Reipoltskirchen
Neue Kleiderkammer zweimal pro Monat geöffnet
Am 5. April öffnete die Kleiderkammer erstmals. Mehrere Personen haben das Angebot im ehemaligen katholischen Pfarrhaus schon angenommen, berichtet Pfarrer Christof Anselmann. „Wir haben außer im Pfarrbrief noch keine Werbung gemacht, damit sich die Ehrenamtlichen zunächst einarbeiten können“, sagt er. Später sei auch ein Tag der offenen Tür geplant. Organisiert werde das Angebot aktuell von drei Teams zu jeweils zwei Personen. Sie stammen nach Angaben des Pfarrers aus der Pfarrei sowie darüber hinaus. Auch Anselmann selbst ist engagiert und bietet unter anderem Mitfahrgelegenheiten nach Reipoltskirchen. Diese seien bereits genutzt worden.
Das Hauptangebot bestehe aus Kleidung, Handtüchern und Bettwäsche – sortiert nach Baby, Kinder, Damen und Herren. Verfügbar seien auch Hygieneartikel sowie Geschirr, Besteck, Pfannen und kleine Haushaltsgeräte wie Bügeleisen oder Rührgeräte. „Bei Bedarf entsteht vielleicht auch eine Angebots- und Nachfragebörse für weitere Dinge, die zu groß zum Einlagern in der Pfarrei sind“, meint Anselmann mit Blick auf Möbel, Waschmaschinen oder Fahrräder. Keinen Platz indes gebe es für Dekoration, Bücher und Unterhaltungselektronik.
„Es darf jeder kommen“
Die Kundschaft bestehe hauptsächlich aus jungen Familien und Einzelpersonen unter 50 Jahre. „Es darf jeder kommen“, sagt der Pfarrer und fügt hinzu: „Sinnvoll ist es für Personen aus der Pfarrei und deren Umland sowie für Flüchtlinge, welche sich im Kreis Kusel niederlassen.“ Mit Blick auf Flüchtlinge aus der Ukraine sei die Öffnung der Kleiderkammer jetzt zügig vorangetrieben worden. Er werde zu den Flüchtlingen fahren und diese einladen, mit ihm zur Kleiderstube zu kommen, kündigt der Theologe an. Dann könnten auch größere Mengen als Erstausstattung auf dem Rückweg transportiert werden.
Geöffnet ist die Kleiderkammer im früheren Pfarrhaus an der Kirche jeden ersten und dritten Dienstag im Monat von 15.30 bis 17.30 Uhr. Fahrgelegenheiten gibt es nach Anmeldung im Pfarramt mit dem Pfarrer oder auch mit dem Bürgerbus. Da das Gebäude schon einige Jahre nicht mehr bewohnt wird, seien bei Heizung, Toilette und Brandschutz Erneuerungen notwendig geworden, schildert der Pfarrer. Weitere Sanierungen seien noch in der Planung. Investiert worden sei zudem in ein Regalsystem.
Spenden beim Pfarrbüro in Lauterecken abgeben
Spenden für die Kleiderkammer können beim Pfarrbüro in Lauterecken abgegeben werden. „Ich fahre nun wöchentlich die Spenden nach Reipoltskirchen“, berichtet Anselmann. Er betont, dass nur sehr gut erhaltene und saubere Kleidung und Schuhe weitergegeben werden können. Kleidersäcke aus aufgelösten Haushalten könnten daher eher nicht verwendet werden.
Nachdem das Sozialkaufhaus des Deutschen Roten Kreuzes in Lauterecken unter anderem wegen mangelndem Umsatz Ende 2020 geschlossen hatte, sollte eine neue Kleiderkammer ursprünglich gemeinsam von der katholischen und evangelischen Kirche aufgebaut werden. Allerdings kam das nicht zustande. Wie Anselmann berichtet, sei die Kleiderkammer „als Probelauf“ bereits seit Weihnachten 2020 im Pfarrzentrum Lauterecken eingerichtet gewesen. Weil im Zentrum allerdings dauerhaft nicht genügend Platz sei, beschloss der Pfarreirat den Umzug nach Reipoltskirchen. Ein Nachteil seien dort jedoch die zu erwartenden Mehrkosten für den Betrieb der elektrischen Heizung, gibt der Pfarrer zu bedenken. „Diese Kosten von mehreren Tausend Euro merken wir als Pfarrgemeinde schon deutlich, da unser Jahresbudget wegen der geringen Kirchensteuer bei 1900 Katholiken nur dem mittleren Einkommen einer einzelnen Person entspricht.“
Info
- Spenden für die Kleiderkammer können beim Pfarrbüro Lauterecken, Lautertalstraße 3, Telefon 06382 993286, abgegeben werden.
- Pfarreiratsvorsitzende Inge Lütz bietet zudem Hilfe Flüchtlinge aus der Ukraine an. Ein Kontakt ist unter Telefon 0157 72495212 möglich.