Ottweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Neue Zentren an der Blies

Auf neuen Fundamenten entstehen in Ottweiler zwei Lebensmittelmärkte. Oliver Gabel, Projektentwickler der Schenk-Gruppe, Christo
Auf neuen Fundamenten entstehen in Ottweiler zwei Lebensmittelmärkte. Oliver Gabel, Projektentwickler der Schenk-Gruppe, Christoph Hassel, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung und Umwelt der Stadt Ottweiler, Bürgermeister Holger Schäfer und Investor Manfred Schenk (von links) machen sich ein Bild vom Fortschritt des Baus Blieszentrum I.

Die Pirmasenser Schenk-Gruppe investiert 30 Millionen Euro die Errichtung zweier Lebensmittelmärkte im Blieszentrum I in Ottweiler. Wenn alles nach Plan verläuft, sollen sie im zweiten Halbjahr 2024 öffnen. Auch an der ehemaligen Gießerei Werle ist der Investor aktiv.

Zwischen Bahnlinie und Blies im saarländischen Ottweiler wächst auf Industriebrachen ein urbanes Zentrum mit gewerblicher und Wohnnutzung heran. Das gesamte Areal umfasst mehr als sechs Hektar und ist als Standort für die Blieszentren I und II vorgesehen.

Bei einem Ortstermin informierten Ottweilers Bürgermeister Holger Schäfer und Investor Manfred Schenk von der Pirmasenser Schenk-Gruppe über den aktuellen Stand des Projektes. Im ersten Bauabschnitt sind die Fundamente bereits gegossen, an Begrenzungswänden werden Betonarmierungen angebracht.

Die Gesamtinvestitionen werden auf 30 Millionen Euro veranschlagt. Die Kosten für Abbruch und Sanierung der Altlasten am ehemaligen Standort des Maschinenbauers SGGT beliefen sich bereits auf 2,5 Millionen Euro, wie Schenk sagt, und könnten sich am Ende bei drei Millionen bewegen. Für den Maschinenbaubetrieb SGGT, der als Zulieferer für den saarländischen Bergbau groß geworden war und zuletzt 100 Beschäftigte zählte, war 2014 nach einer Insolvenz Schluss.

Zwei Lebensmittelmärkte

Zehn Jahre später soll es auf dem Areal neues Leben geben. Mit einer Nutzfläche von 4500 Quadratmetern entstehen ebenerdig zwei Lebensmittelmärkte. Die Eröffnung des Aldi-Marktes und der Edeka-Filiale ist für die zweite Jahreshälfte 2024 angepeilt.

Die beiden Obergeschosse, die in der ersten Hälfte 2025 übergeben werden sollen und über die Bahnhofsstraße Zugang haben, werden den Angaben zufolge durch soziale Einrichtungen genutzt. Ein Wohnheim für 27 Bewohner wird das Werkstattzentrum für Behinderte Menschen (WZB) der Lebenshilfe GmbH Spiesen-Elversberg betreiben.

Wohngruppen für Demenzkranke

Zudem wird der Kölner Gesundheitsdienstleister Hamacher GmbH zwei Wohngruppen für Demenzkranke einrichten. Das auf Demenzpflege spezialisierte Unternehmen betreibt bisher fünf Wohngemeinschaften für Demenzpatienten in Nordrhein-Westfalen und zwei in Bayern.

Als Standort für Blieszentrum II, für das im ersten Quartal 2024 Planungsrecht angestrebt wird, ist das angrenzende, 3,8 Hektar große Firmengelände der ehemaligen Gießerei Werle vorgesehen. Die bis zu zehn Meter hohen Industriehallen sind stillgelegt und weithin leergeräumt, auch der Verwaltungstrakt ist noch erhalten.

Neues urbanes Gebiet

Die Gießerei Werle wurde 1937 in Ottweiler gegründet. Sie hatte sich spezialisiert auf Herstellung und Vertrieb hochwertiger Grau- und Sphärogussteile in kleineren Serien. Zu den Kunden zählten Unternehmen des Maschinen- und Pumpenbaus, Hersteller von Kälteaggregaten und Druckgeräten sowie Firmen aus dem Nutzfahrzeugbau. Wegen unzureichender Finanzierung und Auftragslücke geriet die Werle GmbH mit rund 100 Mitarbeiter im Sommer 2019 in die Insolvenz.

An dieser Stelle soll ein urbanes Gebiet entstehen, das neben Wohnungen Einzelhandelsbetriebe, Dienstleistungen, Gastronomie, Büro- und Geschäftsgebäude sowie Anlagen für soziale, kulturelle und kirchliche Zwecke umfassen soll. Für betreutes Wohnen, Einzelhandel und Dienstleistungen gebe es bereits Gespräche, sagte der Investor. Das Investitionsvolumen für den zweiten Bauabschnitt wird ebenfalls auf 30 Millionen Euro geschätzt.

Als zentraler Versorgungsbereich entsprächen beide Vorhaben mit der Revitalisierung von Industriebrachen, der Sanierung von Altlasten sowie flächensparender Doppelnutzung der kommunalen Nachhaltigkeitsstrategie, sagte Ottweilers Bürgermeister Schäfer.

Die Unternehmensgruppe Schenk setzt laut Geschäftsführer Manfred Schenk jährlich ein Bauvolumen von 80 Millionen Euro um. Aktuelle Projekt der Schenk-Gruppe in der Region sind ein Seniorenheim in Waldfischbach-Burgalben, das alte Brauereiquartier in Zweibrücken sowie ein Mehrzweckgebäude mit Lebensmittelmarkt und Intensivpflege im saarländischen Tholey. Bereits realisiert wurde von der Unternehmensgruppe in Homburg die Anlage Seniorenpark Am Erbach.

Eine weithin leer geräumte Werkshalle der vormaligen Gießerei Werle in Ottweiler. Nach Abriss und Sanierung soll hier das Bliesz
Eine weithin leer geräumte Werkshalle der vormaligen Gießerei Werle in Ottweiler. Nach Abriss und Sanierung soll hier das Blieszentrum II entstehen, das neben Wohnungen Einzelhandelsbetriebe, Dienstleistungen, Gastronomie, Büro- und Geschäftsgebäude sowie Anlagen für soziale, kulturelle und kirchliche Zwecke beherbergen soll.
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