenn jetzt noch wegen des Coronavirus eine Firma ausfalle, was nicht auszuschließen sei, dann könne sich alles schnell noch um ein paar Wochen verzögern. Konrad versucht, die Lage möglichst realistisch zu beurteilen. Trotz aller Ungewissheiten, frustriert wirkt der gelernte Koch nicht.
Schritt in Selbstständigkeit
Er freut sich auf seinen Schritt in die Selbstständigkeit. Mit dem Gedanken habe er schon seit Jahren gespielt. In Lauterecken habe sich nun die Möglichkeit geboten, ein adäquates Objekt zu mieten. Das Gebäude gehört der Stadt, die es seit einigen Jahren für viel Geld saniert. Historische Substanz wie Holzbalken und Metallsäulen im Innern bleibt erhalten. „Auch der Windfang bleibt“, sagt Konrad, der sofort angetan war vom Ambiente der Räumlichkeiten. Wenngleich im derzeitigen Zustand noch nicht viel zu spüren ist: „Man braucht momentan noch etwas Vorstellungsvermögen“, merkt Konrad lächelnd an. Sein Vorstellungsvermögen hat jedenfalls dafür gereicht, dass er sich dann doch „schnell entschieden“ hat.
41 Gäste sollen in der Gaststätte Platz finden, draußen reicht die Bestuhlung für 25 Personen. „Klein, aber fein“ wird es laut Konrad. „Die Arbeit muss auch zu bewerkstelligen sein“, und da darf das Lokal nicht zu groß sein. Angesichts der Situation auf dem Arbeitsmarkt werde es „personalmäßig eine Herausforderung“, weiß Konrad, der vor allem in der Küche stehen und Speisen zubereiten wird. Für den Servicebereich will er sich demnächst auf die Suche nach Personal machen.
Kleine Speisekarte
Was das gastronomische Konzept angeht, setzt Konrad auf Hausgemachtes. Fertigprodukte wird es nicht geben. Der Koch macht alles selbst, auch die Brötchen für die nach eigener Rezeptur gefertigten Burger, ebenso die Pommes. „Es wird eine kleine Speisekarte geben, die viermal im Jahr wechselt“, kündigt Konrad an. Selbst gemachte Strudel, mal süß, mal herzhaft komplettieren das Angebot. Bezogen werden die Waren von Produzenten aus der näheren Umgebung. Mittagstisch wird es auch geben. Dazu serviert der neue Betreiber eine Vielzahl an alkoholischen und nicht alkoholischen Getränken, den Wein bezieht er aus der Pfalz. Außer am Mittwoch will Konrad jeden Tag ab etwa 11.30 Uhr öffnen.
Thomas Konrad ist Koch aus Leidenschaft: „Ich kann schon sagen, dass es mein Traumberuf ist.“ Etwas anderes zu tun, könne er sich nicht vorstellen. Deshalb habe er auch nach seiner ersten Ausbildung zum Landschaftsgärtner die zum Koch angeschlossen. Seine Ausbildung hat der in Neunkirchen im Saarland geborene 36-Jährige in einem Restaurant in Zweibrücken absolviert. „Seither bin ich aus der Gastronomie nicht wegzukriegen“, verrät Konrad: „Entweder man macht es mit Herzblut oder man lässt es.“
„Gekommen, um zu bleiben“
Seinem Lokal in Lauterecken hat er den Namen „Fachwerk“ gegeben. Der ziele auf die historische Substanz des Gebäudes und sei außerdem eine Anspielung auf die gastronomische Arbeit, bei der ebenfalls eins zum anderen zusammengefügt werde – wie bei einem Fachwerkbau. Er sei gekommen, um zu bleiben, sagt Thomas Konrad. Jetzt muss er nur noch warten, bis ihm die Corona-Krise möglichst bald die Eröffnung seines Restaurants ermöglicht.