Kusel
Neue Preisträger des Fritz-Wunderlich-Preises
Die jährlich stattfindenden Musiktage haben sich nach Angaben von Thomas Germain - Vorstandsmitglied der Fritz-Wunderlich-Gesellschaft - sehr gut etabliert. „Werbung für den Förderpreis müssen wir kaum noch machen, das ist inzwischen ein Selbstläufer“, sagt er, der außerdem die Musikschule Kuseler Musikantenland leitet. Mit 43 Bewerbern sei zwar eine Bewerbung weniger als im Vorjahr eingegangen. Aber die Anzahl sei immer noch sehr hoch, freut sich Germain. Unter den fünf Preisträgern seien in diesem Jahr wieder zwei Männer.
Die Bewerbungen erreichten die Fritz-Wunderlich-Gesellschaft aus aller Herren Länder, ergänzt die Vorsitzende des knapp 300 Mitglieder zählenden Vereins, Ingrid Hirschberger. Internationale Nachwuchstalente aus China, Korea, Japan, Russland, der Ukraine, von den Balkanländern, aus Ungarn, Griechenland und sogar aus San Francisco in den USA hätten sich beworben, schildern die Veranstalter.
„Das Niveau kann nicht viel besser werden.“
Aus Deutschland reichten viele Sänger ihre Bewerbung nicht nur aus den früheren Wirkungsorten Wunderlichs – Stuttgart, Freiburg, München – ein, sondern auch darüber hinaus aus dem Norden und Osten. „Das Niveau kann nicht viel besser werden“, registriert Germain aus den Bewerbungen. „Da sind einige, die die große Karriere machen werden.“ In Kusel erwartet die Auserkorenen ein Preisgeld in Höhe von 600 Euro.
Für die Fritz-Wunderlich-Tage, bei denen erneut ein fünftägiger Meisterkurs mit Gesangsdozent Thomas Heyer von der Musikhochschule Frankfurt ansteht, habe sich das Konzept bewährt. Knapp 20 Nachwuchstalente, aber auch schon gestandene Sänger werden hierzu erwartet. An zwei Tagen sind auch Besucher zugelassen. Das kann durchaus kurzweilig sein, auch für Gesangsfremde, denn Heyer moderiert die Vorträge stets mit einer reichlichen Portion Humor. Ein Höhepunkt ist auch immer das Abschlusskonzert der Teilnehmer des Meisterkurses. Das Programm steht noch nicht fest.
Die 1986 gegründete Fritz-Wunderlich-Gesellschaft hat die Musiktage in Kusel 2015 für junge Berufssänger des klassischen Fachs ins Leben gerufen, um das Erbe ihres Namensgebers zu würdigen. Ziel ist auch, Fritz Wunderlich bei jüngeren Leuten bekannter zu machen. In diesem Jahr geht der Förderpreis an:
Die Preisträger
Alma Unseld aus begann ihre Ausbildung 2014 und war zudem schon als Schülerin an der Karlsruher Musikhochschule Vorstudentin in der Liedklasse. Sie debütierte 2021 als Flora in „The Turn of the Screw“ am Staatstheater Nürnberg sowie als Yniold in „Pelléas et Mélisande“. Seit diesem Jahr studiert sie in Mannheim und ist Stipendiatin der Stiftung Musikleben.
Johanna Thomsen, Mezzosopranistin aus Berlin, studiert aktuell an der Lübecker Musikhochschule. Sie wirkte in Mozarts „Zauberflöte“, Händels „Radamisto“ und Strawinskys „Marva“ mit. Sie konzertierte mit einem Lied-Duo mehrmals beim Lübecker Brahms-Festival und ist in der kommenden Spielzeit Teil des Internationalen Opernstudios der Oper Köln.
Auch Isabel Grübl ist Mezzosopranistin. Die aus Nürnberg stammende Nachwuchssängerin studiert zurzeit in Würzburg. Beim Carl-Orff-Gesangswettbewerb errang sie den zweiten Preis sowie Sonderpreise des Festivals Junger Künstler in Bayreuth und des Richard-Strauss-Instituts.
Als Tamino begann Justus Rüll seine musikalische Laufbahn in einer Kinderaufführung der „Zauberflöte“. Seit zwei Jahren studiert er an der Musikhochschule München und übernahm schon früh die Rolle des Ferrando in „Cosi fan tutte“ von Mozart. Im kommenden Frühjahr wird er den Don Ottavio in „Don Giovanni“ singen.
Der aus Regensburg stammende Bariton Johannes Arzt startete seine Ausbildung im Alter von 16 Jahren und studiert seit 2023 an der Musikhochschule Freiburg. Er gewann Preise beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ und wirkte bei zahlreichen Projekten und Konzerten mit. Auch Erfahrung auf der Opernbühne hat er schon gesammelt.