Kusel
Neue Energie Pfälzer Bergland will Solarenergie weiter ausbauen
Die Gesellschaft Neue Energie Pfälzer Bergland mit einem Beteiligungsverhältnis von 51 Prozent Landkreis Kusel und 49 Prozent Pfalzwerke AG will auf einem kreiseigenen Gebäude in Dennweiler-Frohnbach eine Solaranlage installieren. Es handelt sich um das ehemalige Raiffeisengebäude neben der Feuerwehr am Ortsrand Richtung Oberalben, das als Lager der Kreisverwaltung genutzt wird. Voruntersuchungen seien bereits gelaufen, erläutern die Geschäftsführer der Neuen Energie Pfälzer Bergland, Sascha Dechert (Pfalzwerke) und Uwe Zimmer (Kreisverwaltung Kusel).
Darüber hinaus nimmt die Gesellschaft Kontakt mit Orts- und Verbandsgemeinden im Landkreis auf, was die Bereitstellung von Grundstücken für Freiflächensolaranlagen betrifft – unter anderem zuletzt in Selchenbach und Etschberg. „In einigen Gemeinden wurden geeignete Flächen gefunden“, schildern die Geschäftsführer. Konkrete Planungen gebe es jedoch noch nicht.
Sieben Projekte bis 2012 realisiert
Die aktuelle Situation trage grundsätzlich dazu bei, die Akzeptanz für erneuerbare Energien zu erhöhen, berichten Dechert und Zimmer vor dem Hintergrund der Energiekrise. „Anderseits werden die Konfliktpotenziale, die durch den vermehrten Ausbau der erneuerbaren Energien entstehen, weiter wachsen“, befürchten sie. In diesem Spannungsfeld werde die Energiewende daher voraussichtlich nur dann gelingen, wenn Möglichkeiten zur regionalen Wertschöpfung geschaffen werden. Das wolle die Neue Energie Pfälzer Bergland bieten. Als Herausforderung sehen die Geschäftsführer jedoch, dies den Bürgern sowie den politisch Verantwortlichen zu vermitteln und für alle Beteiligten akzeptable Bedingungen anzubieten.
Seit Gründung der Gesellschaft 2008 bis Mai 2012 wurden sieben Photovoltaik-Projekte realisiert. Allein 2008 entstanden an der IGS Schönenberg-Kübelberg und an den Schulzentren Lauterecken und Kusel Anlagen mit einer Leistung zwischen 93 und 140 Kilowatt Peak (kWp). Ende 2008 entstand auf dem Schneeweiderhof das bisher größte Projekt der Gesellschaft mit 1512 kWp. Zwischen 2010 und 2012 schlossen sich auf der Mensa des Kuseler Gymnasiums, am Tierheim Jettenbach sowie an der Turnhalle der IGS nochmals kleinere Anlagen mit Leistungen zwischen 29 und 127 kWp an. Insgesamt habe die Gesellschaft rund 6,8 Millionen Euro investiert.
Einnahmen für Landkreis und CO2 -Reduzierung
Eine kontinuierliche Steigerung bei den Projekten habe es nicht gegeben. „Bei Dachanlagen lag der Grund im Wesentlichen darin, dass durch die Reduzierung der Einspeisevergütung ein wirtschaftlicher Betrieb nur dann noch möglich war, wenn zumindest ein Teil des erzeugten Stroms im Gebäude selbst verbraucht wurde“, erläutern die Geschäftsführer. Auch Freiflächenanlagen seien schwieriger zu realisieren gewesen, da auch dort die Rentabilität aufgrund der geringeren Einspeisevergütungen beziehungsweise der noch vergleichsweise hohen Modulpreise eingeschränkt gewesen sei.
Gegründet wurde die GmbH mit dem Ziel, Einnahmen für den Landkreis zu generieren und einen Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes zu leisten. Bereits 2004 hatte der Kreis beabsichtigt, Photovoltaik auf kreiseigenen Gebäuden zu installieren, einige Dachflächen wurden dazu auch an einen Investor verpachtet. Da dieser die Anlagen allerdings nicht rechtzeitig geliefert habe, wurden die Verträge gekündigt, berichten die Geschäftsführer. Gleichzeitig kam die Deponie Schneeweiderhof als Standort für einen Solarpark ins Gespräch. Dann sei auch klar geworden, dass mehr Erträge zu erzielen sind, wenn die Anlagen selbst betrieben werden können – anstelle einer Verpachtung. In den Pfalzwerken habe der Landkreis einen kompetenten Partner dafür gefunden.
Schwarze Zahlen seit mehreren Jahren
Die bestehenden Anlagen wurden von der Gesellschaft gekauft und finanziert, „weder der Landkreis noch die Pfalzwerke halten direkt Anteile an den Anlagen“, klärt Dechert auf. Die Einspeisevergütungen gehen an die Gesellschaft, sie trägt auch die laufenden Kosten. „Gewinne oder Verluste verbleiben in der Gesellschaft oder werden entsprechend dem Beteiligungsverhältnis am Ende des Geschäftsjahres ausgeschüttet.“
Ein Repowering der älteren Anlagen werde erst nach Ablauf des Förderzeitraumes (20 Jahre) möglich sein, da die Gesellschaft mit der Installation von neueren, leistungsfähigeren Modulen nicht mehr die relativ hohen Einspeisevergütungen aus den Jahren 2008 bis 2012 erhalten würde. Daher sei noch offen, ob Anlagen dann tatsächlich ganz oder teilweise repowert werden. Zwar lasse sich die Sonneneinstrahlung und damit die Einspeisevergütungen vergleichsweise genau berechnen. Doch Reparaturen und dadurch bedingte Ausfallzeiten könnten sich erheblich auf das Jahresergebnis auswirken. Wie hoch die Gewinne der Gesellschaft am Ende der Laufzeit der Anlagen sein werden, lasse sich daher nicht beziffern.
Die Gesellschaft schreibt schon mehrere Jahre schwarze Zahlen, der Jahresüberschuss 2021 lag bei gut 60.000 Euro, in den beiden Jahren zuvor sogar deutlich höher bei 93.500 (2020) und rund 146.000 Euro im Jahr 2019, wie aus den Bilanzen hervorgeht.
Dennoch wagen die Geschäftsführer keinen Blick in die Zukunft. Sie werde davon abhängen, ob, welche und wie viele neue Anlagen die Gesellschaft künftig betreiben wird. Bezogen auf die bereits installierten Anlagen – und unter Vorbehalt, dass deren Betrieb bis zum Ende des Förderzeitraumes planmäßig läuft – geht die Neue Energie Pfälzer Bergland jedoch davon aus, dass auch in den nächsten Jahren weiter Gewinne erwirtschaftet werden.