Haschbach RHEINPFALZ Plus Artikel Neben der Straße: Die Hubertuseiche bei Haschbach

Der zweitdickste Baum im Kreis: die Hubertuseiche bei Haschbach.
Der zweitdickste Baum im Kreis: die Hubertuseiche bei Haschbach.

In der Serie „Neben der Straße“ wurden bisher Gebäude oder Denkmäler vorgestellt, die Zeugnisse für die Geschichte und Kultur im Landkreis Kusel sind. Aber auch die Natur hat bemerkenswerte Denkmäler hinterlassen. Eines von ihnen ist die Hubertuseiche bei Haschbach.

Man erreicht den Baum am besten von dem Parkplatz an der Landesstraße 362 aus. Dort, wo die Straße nach Rammelsbach und der Fahrweg zum Sportplatz Haschbach abzweigen. Von hier aus kann man den asphaltierten Fahrweg nehmen, der vor dem Sportplatz links abzweigt. Kurz bevor er auf den Remigiusweg trifft, sieht man den markanten Baum am Rande eines lichten Eichenwaldes. Eine Alternative ist der mit dem roten Kreuz markierte Wanderweg, der am Parkplatz beginnt und nach etwa 200 Metern auf den Remigiusweg trifft. Nach etwa zehn Minuten zweigt der Weg nach links ab und man erreicht nach weiteren fünf Minuten den Fahrweg.

Auf den ersten Blick ist man von dem alten Baum eher enttäuscht. Der Stamm, der einen Umfang zwischen fünf und sechs Metern hat, ist nicht ebenmäßig gewachsen, sondern hat zahlreiche Wucherungen und Beulen. Deshalb bezeichnete man ihn gelegentlich als „Warzeneiche“. Er besitzt auch keine eindrucksvolle Krone. Der Stamm wird nach einem Kranz aus dicken Ästen schnell dünner und endet in einem dürren Stumpf. Mit einer Höhe von etwa 13 Metern ist er nicht gerade Riese, denn manche alten Eichen werden mehr als 30 Meter hoch.

Alter Riese

Aber für Werner Häußer, den Leiter des Reviers Lichtenberg, ist das Aussehen ein Beweis für das hohe Alter des Baumes und ein Zeugnis für dessen Kampf ums Überleben. Die Wucherungen sind „Wasserreiser“, gelegentlich auch „Angsttriebe“ genannt. Der Baum bildet sie zusätzlich am Stamm, wenn die Krone zu viel Laub eingebüßt hat.

Die geringe Höhe ist ebenfalls eine Folge von ungünstigen Klimabedingungen: „Der Baum nutzt und versorgt immer die Teile, die er am ehesten zum Leben braucht. Die höchsten Teile der Krone, für die die meiste Pumpkraft nötig ist, werden in Trockenzeiten nicht mehr versorgt und sterben ab, aber auf diese Weise kann der Baum überleben“, erläutert Häußer die Besonderheiten.

Die Hubertuseiche ist nach der Eiche bei Börsborn der zweitdickste Baum im Kreis Kusel und wahrscheinlich der älteste. 1989 hat man sein Alter mit Hilfe der Jahresringauszählung („Dendrochronologie“) exakt bestimmt: Er ist heute 305 Jahre alt. Die Methode, aus Jahresringen das Alter von Holz abzulesen, wurde in den USA entwickelt und sollte ursprünglich Klimaschwankungen nachweisen. Dazu benutzte man die unterschiedliche Dicke der Jahresringe bei verschieden alten Bäumen.

Da sich deren Abfolge selten wiederholt, konnte die Forschung inzwischen einen „Baumringkalender“ für etwa 10.000 Jahre erstellen, der genaue Datierungen erlaubt. Bei lebenden Bäumen wie der Hubertuseiche benutzt man einen dünnen Hohlbohrer, der einen Bohrkern liefert, ohne dass der Baum Schaden nimmt.

Benannt nach Hubertus von Lüttich

Benannt ist die Eiche nach dem heiligen Hubertus von Lüttich (um 655-727). Er war Bischof, lebte später als Einsiedler in den Ardennen und wurde als Schutzpatron der Jäger verehrt. Eine bekannte Legende erzählt, ihm sei während der Jagd ein Hirsch mit einem Kruzifix zwischen den Hörnern erschienen.

Ein Hinweisschild auf die Hubertuseiche und eine Informationstafel wären wünschenswert. Unter dem Baum steht eine Bank, die zur Rast einlädt. Hier kann man darüber nachdenken, was der alte Baum in den letzten drei Jahrhunderten wohl erlebt haben mag.

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