Lauterecken
Neben der Straße: Der Blücherbrunnen in Lauterecken
Auf einer Inschrift am Brunnen kann man lesen, dass er 1936 zum Andenken an den Aufenthalt des preußischen Marschall in Lauterecken errichtet wurde. Heute liefert eine auffällige Tafel weitere Informationen, zu denen auch ein Bild Blüchers und das ursprüngliche Aussehen des Brunnens gehört.
Der Brunnen steht an der Westseite der alten Volksschule zwischen der Bergstraße und der Ringmauer. Das Becken aus grob behauenen gelben Quadern hat die Form eines halben Sechsecks. Die rückseitige Mauer ist aus kleineren Quadern gemauert und schließt eine etwa drei Meter hohe Sandsteinstele ein. Aus ihr sprudelt das Wasser, das in drei Röhren das Becken speist. Die Spitze bildet ein grimmig blickender Löwe, der in der Pranke ein Schild hält. Es zeigt zwei Schlüssel mit kunstvoll verzierten Bärten, die aus dem Wappen der pommerschen Adelsfamilie Blücher stammen. Die Figur schuf 1936 der Bildhauer Ludwig Devauze, der in Wiesweiler seine Werkstatt hatte.
1982 umgestaltet
Anhand des historischen Fotos kann man erkennen, dass der Brunnen 1982 völlig umgestaltet wurde. Das Becken war ursprünglich halbrund und die abschließende Mauer sehr viel länger, sodass daneben noch eine steinerne Bank stand.
Blücher, an den der Brunnen erinnert, hielt sich vom 6. bis 8. Januar 1814 in Lauterecken auf. Nach dem Sieg in der Leipziger „Völkerschlacht“ hatte er Napoleon mit der „Schlesischen Armee“ verfolgt. In der Neujahrsnacht 1813/14 überquerten die etwa 10.000 Soldaten aus Preußen, Österreich und Russland den Rhein und marschierten auf der Etappenstraße 9 von Meisenheim nach Kusel. In Lauterecken machten sie kurz Station, bevor sie ihren Marsch nach Nancy und Tour fortsetzten.
Gebhard Leberecht von Blücher (1742-1819) stammte aus einem pommerschen Adelsgeschlecht. Als Sechzehnjähriger war er in die schwedische Armee eingetreten, wechselte aber 1760 in den preußischen Militärdienst. 1773 bat er um seinen Abschied, den ihm König Friedrich II. ungnädig gewährte. 14 Jahre später wurde er unter Friedrichs Nachfolger wieder aktiv und erzielte im Krieg gegen Napoleon seine größten Erfolge.
Weiteres Blücher-Denkmal in Waldmohr
Neben dem Brunnen in Lauterecken gibt es im Kreis Kusel ein weiteres Denkmal für Blücher. In Waldmohr erinnert der „Blücherstein“ an die Gefechte, die er 1793/94 als Husarenoberst gegen französische Truppen führte. Beiden Monumenten ist gemeinsam, dass sie während der nationalsozialistischen Herrschaft entstanden sind. Der Blücherstein stammt zwar aus dem Jahr 1970, ersetzte aber eine Steintafel, die 1935 in eine Mauer neben der Kirche eingelassen worden war. Ein Jahr später entstand der Blücherbrunnen in Lauterecken.
Das ist sicher kein Zufall. Denn Hitler plante bereits unmittelbar nach der „Machtergreifung“ einen neuen Krieg, der die Ergebnisse des Ersten Weltkriegs revidieren und Deutschland den Weg zur Weltmacht ermöglichen sollte. Ein erster Schritt war die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht am 16. März 1935. Um in der deutschen Bevölkerung den „Wehrwillen“ zu stärken, dienten historische Vorbilder. Dafür eignete sich vor allem Blücher, der durch die beiden Siege bei Leipzig und Waterloo besonders populär war.